Haus Seebend mit Webereimuseum in Höfen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Monschau
Kreis(e): Städteregion Aachen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 31′ 48,09″ N: 6° 15′ 38,11″ O 50,53002°N: 6,26059°O
Koordinate UTM 32.305.855,22 m: 5.601.148,05 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.518.520,89 m: 5.599.397,50 m
  • Haus Seebend in Höfen (2024)

    Haus Seebend in Höfen (2024)

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    Anbau des heutigen Webereimuseums (2024)

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  • Innenraum des Webereimuseums mit den historischen Webstühlen (2024)

    Innenraum des Webereimuseums mit den historischen Webstühlen (2024)

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  • Ersatzteillager des Webereimuseums (2024)

    Ersatzteillager des Webereimuseums (2024)

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  • Stanzmaschine zur Herstellung der Karten für den Jacquard-Aufsatz auf dem Muster-Webstuhl (2024)

    Stanzmaschine zur Herstellung der Karten für den Jacquard-Aufsatz auf dem Muster-Webstuhl (2024)

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  • Originalregal aus der alten Weberei Jansen mit Webereizubehör (2024)

    Originalregal aus der alten Weberei Jansen mit Webereizubehör (2024)

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  • Handwebstuhl für Vorführungen im Webereimuseum (2024)

    Handwebstuhl für Vorführungen im Webereimuseum (2024)

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  • Handwebstuhl für Vorführungen im Webereimuseum (2024)

    Handwebstuhl für Vorführungen im Webereimuseum (2024)

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Lage
Haus Seebend liegt am südlichen Rand des Monschauer Stadtteils Höfen an der Bundesstraße 258. An das historische Gebäude ist ein Museumsneubau des Webereimuseums Höfen angegliedert. Außerdem befinden sich einige Parkplätze sowie ein Grünbereich am Haus.

Geschichte des Hauses
Das heutige Vereins- und Ausstellungshaus des Eifel- und Heimatvereins Höfen e.V. weist eine über 100 Jahre alte Geschichte auf. Es wurde 1911 als Jagdhaus des Spiegelglas-Fabrikanten Gustav Lambotte aus Herzogenrath errichtet. Vom Dachgeschoss seines villenartigen Hauses, dessen Bauweise sich von der übrigen historischen Bebauung des Ortes abhebt, konnte Lambotte auf sein Jagdrevier, den Seebend, schauen. Außer ihm baute sein Geschäftspartner Max Bicheroux ebenfalls in Höfen das Haus Bucheneck in der heutigen Triftstraße. Haus Seebend besaß eine eigene Wasserversorgung über einen Brunnen. Das Grundstück war gepachtet.

Nach dem Ersten Weltkrieg verkaufte Lambotte das Gebäude, vermutlich an den jüdischen Fabrikanten Otto Mayer aus Aachen. Dieser wanderte noch vor dem Zweiten Weltkrieg nach Chile aus. In der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft wurde das Haus beschlagnahmt und durch Grenzsicherungseinheiten sowie die Organisation Todt, die den Westwall baute, belegt. Während des Zweiten Weltkriegs waren im Haus Seebend Kommandostäbe der Wehrmacht untergebracht.

Nach Kriegsende wohnten hier zunächst Familien aus Höfen, deren zerstörte Häuser wieder aufgebaut werden mussten. Neben dem Haus wurden Gemüsegärten zur Selbstversorgung angelegt, in einem Anbau und im Keller unter anderem Schafe und Schweine gehalten. Zu der Zeit hieß das Gebäude in Höfen „Villa Lustig“. Später befanden sich hier Wohnungen für Zollbeamte, ab 1961 Dienstwohnungen für Angestellte der Fernmelde-Station der Bundesfinanzdirektion nördlich von Höfen sowie eine Küche der Station. Mitte der 1990er Jahre pachtete die Stadt Monschau zunächst das Gebäude als Unterkunft für Asylsuchende. Kurze Zeit später wurde Haus Seebend von der Stadt erworben. Seit 1997 ist der Eifel- und Heimatverein Höfen Eigentümer und nutzt es als Vereinshaus, aber auch als ein Besucherzentrum mit angeschlossenem Webereimuseum.

Das Webereimuseum
In den 1970er Jahren gab es in Höfen zwischenzeitlich 11 Kleinwebereien, die meist Aufträge von Aachener Textilfirmen erhielten. Nach ihrem Niedergang in den 1980er Jahren gehört die Textilproduktion im Monschauer Land der Vergangenheit an. Eine dieser Webereien war diejenige von Hermann Jansen auf dem Heidgen (heute Alter Weg). Die Halle war Ende der 1950er/Anfang der 1960er Jahre errichtet worden. Hermann Jansen hat dort als Weber gearbeitet, von 1965 bis 1974 als selbständiger Unternehmer mit vier Webstühlen, von denen der älteste aus dem Jahr 1926 stammt. Aufträge erhielt Jansen von Aachener Firmen, die hier meist Überbreiten für Konfektion und Militärkleidung produzieren ließen. 1974 gab Jansen aufgrund der allgemeinen Krise in der Textilbranche seinen Betreib auf, webte aber noch bis zu seinem Tod 2002 nebenher kleinere Stoffmengen.

Da die alte Weberei danach abgerissen werden sollte, entschloss sich der Eifel- und Heimatverein Höfen, den Maschinenbestand zu übernehmen und ein neues Gebäude dafür am Haus Seebend anzubauen. Mit Unterstützung öffentlicher Mittel und großem Arbeitsstundeneinsatz ist das Webereimuseum aufgebaut worden und konnte 2010 eröffnet werden. Auf Anfrage werden die Maschinen zu Vorführungen wieder in Betrieb genommen. Außerdem ist vorgesehen, die Museumshalle energetisch zu ertüchtigen und in nächster Zeit im Haus Seebend eine Ausstellung zur Dorfgeschichte von Höfen in der Nachkriegszeit einzurichten.

(Gabriele Harzheim, 2025)

Literatur

Eifel- und Heimatverein Höfen e.V. (o.J.)
Höfen wie es früher war. Band 1. o. O.
Eifel- und Heimatverein Höfen e.V. (o.J.)
Höfen wie es früher war. Band 3. o. O.

Haus Seebend mit Webereimuseum in Höfen

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Hauptstraße 123
Ort
52156 Monschau - Höfen
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Vor Ort Dokumentation, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1911

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Gabriele Harzheim (2025): „Haus Seebend mit Webereimuseum in Höfen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-356269 (Abgerufen: 25. Februar 2026)
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