Stumm-Orgel in der Pfarrkirche in Treis

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Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Treis-Karden
Kreis(e): Cochem-Zell
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 10′ 23,01″ N: 7° 18′ 9,92″ O 50,17306°N: 7,30276°O
Koordinate UTM 32.378.803,79 m: 5.559.251,12 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.593.108,77 m: 5.560.470,80 m
  • Die Orgel in der Pfarrkirche Sankt Johannes der Täufer in Treis (2022)

    Die Orgel in der Pfarrkirche Sankt Johannes der Täufer in Treis (2022)

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  • Die Holzpfeifen der Stumm-Orgel in der Pfarrkirche in Treis (2012)

    Die Holzpfeifen der Stumm-Orgel in der Pfarrkirche in Treis (2012)

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  • Die Inschrift an der Stumm-Orgel in der Pfarrkirche in Treis (2012)

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  • Die Keilbalkenanlage der Stumm-Orgel in der Pfarrkirche in Treis (2012)

    Die Keilbalkenanlage der Stumm-Orgel in der Pfarrkirche in Treis (2012)

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  • Das Leergehäuse der Stumm-Orgel in der Pfarrkirche in Treis (2012)

    Das Leergehäuse der Stumm-Orgel in der Pfarrkirche in Treis (2012)

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  • Orgelprospekt der Stumm-Orgel in der Pfarrkirche in Treis (2012)

    Orgelprospekt der Stumm-Orgel in der Pfarrkirche in Treis (2012)

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  • Das Unterwerk mit den Orgelpfeifen der Stumm-Orgel in der Pfarrkirche in Treis (2012)

    Das Unterwerk mit den Orgelpfeifen der Stumm-Orgel in der Pfarrkirche in Treis (2012)

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  • Ventile und Dichtungen der Stumm-Orgel in der Pfarrkirche in Treis (2012)

    Ventile und Dichtungen der Stumm-Orgel in der Pfarrkirche in Treis (2012)

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  • Windlade und Ventile der Stumm-Orgel in der Pfarrkirche in Treis (2012)

    Windlade und Ventile der Stumm-Orgel in der Pfarrkirche in Treis (2012)

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In der Pfarrkirche Sank Johannes der Täufer in Treis befindet sich eine Stumm-Orgel, die im Jahre 1837 fertiggestellt wurde. Diese Orgel erfuhr mit der Zeit einige Veränderungen. Im Anschluss an die Restaurierungsarbeiten im Inneren der Kirche war 2012 der Baubeginn zur Restaurierung der in die Jahre gekommenen Stummorgel. Ziel war es den Zustand zur Zeit des Neubaus wieder herzustellen. Lediglich die Stimmtonhöhe wurde vereinheitlicht auf 439 Hz für a‘, so dass eine Begleitung mit Blasmusikinstrumenten harmonisch erfolgen kann.

Geschichte
Am 6. Juni 1835 wurden die Gebrüder Franz-Heinrich und Karl Stumm aus Rhaunen bei Sulzbach vom damaligen Pfarrer Löhr und Bürgermeister Reis beauftragt in der im Jahre 1831 fertiggestellten Pfarrkirche eine Orgel einzubauen. Im Juli 1837 erfolgte die Fertigstellung des einzigartigen Instrumentes. Der erste Organist hinterließ eine Inschrift an der Rückwand im inneren des Untergehäuses:

„Vom 19ten Februar des Jahres 1838 bis Oktober 1839 war ich Organist dieser herrlichen Orgel der Gemeinde Treis. Gebe Gott, dass dieses schöne und gute Werk zur Verherrlichung des Gottesdienstes immer so gehandhabt werde wie ich es zu thun mich stets bemühte, Treis den 15ten… Hauck“

Die besondere Gehäuseform hat die Firma Stumm genau nach den Plänen des Baumeisters der Kirche, Johann Claudius Lassaulx, gefertigt. Das Design des Spitzbogenprospektes mit den eingearbeiteten Ornamenten, aufgesetzten Weintrauben und Blättern wiederholt sich in den Fenstern, Sitzbänken und Seitenaltären.

Einweihung
Als am Sonntag den 23. Februar 2014 das Kircheninstrument vom damaligen Abt Benedikt Müntnich vom Kloster Maria Laach, einem Sohn der Gemeinde Treis, in einem Festgottesdienst geweiht wurde, war die Freude groß. Im Anschluss gab es noch ein kleines Konzert mit dem Titel von Johann Sebastian Bach: „Toccata in d-Moll“ hierbei konnten die Zuhörer die „Königin der Instrumente“ nicht nur hören sondern auch spüren.
Der Kostenaufwand für die Restaurierung von 250 000 Euro hat sich gelohnt und einige namhafte Konzertorganisten haben bereits die Besonderheiten des Instrumentes kennen und schätzen gelernt. Schon damals wurde das Werk als solide, kunstvoll und zugleich angenehm gerühmt.

