Sarkophag für Fürstin Henriette Amalie von Nassau-Diez in der Stiftskirche in Diez

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Diez
Kreis(e): Rhein-Lahn-Kreis
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 22′ 19,5″ N: 8° 00′ 23,71″ O / 50,37208°N: 8,00659°O
Koordinate UTM 32.429.356,64 m: 5.580.473,67 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.429.403,29 m: 5.582.266,35 m
  • Sarkophag für Fürstin Henriette Amalie von Nassau-Diez  in der Stiftkirche zu Diez (2012)

    Sarkophag für Fürstin Henriette Amalie von Nassau-Diez in der Stiftkirche zu Diez (2012)

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    Willi Wabel
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Fürstin Henriette Amalie von Nassau-Diez (1666-1726) lebte als Witwe des Fürsten Heinrich Casimir II von Nassau nach dessen Tod auf dem Witwensitz Schloss Oranienstein bei Diez. Sie war die Mutter von Johann Wilhelm Friso, dem Begründer der jüngeren Linie des Hauses Nassau-Oranien. Sie hatte bereits zu Lebzeiten den Wunsch geäußert, in einem Marmorsarkophag beigesetzt zu werden, um zu verhindern, dass ihr Sarg geplündert werden könne, wie es mit vielen fürstlichen Zinnsärgen während des Pfälzer Erbfolgekrieges geschehen war.

Landgraf Karl von Kassel, nach dem Tode von Johann Wilhelm Friso Vormund des minderjährigen Enkels von Amalie, gab den Auftrag zur Anfertigung des Sarkophags aus schwarzem Marmor mit Alabasterverzierungen.

Die Steinmetzarbeiten führte der Diezer Steinmetz Wilhelm Schwind aus. Die Alabasterverzierungen und der Entwurf des Sarkophags stammen von dem Koblenzer Bildhauer Joseph Betz. Der Marmor kam wahrscheinlich aus einem in der Nähe der Stadt gelegenen Bruch. Der Sarkophag ist das einzige urkundliche nachweisbare Objekt aus diesem vermutlich kleineren Vorkommen von schwarzem Marmor in der Nähe von Diez.

Der Sarg und sein Deckel sind aus der Frontsicht trapezförmig gearbeitet und verjüngen sich von vorn nach hinten. Je zwei Bären und Löwe und sechs kugelumgreifende Adlerkrallen stützen den Sarkophag und heben ihn von der Bodenplatte ab. Die Alabasterverzierung an den beiden Seiten sind identisch. Der Sargdeckel trägt beidseitig eine Inschriftenkartusche flankiert von auf Postamenten sitzenden, trauernden Putten. Die Seitenverzierung des unteren Sargteils wird von einer Draperie und einem Banddekor gebildet, das in der Mitte, von der Fürstenkrone ausgehend, von zwei geflügelten Totenschädeln gehalten wird. Die Vertikale des Dekors wird durch je vier Wappenbänder mit je vier Wappen der Ahnenprobe gebildet. In der Mitte, unter der Krone, befindet sich ein Emblem mit einem doppelten A für Amalia Anhaltina. Sie stammte aus dem Hause Anhalt. An der Stirnseite ist eine rocailleverzierte Kartusche angebracht, darüber die beiden Wappen der Häuser Nassau und Anhalt gehalten von Löwe und Bär.

Der Sarkophag wurde 1909 aus der Gruft herausgenommen, restauriert und im südlichen Seitenschiff in der Kirche aufgestellt. Eine weitere gründliche Restaurierung wurde 2011 abgeschlossen.

(Willi Wabel, 2020)

Literatur

Fink, Alexandra / Jürgensmeier, Friedhelm (Hrsg.) (2012)
Der Amaliensarkophag. In: Nassau Diez und die Niederlande, S. 335-366. Wiesbaden.

Sarkophag für Fürstin Henriette Amalie von Nassau-Diez in der Stiftskirche in Diez

Schlagwörter
Ort
65582 Diez
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1726

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„Sarkophag für Fürstin Henriette Amalie von Nassau-Diez in der Stiftskirche in Diez”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-320987 (Abgerufen: 24. Juni 2021)
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