Verwaltungsgebäude der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) in der Friedrich-Ebert-Straße in Neustadt

ehemaliges Verwaltungsgebäude der pfälzischen Bezirksregierung, ehemalige Bezirksregierung Rheinhessen-Pfalz

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Denkmalpflege, Landeskunde, Architekturgeschichte
Gemeinde(n): Neustadt an der Weinstraße
Kreis(e): Neustadt an der Weinstraße
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 21′ 4,66″ N: 8° 08′ 48,88″ O 49,3513°N: 8,14691°O
Koordinate UTM 32.438.043,35 m: 5.466.858,80 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.438.094,00 m: 5.468.606,53 m
  • Verwaltungsgebäude Friedrich-Ebert-Straße 14 Neustadt

    Verwaltungsgebäude Friedrich-Ebert-Straße 14 Neustadt

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    SGD Süd
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  • Gartenhof des Verwaltungsgebäudes Friedrich-Ebert-Straße 14 Neustadt

    Gartenhof des Verwaltungsgebäudes Friedrich-Ebert-Straße 14 Neustadt

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  • Foyer des Verwaltungsgebäudes Friedrich-Ebert-Straße 14 Neustadt

    Foyer des Verwaltungsgebäudes Friedrich-Ebert-Straße 14 Neustadt

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    Verwaltungsgebäude Friedrich-Ebert-Straße 14 Neustadt

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Das Verwaltungsgebäude der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd in der Friedrich-Ebert-Straße 14 in Neustadt an der Weinstraße ist einer der bedeutendsten Verwaltungsbauten in Rheinland-Pfalz. Der schwungvoll gestaltete Komplex im Baustil der 1950er Jahre verbindet gekonnt staatliche Repräsentation mit offener und bürgerfreundlicher Leichtigkeit. Es symbolisiert den für die Nachkriegszeit typischen Aufbruch in die Moderne und die neue Demokratie der Bundesrepublik Deutschland samt ihrer Verwaltung.

Baubeschreibung
Geschichte
Einweihungsfeier 1955
Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd
Kulturdenkmal
Quellen, Internet

Baubeschreibung
Nach den Plänen der Bauabteilung des rheinland-pfälzischen Ministeriums der Finanzen und Wiederaufbau wurde das Verwaltungsgebäude in der Friedrich-Ebert-Straße 14 unter Führung von Dr. Max Schmitt (1891-1963) in Zusammenarbeit mit Rudolf Coen in den Jahren 1954/55 erbaut. Die Baukosten lagen bei etwa 1,7 Millionen Deutsche Mark. Ein vollbeschäftigter Arbeitnehmer verdiente 1955 im Monat im Schnitt 213 DM brutto, ein Beamter im gehobenen Dienst A11 zwischen 133 und 192 DM. Zum Vergleich: Ein Kilogramm Brot kostete 1954 etwa 0,68 DM.

Der vierflügelige Komplex wurde in Stahlbetonbauweise mit Flugdächern errichtet. Die Grundstücksfläche beträgt 7.461 Quadratmeter. Die Mietfläche (die SGD Süd ist Mieter beim Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung, dem das Gebäude gehört) beträgt 8.783 Quadratmeter. Die Anzahl Büroräume beläuft sich auf 283. Hinzu kommen 90 Funktionsräume (Toiletten, Aufzugsanlagen, Archiv-, Lager- und Heizungsräume).

Der sechsstöckige Hauptflügel ist konkav geschwungen und überragt die drei anderen Gebäudeteile. Auf dem Dachgeschoss befindet als sechstes Stockwerk sich ein kleinerer Gebäudeaufsatz, in dem die Kantine untergebracht ist. Die Fassade des Hauptflügels ist fein und symmetrisch gegliedert. Diese Rasterbauweise zeichnet sich durch Bandartige Fensterreihungen und beigefarbene, gestreift geflieste Brüstungsfelder aus. Die seitlich-äußeren Abschnitte sind mit erneuerten Travertinplatten verkleidet (Huyer 2008, S. 94). Der Weg ins Gebäude führt durch einen fast völlig in Glas gehaltenen zweigeschossigen Eingangsbereich, der sich als Kontrast zur Fassade entgegengesetzt krümmt, was den Schwung des Gebäudes noch zusätzlich betont. Den Eingangsbereich ziert das Landeswappen von Rheinland-Pfalz. Foyer und Eingangsbereich sind großzügig, hell und offen und mit Naturboden gestaltet. An der Rückseite befindet sich ein großer Sitzungssaal, in dessen Vorraum eine Reliefplastik einer weiblichen Figur steht, die zwei Herzen hält. Sie stammt vom in Kaiserslautern geborenen Münchner Künstler Emil Krieger (1902-1979). Die Rückwand zum Innenhof in den oberen Stockwerken ist mit einer großen Glasfront ebenfalls offen gestaltet. Eine markant geschwungene, oval gestaltete Treppe führt in die oberen Stockwerke, die alle ähnlich aufgeteilt und übersichtlich gestaltet sind. Über den Eingangsbereich sind die Seitenflügel zu erreichen. Über eine Wendeltreppe kommt man in die Kantine. Wahlweise steht auch ein Aufzug zur Verfügung.

