Gaststätte „Zur Deutschen Ecke“ und Steinzeugplastik „Braumännchen“

Gaststätte Einstein

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Frechen
Kreis(e): Rhein-Erft-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 54′ 31,73″ N: 6° 48′ 5,24″ O 50,90881°N: 6,80146°O
Koordinate UTM 32.345.434,57 m: 5.641.986,84 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.556.413,73 m: 5.641.808,47 m
  • Backsteinhaus der Gaststätte "Zur deutschen Ecke" (2014)

    Backsteinhaus der Gaststätte "Zur deutschen Ecke" (2014)

    Copyright-Hinweis:
    Nicole Schmitz / Landschaftsverband Rheinland / CC BY 4.0
    Fotograf/Urheber:
    Nicole Schmitz
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  • Inschrift über der ehemaligen Eingangstür des Gasthofes. Sie lautet: "Gasthof ZUR DEUTSCHEN ECKE / HEINRICH WALLRAF (2014)

    Inschrift über der ehemaligen Eingangstür des Gasthofes. Sie lautet: "Gasthof ZUR DEUTSCHEN ECKE / HEINRICH WALLRAF (2014)

    Copyright-Hinweis:
    Nicole Schmitz / Landschaftsverband Rheinland / CC BY 4.0
    Fotograf/Urheber:
    Nicole Schmitz
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Das Eckhaus der ehemaligen Gaststätte „Zur Deutschen Ecke“ markiert den westlichen Anfang bzw. das Ende der Hauptstraße in Frechen und befindet sich direkt gegenüber der Evangelischen Kirche. Ein entsprechendes Gegenstück am östlichen Anfang bzw. Ende der Hauptstraße und in direkter Nachbarschaft zur katholischen Kirche St. Audomar bildete damals die nicht mehr erhaltene Gaststätte „Zur Glocke“.

Töpfereistandort
Vor der Errichtung der beiden Gebäude waren hier im 19. Jahrhundert zwei Töpferbetriebe ansässig.
Zunächst lebte hier 1795 in Haus 241 der Häfner Johann Schaaf, dessen Vater Georg Schaaf auch bereits Häfner und Ackersmann gewesen war. Um das Jahr 1835 teilte er seine Grundstücke auf und verkaufte Y 182/2, 183, 184, 185/1 mit Haus, Garten, Baumgarten und Scheune an Johann Joseph Schaaf, vermutlich Töpfer, und die andere Hälfte an Wilhelm Wirtz (LA NRW R 7208/1835).

SCHAAF, JOHANN „Häfner - 1772 Aug. 13 geb. zu Frechen, Sohn des Häfners und Ackersmanns Georg Sch. und der Maria Wings, Traureg. 20/1802 - 1795 wohnt auf der Hauptstraße Südseite Nr. 241, gehört zur 4. Rotte, StaF P. T. Franzosen in Frechen fol. 54 - 1802 Juli 5 heir. Sibilla Schaaf, 24 Jahre alt, aus Frechen, Traureg. 20/1802 - 1806 Jan. 11 zeigt den Tod der Schwiegermutter an, Sterbereg. 17/1806“ (Göbels 1971).
SCHAAF, JOHANN JOSEPH „Häfner - 1794 geb, zu Frechen, Sohn der Ehel. Johann Sch. und Anna Maria Hackenbroich, Traureg. 16/1816 - 1816 Sept. 18 heir. Katharina Michels, 23 Jahre alt, aus Frechen, ebd.“ (Göbels 1971).

Die Gaststätte
Das zweigeschossige Eckgebäude wurde laut Wetterfahne im Jahr 1898 errichtet. Das links daneben stehende, zugehörige Gebäude ist vermutlich ein paar Jahre älter. Während das ältere Gebäude aus dunkelbraunem Backsteinmauerwerk gebaut ist, zeigt das jüngere Eckhaus eine schmuckvollere Fassade aus roten und gelben Formsteinen und Lisenengliederungen. Bei beiden Gebäuden sind die Fenster segmentbogig ausgebildet und ein Sägefries verläuft unterhalb des Daches. Die Ecke des Eckgebäudes ist abgeschrägt und ist einen Treppengiebel mit Wetterfahne betont. In dieser Eckseite befindet sich der rundbogige Eingang zur Gaststätte, darüber ein rundbogiges Fenster und darüber, im Giebel, eine rundbogige Nische, in der das „Braumännchen“ steht.
Das Gebäude wurde jeher gastronomisch genutzt - die Gaststätte hieß „Zur Deutschen Ecke“ und war bis zu ihrer Schließung im Jahr 2013 unter dem Namen „Einstein´s“ bekannt.

Das Braumännchen
Das Braumännchen wurde 1927 in der Giebelnische der Gaststätte aufgestellt. Die Figur besteht aus bunt bemaltem Steinzeug und entstammt der Ooms´schen Keramikproduktion. „Die fast ein Meter hohe Figur mit einem Bierkrug in der Hand steht lässig da und lächelt verschmitzt“ (keramion.de). Auf dem Bierkrug befinden sich die Initialen „RM“ sowie die Jahreszahl 1879, welche sich auf den Frechener Brauereimeister Rober Metzmacher beziehen und den Beginn seiner Bierbrautradition in Frechen markieren (keramion.de). Wie bereits angedeutet, besaß das Braumännchen einen Zwilling, der am anderen Ende der Hauptstraße an der Gaststätte „Zur Glocke“ angebracht war.

Hinweis
Das Objekt „Gaststätte zur Deutschen Ecke“ ist ein eingetragenes Baudenkmal (Untere Denkmalbehörde Frechen, laufende Nummer A 128).

(Nicole Schmitz, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2021)

Internet
keramion.de: Keramikweg; Information zur Plastik Braumännchen (Nr. 17) (abgerufen am 25.11.2021)

Quellen
LA NRW R 7208/1835

Literatur

Göbels, Karl (1971)
Rheinisches Töpferhandwerk. gezeigt am Beispiel der Frechener Kannen-, Düppen- und Pfeifenbäcker. o. O.
Heeg, Egon (1994)
Frechener Adressenverzeichnis 1795 mit Ortsplan. Düren.

Gaststätte „Zur Deutschen Ecke“ und Steinzeugplastik „Braumännchen“

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Hauptstraße 218-220
Ort
50226 Frechen
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung

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Nicole Schmitz, 2021: „Gaststätte „Zur Deutschen Ecke“ und Steinzeugplastik „Braumännchen“”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-336841 (Abgerufen: 11. September 2026)
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