Umbaumaßnahmen
Die ersten Klangveränderungen wurden 1900 durch Christian Gerhard aus Boppard durchgeführt. Die Dispositionsänderung erfolgte 1930 durch die Firma Klein aus Obersteinbach. Der mechanische Umbau der Spielanlage und eine weitere Dispositionsänderung erfolgte 1962 durch den Kölner Orgelbauer Helmut Seifert unter der Leitung von Dr. Bösken. Im Oktober 2012 wurde das gesamte Innenleben der Orgel katalogisiert, zerlegt und im Container nach Köln zur Werkstatt der Orgelbaufirma Klais transportiert. Zwischenzeitig forschte man nach den Spuren der original Farbgebung des Prospektes. Es waren Spuren der blauen Hintergrundfarbe erkennbar wie auch die Vergoldungen des Blattwerkes. Auf Grundlage dieser Ergebnisse wurde die Restaurierung des Prospektes ausgeführt und passt nun wunderbar zum Gesamtbild des Innenraumes. Der Wiederaufbau der renovierten Orgelbauelemente begann im Mai 2013 und dauerte bis Februar 2014.

Windanlage
Bei der ersten Änderungsmaßname im Jahr 1900 wurde die Keilbalganlage durch einen großen Magazinbalg mit Schleudergebläse im Orgelinneren unter dem Pedalwerk eingebaut. Das Ziel der 2012 begonnenen Restaurierung war möglichst nahe am ursprünglichen Zustand der Orgel und somit ihre besonderen Qualitäten wieder herzustellen. Dazu gehört auch die neue Drei-Keilbalg-Anlage im Raum hinter der Empore. Sie sorgt nun für kräftigen Windnachschub damit auch die vier 16' (Fuß) Register kräftig klingen können. Die Keilbalganlage wird elektrisch betrieben und kann auch bei Bedarf durch menschliche Kraft bedient werden.

Mechanik
Bei der Restaurierung wurden alle Windladen, entsprechend der damaligen Bauweise, mit Ziegenlederdichtungen ausgestattet. Die Firma Stumm bevorzugte zur Abdichtung der Ventilzüge Ziegenlederpulpeten, sie wurden originalgetreu wiederhergestellt. Der mechanische Spieltisch wurde komplett rekonstruiert und wieder mit Pedal - und Schiebekoppelzug ausgestattet. Die Orgel ist mit 29 Registern eines der großen erhaltenen Werke der Werkstatt Stumm aus dieser Zeit. Das Unterwerk ist mit 560 Pfeifen, das Hauptwerk mit 728 Pfeifen und das Pedalwerk mit 216 Pfeifen bestückt. Das Hauptwerk des Instrumentes ist eines der seltenen Werke aus dem 19. Jahrhundert mit original Principal 16' Prospektpfeifen.

Disposition
I. UNTERWERK C-g3II. HAUPTWERK C-g3PEDALWERK C-f1
Principal 8'Principal 16'Sub Baß 16'
Gros Gedackt B/D 8'Bordon 16'Violon 16'
Flautravers 8'Principal 8'Octav Baß 8'
Geigenprincipal 4'Salicional 8'Octav 4'
Spitzflöte 4'Viole de Gambe 8'Posaun Baß 16'
Fernflöte 4'Quintatoene 8'Trompet 8'
Gemshorn 4'Octav 4' -
Octav 2'Salicional 4'KOPPELN
Flageolette 1'/2'Klein Gedackt 4'I - II
Krumhorn 8'Quint 3'II - P
- Octav 2' -
- Mixtur III 2' -


(Hermann-Josef Spies, Ortsgemeinde Treis-Karden, 2022)


Internet
treis.pg-treis-karden.de: Förderverein - Freunde der Pfarrkirche Treis zur Stumm-Orgel (abgerufen 03.04.2023)
de.wikipedia.org: Stumm (Orgelbauerfamilie) (abgerufen 03.04.2023)

Literatur

Bösken, Franz (1980)
Die Orgelbauerfamilie Stumm aus Rhauen-Sulzbach. Mainz.

Stumm-Orgel in der Pfarrkirche in Treis

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Am Plenzer 4
Ort
56253 Treis-Karden - Treis
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger

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Hermann-Josef Spies (2022): „Stumm-Orgel in der Pfarrkirche in Treis”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-345256 (Abgerufen: 21. Juni 2024)
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