Die beiden geraden Seitenflügel und der Rückflügel umschließen den trapezförmigen Innenhof. Die Seitenflügel wurden von vier auf fünf Stockwerke erhöht, der Rückflügel von ursprünglich drei auf vier. Die Enden der Seitenflügel sind wie der Hauptflügel mit Travertinplatten verkleidet. An der Rückseite der beiden Seitenflügel mit ihren verglasten Treppenhäusern befindet sich ein Zugang über leichte Brücken, die heute aber nur noch als Notausgang dienen. Die Büros verfügen größtenteils über Parkettböden.

Insgesamt ist das Gebäude in der Friedrich-Ebert-Straße 14 ein imposantes Beispiel für die Architektur der 1950er Jahre, die mit Schlichtheit, klaren Linien und Offenheit überzeugt. Im Vergleich zu den kaiserzeitlichen, stark verzierten Historismus-Gebäuden und den Monumentalbauten der 1930er und 1940er Jahre, wollten die Auftraggeber und Architekten der 1950er Jahre von diesen Zeiten deutlich distanzieren und legten Wert auf Offenheit, Freundlichkeit und im wahrsten Wortsinn eine „Gläsernheit“ ihrer Verwaltung, die in der neu gegründeten Bundesrepublik als Dienstleister für ihre Bürgerinnen und Bürger auftrat.
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Geschichte
Jahrelang waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bezirksregierung der Pfalz im Haus der Industrie- und Handelskammer am Eck Friedrich-Ebert- (damals Kaiserstraße) und von-der-Tann-Straße sowie in improvisierten Baracken an der Wiesenstraße in Neustadt untergebracht. Teure Mieten und die unbefriedigenden Unterbringungsverhältnisse führten dazu, dass der damalige Regierungspräsident Dr. Franz Pfeffer (1900-1979, Regierungspräsident von 1951-1966) bei der rheinland-pfälzischen Landesregierung einen Neubau eines Regierungsgebäudes beantragte. Intensive, emotionale und kontroverse Diskussionen begleiteten das Vorhaben, wie den Tageszeitungen der Zeit zu entnehmen ist. Denn bislang gab es mit Neustadt und Speyer zwei Verwaltungsstandorte. Speyer war bereits seit 1816 Sitz der Regierung der Pfalz, als die Pfalz noch zum Königreich Bayern gehörte. Im Jahr 1949 beschloss der Ministerrat des nach dem Zeiten Weltkrieg (1939-1945) neu geschaffenen Bundeslands Rheinland-Pfalz, die Provinzialregierung umzuwandeln. Ab 1952 entstand die Bezirksregierung Pfalz mit damals 423 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, davon 308 in Neustadt in sechs verschiedenen Gebäuden und 115 in Speyer in weiteren fünf Gebäuden. Anfang 1952 entschied die Landesregierung, dass die Bezirksregierung nach Neustadt an der Weinstraße kommt und ein neues Dienstgebäude gebaut wird. Vorausgegangen war eine Abstimmung aller Pfälzer Landtagsabgeordneten, die zugunsten der Stadt an der Weinstraße ausging. Noch im selben Jahr 1952 schrieb das Land einen Ideenwettbewerb aus, an dem sich zahlreiche Architekten aus Rheinland-Pfalz beteiligten. Doch nicht alle preisgekrönten Entwürfe konnten verwendet werden, da sie nicht die Belange der Verwaltung erfüllten (Die Rheinpfalz, 11. März 1955).

