Katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Elz

St. Johann

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Elz
Kreis(e): Limburg-Weilburg
Bundesland: Hessen
Koordinate WGS84 50° 24′ 48,69″ N: 8° 02′ 7,26″ O / 50,41352°N: 8,03535°O
Koordinate UTM 32.431.461,75 m: 5.585.054,57 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.431.509,19 m: 5.586.849,08 m
  • Taufbecken im Mittelschiff der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Elz (2020)

    Taufbecken im Mittelschiff der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Elz (2020)

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    Kahnt, Sibylle / Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e. V.
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    Sibylle Kahnt
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Die katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer, auch St. Johann genannt, in Elz ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie wertvolle Kunstschätze, die andernorts aussortiert wurden, eine neue Heimat fanden und damit gemäß ihrer ursprünglichen Funktion erhalten bleiben.

Die Pfarrkirche wurde zwischen 1851 und 1854 errichtet. Die Einweihung erfolgte am 19. November 1854 durch Peter Joseph Blum (1808-1884, Bischof von Limburg 1842-1884). Es handelt sich bei dem Bau um eine „Natursteinbasilika im neuromanischen Rundbogenstil“ (Kulturdenkmäler in Hessen, „Kath. Pfarrkirche St. Johann“). Der 48 Meter hohe Kirchturm wurde 1908 angebaut.

Kirchenausstattung
Der Kirchenbau ist mit barocken Altären ausgestattet. Der Aufsatz des Hochaltars stammt aus dem Kloster Ilbenstadt, das 1803 säkularisiert wurde. Die beiden Seitenaltäre von 1780 stammen aus dem Limburger Dom und wurden 1975 nach Elz überführt.

Für Stufen und Fußböden der Altäre wurde Lahnmarmor eingesetzt. Der stark gemusterte Stein dominiert den Aufgang zum Chorbereich. Die Setzstufen und seitlichen Wangen sind aus tiefschwarzem Material mit weißer und gelblicher Äderung gearbeitet.
Für den Unterbau des Hauptaltars wurde der lebhaft gemusterte Wirbelauer Lahnmarmor verwendet. Der Fußboden im Altarraum zeigt einen hellen Bereich aus grau-rötlichen Steinplatten. Es ist Lahnmarmor aus Villmar (Steinbruch Bongard) und Steeden. Der gesamte Kirchenchor bietet so ein Beispiel für Lahnmarmor-Anwendungen im 19 Jahrhundert.

Gleichzeitig lassen sich aber auch historische Objekte aus Lahnmarmor in St. Johannes finden. Ein Taufbecken, das prominent im Mittelschiff aufgestellt ist und ein Weihwasserbecken, stammen aus dem 18. Jahrhundert. Der Taufstein, prominent in der Mitte des Langhauses aufgestellt, ist aus einem grau-rötlichen Lahnmarmor gefertigt. Becken und Standfuß aus lebhaft gesprenkeltem Steinmaterial, ruhen auf zwei quadratischen Basisplatten aus grauem und schwarzem Lahnmarmor.

Auch die beiden Weihwasserbecken seitlich des Taufsteins sind aus unterschiedlichen Varietäten des Lahnmarmors hergestellt. Bei genauer Betrachtung wird deutlich, dass nur eines der beiden Objekte, nämlich an der Nordseite, aus dem 18. Jahrhundert stammt. Aus schwarzem Lahnmarmor sind Sockel und Becken. Der leicht bauchige Schaft ist aus hellem bräunlichem Lahnmarmor. Eingraviert ist die Jahreszahl 1714. Das zweite Weihwasserbecken vor dem Südportal ist eine Replik und Kopie des barocken Gegenstücks. Hierfür verwendete ein Steinmetz aus Elz besonders schönes Steinmaterial: Für Becken und Sockel tiefschwarzen Lahnmarmor mit kräftiger weißer Äderung (vermutlich Schupbach-Schwarz) und für den Schaft Lahnmarmor der Art Bongard aus Villmar.

Beachtenswert sind die vier Weihwasserschalen, die neben der Eingangstür in die Wand eingesetzt sind. Für sie wurde ein besonders schön gefärbter rot-grauer und kräftig roter Lahnmarmor verwendet.

An der nördlichen Außenmauer ist eine Gedenkplatte aus schwarzgrauem Lahnmarmor mit der typischen weißen Äderung eingefügt. Sie gehörte zu einem Familiengrab. Die Jahreszahlen 1724, 1732 und 1736 lassen sich in der Inschrift noch erkennen.

Denkmalschutz
Die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer ist als „Kath. Pfarrkirche St. Johann“ ein eingetragenes Kulturdenkmal gemäß § 9 DSchG Hessen (Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Objektnummer: 51052).

(Sibylle Kahnt, Verein Lahn-Marmor-Museum, 2020)

Internet
www.denkxweb.denkmalpflege-hessen.de: Kulturdenkmäler in Hessen, „Kath. Pfarrkirche St. Johann“ (abgerufen 20.01.2021)

Literatur

Dehio, Georg (1982)
Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen. (Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler.) München, Berlin.
Wabel, Willi / Historische Kommission für Nassau (Hrsg.) (2015)
Form, Farbe, Glanz. Lahnmarmor im Barock. Eine umfassende Darstellung der Erschließung und Verbreitung des Lahnmarmors sowie seiner Verwendung für sakrale, memoriale und profane Kunstwerke des 17. und 18. Jahrhunderts. (Beiträge zur Geschichte Nassaus und des Landes Hessens Band 8.) Wiesbaden.
Westerwald-Verein (Hrsg.) (1980)
Grosser Westerwald-Führer. (Buchreihe des Westerwald-Vereins.) Stuttgart.

Katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Elz

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Pfortenstraße 1
Ort
65604 Elz
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kulturdenkmal gem. § 9 DSchG Hessen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1851 bis 1854

Empfohlene Zitierweise

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„Katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Elz”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-327298 (Abgerufen: 22. Juni 2021)
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