Tonwarenfabrik Kuckertz

Blumentopffabrik Jakob Schaaf, Blumentopffabrik Johann Schaaf, Blumentopffabrik Kuckertz

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Frechen
Kreis(e): Rhein-Erft-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 54′ 38,32″ N: 6° 48′ 49,29″ O 50,91064°N: 6,81369°O
Koordinate UTM 32.346.300,68 m: 5.642.164,74 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.557.272,02 m: 5.642.021,45 m
  • Fabrikantenwohnhaus der Tonwarenfabrik Kuckertz (2022)

    Fabrikantenwohnhaus der Tonwarenfabrik Kuckertz (2022)

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  • Fabrikantenwohnhaus der Fabrik Kuckertz (2023)

    Fabrikantenwohnhaus der Fabrik Kuckertz (2023)

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  • Abriss der Tonwarenfabrik Kuckertz (2023)

    Abriss der Tonwarenfabrik Kuckertz (2023)

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An diesem Standort befanden sich einst die Blumentopffabrik J. Kuckertz sowie ihre Vorgänger.

Die Töpferei Christian Joseph Schaaf
Um das Jahr 1849 erwarb der Töpfer Christian Joseph Schaaf die Grundstücke Z 715, 716 und 717 von Heinrich Geusgen (LA NRW R 7210 / 1849 / 1). Im Jahr 1848 baute er einen Töpferofen hinter seinem Haus Nummer 18 an der Hauptstraße; geplant war die Errichtung einer Fabrik (LA NRW R 8849). Der Töpfer Christian Joseph Schaaf ist in einer Handwerkerliste von 1850 unter der Hausnummer 18 (StAF 182/21) und 1856 unter der Hausnummer 19 (StAF 187/21) aufgeführt. Von seinem Bruder Johann Schaaf erhielt er um 1873 die Grundstücke der Irdenwaretöpferei und späteren Blumentopffabrik Peter Schaaf in der heutigen Hauptstraße 7.
SCHAAF, CHRISTIAN JOSEPHTöpfer - 1810 Apr. 6 geb. zu Frechen, Sohn des Bäckers Peter Sch. und der Magdalena Stock, Geburtsreg. 36/1810 - 1845 Jan. 2 heir. Angela Schaaf, Tochter des Töpfers Gerhard Sch., aus Frechen, Traureg. 2/1845 -1848 baut einen Töpferofen, StaF Akt. 189 fol. 65 - 1849 Sept. 23 zeigt die Geburt des Sohnes Christian an, Geburtsreg. 139/1849 - 1850 in einer Handwerkerliste erwähnt, StaF Akt. 182 fol. 20 - 1856 in einer Töpferliste aufgeführt, StaF Akt. 187 fol. 21 - 1856 unterschreibt das Gesuch um Errichtung einer Töpferinnung. ebd. fol. 19 - 1869 Febr. 19 zeigt den Tod der Tochter Katharina an, Sterbereg. 57/1869 - 1876 Juli 20 zeigt den Tod seines Sohnes, des Töpfers Christian Sch., an, ebd. 99/1876 - 1880 Apr. 12 stirbt zu Frechen, ebd. 63/1880“ (Göbels 1971).

Die Blumentopffabrik Johann Schaaf
Nach seinem Tod im Jahr 1880 gingen die Grundstücke der Töpferei Christian Joseph Schaaf an der Hauptstraße 21 auf seinen Sohn Johann über, der hier 1899 laut Adressbuch eine Blumentopffabrik betrieb (alte Adresse: Hauptstraße 29 Adressbuch 1899). In direkter Nachbarschaft befand sich die Steinzeugfabrik S. Loevenich.
SCHAAF, JOHANNTöpfermeister - 1853 Dez. 3 geb. zu Frechen, Sohn des Töpfers Christian Joseph Sch. und der Angela Schaaf, Geburtsreg. 182/1853 - 1915 Apr. 10 sein Sohn, der Töpfer Peter Sch., in Rußland gefallen, Sterbereg. 265/1915 - 1920 Sept. 3 stirbt zu Frechen; Ehefrau ist Katharina Schurf, ebd. 127/1920“ (Göbels 1971).

Die Tonwarenfabrik Kuckertz
Vermutlich übernahm nach Johann Schaafs Tod Joseph Kuckertz den Betrieb. Nach Schließung der östlich angrenzenden Steinzeugfabrik S. Loevenich und Zerstörung der zugehörigen Steinzeugöfen firmierte die Tonwarenfabrik Kuckertz wohl ab 1938 auf deren Gelände. So enthält Greven´s Adreßbuch von 1939 den Eintrag „Kuckertz, Jos. Tonwarenfabr. Hauptstr. 21“ (S. 39).
In der Festgabe der Kölnischen Rundschau zur Stadternennung Frechens im Jahre 1951 warb die Tonwarenfabrik Josef Kuckertz mit der Produktion von Blumentöpfen, Untersetzern, Samen- und Ringschalen sowie Ampeln „in bekannter 1a Qualität zu Konkurrenzpreisen“ in Frechen bei Köln.

Die Gebäude der neuen Blumentopffabrik wurden an der Alte Straße errichtet und über diese erschlossen. Zu dem Betriebsgelände gehörte ein eingeschossiges Wohnhaus, hinter dem sich U-förmig die Betriebs- und Lagerhallen um einen Innenhof gruppierten. Die Produktion wurde 1969 eingestellt (Stadtarchiv Frechen, lfd. Nr. 003858-01). Anschließend lagen die Betriebsgebäude brach und wurden Ende 2023/Anfang 2024 zusammen mit dem Wohnhaus abgerissen. Bei den Ausschachtungsarbeiten für das neue Wohnprojekt „Wolf´sche Höfe“ stieß man sowohl auf die Öfen, Kaminreste und Füchse der zwischen 1867-1919 betriebenen Steinzeugfabrik S. Loevenich, auf die Öfen der Blumentopffabrik Kuckertz und einen Bunker aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges.

Anmerkung: Die Geometrie umfasst das ursprüngliche Gelände der Blumentopffabrik Christian Joseph Schaaf sowie das Betriebsgelände bis 1969.

(Nicole Schmitz, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2024 und 2026)

Quellen
Greven´s Adreßbuch 1939, Band 2, Teil 5, Adreßbuch des Landkreises Köln, S. 39.
Stadtarchiv Frechen, Ordner Blumentopffabrik Kuckertz, Sammlung Bernd Mayerhofer:
  • Lfd. Nr. 003858-01, Blumentopffabrikation (Details der Verzeichnungseinheit).
  • Kölnische Rundschau, Festgabe 1951.

Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Rheinland
  • LA NRW R 7210 1849 / 1
  • LA NRW R 8849


Literatur

(1899)
1899. Adressbuch der zur Bürgermeisterei Frechen gehörigen Gemeinden Frechen, Bachem und Buschbell. Frechen.

Tonwarenfabrik Kuckertz

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Alte Straße 26
Ort
50226 Frechen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archäologische Grabung, Archivauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1830, Ende 1969 bis 2023

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Nicole Schmitz: „Tonwarenfabrik Kuckertz”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-352254 (Abgerufen: 27. Juli 2026)
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