Das Fabrik- und Produktionsareal
Zum Komplex des ursprünglich 1870/71 als Dynamitfabrik Kayser & Co. begründeten Werks Schlebusch der Dynamit Nobel AG gehört das ausgedehnte Produktionsareal, das über einen Zugangsbereich an der östlichen Seite, am Südende des Kalkwegs, erschlossen wird. Hier befand sich auch die heute aufgrund der Abstandsbestimmungen für Sprengstoff- und Chemiebetriebe vollständig verschwundene Werkssiedlung der Dynamit AG mit ehemals zahlreichen Beamten- und Arbeiterhäusern sowie Direktorenvillen.
Über historische Gebäude innerhalb des Werksareals liegen keine Erkenntnisse vor. Von besonderem Interesse sind die während des Ersten Weltkriegs erstellten massiven Produktionsgebäude, von denen eines 1984 trotz Erhaltungsbemühungen abgebrochen wurde. In den 1950er- und 1960er-Jahren entstanden innerhalb des Werks auch neue Sozialgebäude in zeittypischen Formen.
Als einziges repräsentatives Gebäude am Werkseingang hat sich ein Verwaltungsgebäude der Zeit um 1914 erhalten. Es bildet mit einem historischen Pförtnergebäude sowie einer kleinen Parkanlage mit der Büste Alfred Nobels (1833-1896) ein Ensemble.
Das Verwaltungsgebäude
Das Verwaltungsgebäude an der Werkspforte, ein querliegender, eingeschossiger Baukörper auf hohem, glattem Backsteinsockel mit Mansarddach - steht mit seiner östlichen Schmalseite zum Vorplatz. Am gegenüberliegenden Ende besitzt der Bau einen schmalen Seitenflügel, wodurch insgesamt ein winkelförmiger Grundriss entsteht. Die schlichte Fassade ist verputzt; Kanten, Sockel und Abschluss sind mit Streifen von Sichtbackstein betont; in die Putzflächen sind jeweils große, hochrechteckige Fenster eingelassen. Die Hauptfassade nach Norden ist neun in Haupt- und Dachgeschoss vorhandenen Fensterachsen breit; die drei mittleren bilden einen leicht vorspringenden, vor das Mansarddach gestellten zweigeschossigen Risalit mit in Backstein angedeuteter Pilastergliederung und flachem Dreiecksgiebel. An der östlichen Schmalseite zum Vorplatz befindet sich ein durch abgetrepptes Backsteingewände mit dünner Abdeckplatte gerahmtes, nur um vier Stufen erhöhtes Portal, begleitet von zwei großen, dreigeteilten Fenstern.
Auf der oberen Wandfläche der Schmalseite nach Osten ist auf fast ganzer Hausbreite in Metalllettern der seit 1959 gültige Firmenname „Dynamit Nobel A. G.“ mit dem kleiner in zwei Zeilen ergänzten „Werk Schlebusch“ angebracht.
Abgesetzt vom Verwaltungsgebäude befindet das in gleicher Formensprache gehaltene, eingeschossige Pförtnerhaus. Zwischen Verwaltung und Pförtner lag der historische Werkseingang, der später auf die Nordseite des Pförtnerhauses verlegt wurde.
(Alexander Kierdorf, Institut. Industrie-Kultur-Geschichte-Landschaft, 2021)
Quelle
Stadt Leverkusen, Stadtarchiv, Hausakten Kalkweg 218.
Internet
www.novasep.com: Our Locations (abgerufen 24.02.2022)
leverkusen.rheinische-industriekultur.com: Dynamit Nobel Sprengstofffabrik (Text Alexander Kierdorf, abgerufen 27.01.2026)