Im Dezember 1953 begannen die Vorbereitungen für den Bau. Die Stadt Neustadt stellte kostenlos ein 7800 Quadratmeter großes Grundstück zur Verfügung. Das Gelände war unbebaut. Darauf befanden sich Schrebergärten und ein Bach floss durch. Ein Löffelbagger bewegte rund 2400 Kubikmeter Erde auf einer Fläche von rund 1240 Quadratmetern (Die Rheinpfalz, 11. März 1955). Bohrpfähle wurden rund 12 Meter tief in den Erdboden gerammt. Diese Stahlpfähle mit einer Tragkraft von 50 bis 70 Tonnen sorgen für Stabilität. Zuerst wurde das Hauptgebäude in die Höhe gezogen. Wie die Tageszeitung die Rheinpfalz am 17. Juli 1954 schreibt, war der Rohbau in diesen Tagen fertiggestellt worden, sogar eine Woche früher als geplant, „obwohl die eisigen Winterwochen zu langem Warten zwangen“. 70 Arbeiter seien täglich auf der Baustelle gewesen. Alle 14 Tage sei ein Stockwerk gewachsen. Am 1. Februar 1955 ist der Hauptbau eröffnet worden, nachdem der Umzug der ersten Abteilungen ohne großes Aufsehen über die Bühne gegangen ist (Die Rheinpfalz vom 2.2.1955). 158 standen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu Verfügung mit insgesamt 19000 Kubikmetern umbauten Raumes.

Am 28. September 1954 war mit dem Bau der beiden Seiten- und des Verbindungsflügels sowie des großen Sitzungssaals begonnen worden - 123 weitere Zimmer. Ende November 1955 wurden die beiden Seitenflügel sowie der Verbindungsflügel im Süden fertiggestellt.
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Einweihungsfeier 1955
Mit einer Feierlichkeit wurde das Verwaltungsgebäude in der Friedrich-Ebert-Straße 14 am 12. März 1955 offiziell übernommen. Dazu reiste auch der damalige rheinland-pfälzische Ministerpräsident Peter Altmeier (1899-1977, Regierungszeit 1947-1969) an. In einem Geleitwort lobte er das Haus als „würdigen Mittelpunkt des Verwaltungslebens“ und „sichtbares Zeugnis des Leistungs- und Gestaltungswillens unseres Landes und der engen Verbundenheit zwischen der Landesregierung und der Pfalz. Mögen alle, die künftig in diesem Hause arbeiten, unablässig bemüht sein, ihre ganze Kraft dem Wohle der pfälzischen Bevölkerung zu widmen und damit unserem gesamten Lande zu dienen“ (Pfälzer Tageblatt und Die Rheinpfalz vom 12.3.1955). Auch der Staatsminister des Innern, Dr. Alois Zimmer (1896-1973), schloss sich dem Lob an: „In dem zweckmäßigen Neubau können sie [die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter] nunmehr weit wirkungsvoller zum Wohle ihrer Heimat und zum Wohle des Landes arbeiten.“ Dr. Wilhelm Nowack (1897-1990), Minister für Finanzen und Wiederaufbau, fügte hinzu, dass ein „echter Mittelpunkt“ für die Verwaltung geschaffen worden sei. „Das Bauwerk, mit dem Blick auf die Zukunft geplant, möge Zeuge einer glücklichen Zukunft sein!“

In der regionalen Presse hat das Verwaltungsgebäude in der Friedrich-Ebert-Straße 14 durchaus für Aufsehen gesorgt. So titelte Die Rheinpfalz am 12. März 1955: „Dem Dienst an der Pfalz geweiht“. Auf einer Sonderseite heißt es im Leitartikel, dass das „stattliche Haus“ für die Pfalz und die Pfälzer gebaut worden sei. „In ihm [dem Verwaltungsgebäude] vollzieht sich zu einem nicht unwesentlichen Teil die Arbeit, die nun einmal in einem staatlichen Gebilde nötig ist. Selbst wenn sie nicht immer die Beachtung und Anerkennung findet, die sie verdient, muß sie doch getan werden.“ Die Zeitung würdigt das Haus als den Bau, der das „klare, nüchterne Gesicht unserer modernen Zeit trägt“. Besonders hebt das Blatt die Eingangshalle und das Treppenhaus hervor. „Von der Eingangshalle, dem Herzstück des Regierungsbaues, schwingt sich in eleganter Windung die breite Treppe hinauf bis in das fünfte Obergeschoß. Hier übernimmt eine schmale Treppe diesen Schwung und setzt ihn in enger Spirale fort bis zum Aufenthaltsraum, der im Dachbau untergebracht worden ist.“

