Die Hermesmühle liegt im gleichnamigen Ortsteil südlich von Hennef am Hanfbach. Die ehemalige Getreidemühle besaß einen langen Obergraben und einen dem Mühlengebäude vorgelagerten schmalen Mühlteich, die beide noch heute in ihrer Struktur erhalten sind und parallel zum Bach und zur Straße (L 125) verlaufen. Der Untergraben der Mühle führte das Wasser vermutlich zunächst unterirdisch und hinter der Straße oberirdisch in den Hanfbach zurück, der an diesem Bereich die L 125 unterquert. An dieser Stelle steht auch ein Wegekreuz aus dem Jahr 1862.
Der Flurnamen „Mühlenbitze“ und der Straßennamen „Mühlenbergstraße“ verweisen auf den Standort.
Gebäude
Das Fachwerkensemble besteht aus dem zweigeschossigen Fachwerkwohn- und Mahlgebäude, an das ein Vorbau anschließt. Parallel dazu / gegenüber liegt ein Wirtschaftsgebäude mit Bruchsteinerdgeschoss, etwas versetzt dahinter steht das ehemalige Gesindehaus aus Fachwerk.
Geschichte
Die heutigen Gebäude stammen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Am Standort hat aber vermutlich bereits viel früher eine Mühle bestanden. Helmut Fischer (2022, S. 22-24) schreibt zur Geschichte der Hermesmühle:
- Die Hermesmühle als Siedlung besteht 1851 aus den „Höfen“ mit der Mühle in der Bürgermeisterei Uckerath und dem Weiler in der Bürgermeisterei Hennef.
- Personennennungen mit möglichem Bezug zur Hermesmühle: „gerart yn der moelen“ (1487) und „Herman in der mullen“ (1522).
- „1643/45 geht die Grenze zwischen den Kirchspielen Geistingen und Uckerath “in die hermansmühlr durch dietrichs schewren dähn hindurch„. Der Name erinnert wohl an einen Besitzer namens Hermann.“
- „1643/45 wiederum besitzt Peter Dambroich eine Kornwassermühle am Hanfbach in der Honschaft Wellesberg unterhalb der Ortschaft Wiersberg.“
- „1648 wird Theodorus Molitor in der Hermes Mullen genannt. An dieser Stelle stand vorher eine Ölmühle, die eine landesherrliche Gebühr von 1 Goldgulden einbrachte, zahlbar an die Rentmeisterei in Blankenberg. Heinrich Dambroich hat um eine Verlegung auf sein Eigentum gebeten.“
- „Um die Mitte des 18. Jahrhunderts gehört die Mühle dem Landeshauptmann Sybertz.“
- „Später geht sie in das Eigentum des Schultheißen Hubert Stockhausen über.“
- „1832 beantragt der Müller Matthias Weber aus Büllesbach die Erlaubnis, die Mühle in Hermesmühle um zwei Mahlgänge für Hafer, Weizen und Gerste sowie eine Ölpresse zu erweitern.“
- „1839 war Johann Westerhausen Eigentümer und Selbstnutzer.“
- „1872 wird sie noch von Johann Westerhausen betrieben.“
- „1910 hatte der Ackerer Ferdinand Weiß die Anlage in Besitz.“
- „Der letzte Müller Wilhelm Schmitz kam am Ende des Zweiten Weltkriegs bei einem Tieffliegerangriff ums Leben.“
Baudenkmal
Das Objekt „Mühlengebäude, Fachwerkhofanlage, “Hermesmühle„ (Hausnummer 7-9)“ ist eingetragenes Baudenkmal Nummer A 88 der Denkmalliste der Stadt Hennef.
Hinweis
Das Objekt „Hermesmühle am Hanfbach in Hennef“ ist wertgebendes Merkmal des Kulturlandschaftsbereichs Hanfbachtal (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 451)
(Julia König, LVR-Abteilung, Kulturlandschaftspflege, 2026)
Internet
www.hennef.de: Liste der Baudenkmäler der Stadt Hennef (abgerufen 15.06.2026)