Ehemalige Burg Affelderle bei Wörth

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Wörth am Rhein
Kreis(e): Germersheim
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 02′ 42,9″ N: 8° 15′ 36,02″ O 49,04525°N: 8,26°O
Koordinate UTM 32.445.924,14 m: 5.432.749,79 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.445.977,96 m: 5.434.484,02 m
  • Grundriss der Burg Affelderle bei Wörth

    Grundriss der Burg Affelderle bei Wörth

    Copyright-Hinweis:
    Helmut Bernhard u. Dieter Barz, Frühe Burgen in der Pfalz. Ausgewählte Beispiele salischer Wehranlagen, in: Burgen der Salierzeit, Tl. 2 (RömischGermanisches Zentralmuseum. Forschungsinstitut für Vor- und Frühgeschichte. Monographien, Bd. 26), hrsg. v. Horst W. Böhme, Sigmaringen 1991, S. 128
    Fotograf/Urheber:
    Sammlung Jürgen Keddigkeit
    Medientyp:
    Bild
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Letztlich ist die Gründung von Burg Affelderle unbekannt. Manfred Bader, der sich auf überlieferte Flurnamenbelege (1574 allda etwan ein Schloß Streitberg genannt gestanden seyn soll) beruft, nimmt nicht unbegründet an, die Burg südwestlich der Stadt Wörth im Walddistrikt „Dorsch-Berg“ habe ursprünglich den Namen „Streitberg“ getragen. Allgemein wird vermutet, dass die heute Burg Affelderle genannte Anlage möglicherweise, der Sicherung und Verwaltung des Rheinüberganges und der umliegenden, umfangreichen Frohnhofkomplexe (72 Hofgüter) des Klosters Weißenburg diente.
Weitere Aussagen zur Burggeschichte sind jedoch mangels urkundlicher Überlieferung nicht möglich. Lediglich die zu vermutende Bauweise und Kleinräumigkeit der Anlage verweisen auf eine Entstehung im 12. Jahrhundert. Offensichtlich existiert die Burg nur kurze Zeit.

Baubeschreibung
Die frei zugängliche Burgstelle Affelderle befindet sich südlich der Wörther Burgstraße an der Einmündung des Heilbaches in die Rheinaue. Aus der dortigen zehn bis zwölf Meter hohen Terrassenspitze wurde eine ca. 20 x 25 Meter große Fläche herausgearbeitet, die an der Nord- und Westseite - heute stark verschliffene - Gräben von der übrigen Plateaufläche trennten und schützten.
1858 sollen innerhalb dieses Areals angeblich „alten Gemäuer“ freigelegt worden sein, doch weist das eigentliche Burgplateau heute lediglich im Nordwesten und im Südosten zwei unterschiedlich hohe Aufhügelungen auf. Sie werden als Standorte ehemaliger Burgbauten gedeutet. Da weder Mauerreste noch Bauschutt in diesen Bereichen aufgefunden wurden, kann man davon ausgehen, dass es sich nicht um steinerne, sondern hölzerne Baulichkeiten handelte. Reste einer Ummauerung des Areals sind ebenfalls nicht nachzuweisen.
Möglicherweise ist eine zungenförmigen Terrasse (ca. 15 Meter lang und acht Meter breit) südlich der Kernburg am Hang zwischen dem Hochufersporn und dem Heilsbach Plateau mit dem Standort eine kleinen Vorburg gleichzusetzen. Auch hier sind - ebenso wie in der Kernburg - keinerlei Mauerreste oder Schuttablagerungen sichtbar.
Ähnlich der etwa gleich großen Burg Affalterloch dürfte es sich um eine recht kleine Turmhügelburg bzw. eine „Motte“ gehandelt haben.

(Jürgen Keddigkeit, Kauserslautern, 2023)

Literatur

Bader, Manfred / Bader, Manfred; Ritter, Albert; Schwarz, Albert (Hrsg.) (1983)
Die Turmhügelburg "Affelderle". In: Ortschronik, Bd. 1, S. 133-148. Wörth am Rhein.
Bernhard, Helmut; Barz, Dieter (1991)
Frühe Burgen in der Pfalz. Ausgewählte Beispiele salischer Wehranlagen. In: Burgen der Salierzeit, Tl. 2 (RömischGermanisches Zentralmuseum. Forschungsinstitut für Vor- und Frühgeschichte. Monographien, Bd. 26, S. 125-175. S. 127f, Sigmaringen.
Keddigkeit, Jürgen / Keddigkeit, Jürgen; Scherer, Karl; Übel, Rolf; Burkhart, Ulrich (Hrsg.) (2021)
Affeldere. In: Pfälzisches Burgenlexikon, Bd. 1, S. 63-65. Kaiserslautern.

Ehemalige Burg Affelderle bei Wörth

Schlagwörter
Ort
Wörth am Rhein
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Archivauswertung

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Jürgen Keddigkeit: „Ehemalige Burg Affelderle bei Wörth”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-346036 (Abgerufen: 19. April 2024)
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