Für diesen Standort sind laut Adressverzeichnis von 1795 und Urkataster mindestens drei Töpfer nachweisbar:
STATZ, JUST Töpfer laut Adressverzeichnis von 1795 (Heeg 1994), der in der Hausnummer 60 wohnte.
Danach lebte hier sein Sohn, der Töpfer Peter Statz. 'Just' ist eine Kurzform für den Namen Jodokus:
STATZ, PETER Töpfer - 1784 geb. zu Frechen, Sohn der Ehel. Jodokus St. und Christine Statz, Sterbereg. 81/1832 - 1806 Okt. 16 zeigt den Tod des Vaters an, ebd. 89/1806 - 1832 Sept. 12 stirbt zu Frechen; Ehefrau war Katharina Hosdorf, ebd. 81/1832 (Göbles 1971).
1835 heiratete der Töpfer und Kannenbäcker Heinrich Lövenich Elisabeth Statz, Peters Tochter und hat hier vielleicht auch nach dem Tod des Peter Statz produziert. Jedenfalls ist Heinrich Lövenich im Jahr 1850 in einer Handwerkerliste der Bürgermeisterei Frechen unter der Hausnummer 78 (StAF 182 fol 20) genannt, die sich in diesem Jahr auch in dem Bereich der Grundstücke Z 14, 15, 16 befunden hat. 1842 wurden diese Grundstücke von einem Peter Statz (Sohn des Peter Statz?) an Adam Ploog zu Stüttgenhof verkauft. Im Urkataster ist für das Jahr 1875 wieder ein Heinrich Lövenich als Eigentümer vermerkt (ein Nachfahre des Töpfers Heinrich Lövenich?) (LA NRW R 7214 / 1875).
LÖVENICH, HEINRICH „Töpfer, Kannenbäcker - 1805 Mai 20 geb. zu Frechen, Sohn des Töpfers Sebastian L. und der Elisabeth Lövenich, Geburtsreg. 80/1805 - 1835 Febr. 11 heir. Elisabeth Statz, Tochter des Kannenbäckers Peter St., 23 Jahre alt, aus Frechen, Traureg. 2/1835 - 1838 März 5 zeigt den Tod des Vaters an, Sterbereg. 25/ 1838 - 1842 Dez. 4 zeigt den Tod des Sohnes Peter an, ebd. 122/1842 - 1843 Apr. 12 zeigt den Tod der Mutter an, ebd. 60/1843 - 1845 März 27 zeigt den Tod des Sohnes Heinrich an, ebd. 51/1845 - 1850 in einer Handwerkerliste erwähnt, StaF Akt. 182 fol. 20 - 1853 Sept. 10 stirbt zu Frechen als Witwer, Sterbereg. 87/1853“ (Göbels 1971).
In dieser Hofanlage wurde während der Begehung zur Erstellung eines Kellerkatasters für die Stadt Frechen in den Jahren 1993-1995 ein Irdenwareofen identifiziert:
„Er ist nach ganz ähnlichem Prinzip wie der bereits in der direkten Nachbarschaft vom RAB (LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland) untersuchte sogenannte 'Meloni-Ofen', aus der Alte Str. 143, ebenfalls ein Irdenwareofen, errichtet. Der Grundriß ist oval und verjüngt sich nach Norden, wo der ehemalige Brennraum liegen müsste. Auch dieser Ofen hat eine intakte Brennraumkuppel. Er ist jedoch kleiner und nicht so gut erhalten, da der Brennraumboden nicht mehr vorhanden ist und er einige Umbauten erfahren hat. Ein solch nahezu komplett erhaltener Töpferofen aus dem 18./ 19. Jh. ist nicht nur für das Rheinland ein außergewöhnliches Denkmal - ob nun als Bau- oder Bodendenkmal für das Töpfereigewerbe historischer Zeit“ (Angela Rosenstein, Kommentar zum Kellerkataster Frechen 12/1995, S. 3).
Kulturhistorische Bedeutung
Das Wohnhaus in der Alte Straße ist zusammen mit dem Töpferofen eines der letzten Zeugnisse für die Töpfereigeschichte der Stadt Frechen und hat somit Seltenheitswert. Es repräsentiert die Wohn- und Arbeitsverhältnisse der Töpferei im 19. Jahrhundert.
(Nicole Schmitz, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2026)
Quellen
Ortsarchiv LVR-Amt für Bodendenkmalpflege
- Rosenstein, Angela (1995): Kommentar zum Kellerkataster Frechen 12/1995 .
- StAF 182 fol 20
- LA NRW R 7209 / 1842: Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Akte 7209 / 1842
- LA NRW R 7214 / 1875: Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland Akte 7214 / 1875