Bereits am 8. Februar 1955 würdigt Die Rheinpfalz das Regierungsgebäude als „klar und nüchtern“ mit einer bewundernswerten „Harmonie des gesamten Baukörpers [mit] den farbigen Fußboden, zu dem Marmor aus Rheinland-Pfalz verwendet worden ist“. Bei der weiteren Vorstellung des neuen Gebäudes schreibt Die Rheinpfalz am 11. März 1955 von einem „ungewöhnlich schönen Bau“ mit „imposanter Konkavform“, der mit seinem vielen Fenstern etwas „bezwingend Schönes“ habe. „Das Auge trinkt sich satt an diesen modernen Formen, und so geht man mit einer gewissen Fröhlichkeit hin zum Eingang“. Insgesamt: „ein wahres Schmuckkästchen“.
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Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd
1964 wurden Ost-, Süd- und Westflügel unter dem damaligen Regierungspräsidenten Hans Keller (1920-1992) um eine Etage für etwa eine Million Mark aufgestockt, was bereits 1958 beantragt wurde. Es entstanden weitere 35 Büroräume und 600 Quadratmetern Fläche. Mit der Vereinigung der Regierungsbezirke Pfalz und Rheinhessen im Jahr 1968 lautete die neue Bezeichnung „Bezirksregierung Rheinhessen-Pfalz“. Eine Generalsanierung des Gebäudes folgte in den Jahren 1994 bis 1997 für etwa 16 Millionen Mark. Bei den Planungen zur Generalsanierung wurde in der aufgestockten Dachkonstruktion aus den 1960er Jahren Asbest entdeckt, das 1992 entfernt wurde. Vier Millionen Mark wurden dafür veranschlagt.
Es folgten kleinere bauliche Änderungen wie die Neugestaltung des Foyers im Jahre 2004 und des Innenhofes im Jahre 2008. 2014 wurde eine Photovoltaik-Anlage installiert. Fenster wurden ausgetauscht und 2021/2022 das Parkett in den Büroräumen saniert. Die Auflösung der Bezirksregierungen erfolgte Ende Dezember 1999 und seit dem 1.1.2000 hat die damals neu geschaffene Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) in dem außergewöhnlichen Gebäude ihren Hauptsitz. Eigentümer des Verwaltungsgebäudes ist seither der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung.

Kulturdenkmal
Das Verwaltungsgebäude in der Friedrich-Ebert-Straße 14 wurde am 18. März 2002 unter Denkmalschutz gestellt. Es wird im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler in der kreisfreien Stadt Neustadt an der Weinstraße (Stand 27.09.2021, dort S. 5) geführt. Der Eintrag lautet: „Verwaltungsgebäude der Bezirksregierung, Vierflügelanlage; sechsgeschossiger gekurvter Fassadenflügel, rückseitige Flügel um einen Hof, Rasterbauweise, 1954/55“.
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(Christine Brehm, Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, 2022; mit freundlicher Unterstützung der Unteren Denkmalschutzbehörde und dem Stadtarchiv Neustadt an der Weinstraße sowie dem Landesarchiv Speyer)

Quellen
Stadtarchiv Neustadt an der Weinstraße:
  • „Bezirksregierung feiert Richtfest“, in: Die Rheinpfalz vom 17.07.1954.
  • „Neues Regierungsgebäude bezogen“, in: Die Rheinpfalz vom 08.02.1955.
  • „Bezirksregierung Pfalz im neuen Amtsgebäude“, in: Die Rheinpfalz vom 11.03.1955.
  • „Dem Dienst an der Pfalz geweiht“, in: Die Rheinpfalz vom 12.03.1955.
  • „Asbest in Behördenhaus“ und „In Schutzanzügen gegen Asbest-Staub“, in: Die Rheinpfalz vom 05.08.1992.
  • „Geleitworte“, in: Pfälzer Tageblatt vom 12.03.1955.
  • „Das Werk wird vollendet“, in: Pfälzer Tageblatt vom 02.08.1955.

Internet
sgdsued.rlp.de: Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (abgerufen 04.05.2022)
www.destatis.de: Listen zu Bruttomonatsverdiensten in Deutschland (abgerufen 01.04.2022)
oeffentlicher-dienst.info: Verdienste im öffentlichen Dienst in den 1950er Jahren (abgerufen 01.04.2022)
www.was-war-wann.de: Übersicht historischer Brotpreise (abgerufen 01.04.2022)
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Literatur

Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2017)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreisfreie Stadt Neustadt an der Weinstraße. Mainz. Online verfügbar: gdke.rlp.de, Neustadt (PDF), abgerufen am 27.09.2021
Huyer, Michael (2008)
Stadt Neustadt an der Weinstraße. Kernstadt. (Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz 19,1.) S. 94/95, Worms.

Verwaltungsgebäude der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) in der Friedrich-Ebert-Straße in Neustadt

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Friedrich-Ebert-Straße 14
Ort
67533 Neustadt an der Weinstraße
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Denkmalpflege, Landeskunde, Architekturgeschichte
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Archivauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger, Übernahme aus externer Fachdatenbank
Historischer Zeitraum
Beginn 1954 bis 1955

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„Verwaltungsgebäude der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) in der Friedrich-Ebert-Straße in Neustadt”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-343013 (Abgerufen: 29. Mai 2022)
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