Burgruine Hardenburg in Bad Dürkheim

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Fachsicht(en): Denkmalpflege, Landeskunde, Architekturgeschichte
Gemeinde(n): Bad Dürkheim
Kreis(e): Bad Dürkheim
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 27′ 43,6″ N: 8° 07′ 19,15″ O 49,46211°N: 8,12199°O
Koordinate UTM 32.436.376,51 m: 5.479.199,04 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.436.426,41 m: 5.480.951,63 m
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    Bastionsturm und Verbindungsbau (2021)

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    Toranlage zur Hauptburg (2021)

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    Westbollwerk (2021)

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  • Nordwestseite der Kernburg mit Gef#ngnisturm (2021)

    Nordwestseite der Kernburg mit Gef#ngnisturm (2021)

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  • Geschützturm im Südwesten (2021)

    Geschützturm im Südwesten (2021)

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  • Früherer Halsgraben und Verbindungsbau aus nördlicher Sicht (2021)

    Früherer Halsgraben und Verbindungsbau aus nördlicher Sicht (2021)

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    Reste des Gästehauses der Kernburg (2021)

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  • Münze an der Ostseite des Ausfallgartens (2021)

    Münze an der Ostseite des Ausfallgartens (2021)

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  • Tastmodell der Ruine Hardenburg (2021)

    Tastmodell der Ruine Hardenburg (2021)

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  • Geschichtstafel mit Wappen (2021)

    Geschichtstafel mit Wappen (2021)

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  • Ruine Hardenburg in Bad Dürkheim (2021)

    Ruine Hardenburg in Bad Dürkheim (2021)

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Die zu Anfang des 13. Jahrhunderts erbaute Hardenburg ist eine der größten Burgruinen der Pfalz und zugleich eine der größten und eindrucksvollsten Anlagen des Typs „Festes Schloss“ in Deutschland. Sie befindet sich am südwestlichen Rand des gleichnamigen Stadtteils von Bad Dürkheim.
Die Burgruine liegt auf ca. 200 m ü. NN über dem Isenachtal und wurde auf einer ca. 200 m langen und ca. 90 m breiten Bergnase in Spornlage errichtet. Nach Norden, Süden und Osten fällt das Gelände steil ab.
Sie ist strategisch günstig oberhalb des Isenachtals gelegen, welches zur damaligen Zeit einer der wichtigsten Reise- und Handelswege in Mitteleuropa zwischen Rhein und Lothringen war.

Geschichte
Die Hardenburg wurde vermutlich um das Jahr 1205 von Graf Friedrich (Emich) I. von Leiningen als Höhenburg gegründet, als diesem die Vogtei Speyergau und zugleich der Schutzauftrag für das Kloster Limburg übertragen wurde. Die Leininger ließen die Burg ohne Erlaubnis des Abtes auf dem Grund und Boden der Abtei Kloster Limburg errichten, so dass es in der Folgezeit immer wieder zu Konflikten mit dem Kloster kam. Diese konnten erst um das Jahr 1249 durch eine Entschädigung an das Kloster ausgeräumt werden.
Die ersten gesicherten urkundlichen Nachweise der Hardenburg und des Grafen Friedrich II. von Leiningen stammen aus dem Jahr 1214. In Folge von Erbteilungen entstand 1317 die Linie Leiningen-Hardenburg, die die Hardenburg fortan als Stammsitz wählte.

Im Laufe der Jahrhunderte waren die Leininger in zahlreiche, oft kriegerische Fehden und „Irrungen“ verwickelt, die nicht allesamt siegreich für die Leininger verliefen. So unterlag Graf Emich VII. in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts der Kurpfalz und verlor kurzzeitig die Vogtei über die Limburg. In Folge dieser Auseinandersetzungen zerstörte sein Nachfolger Graf Emich VIII. im Jahr 1504 das Kloster Limburg und geriet kurze Zeit später in die Acht. So fiel die Hardenburg im Jahre 1512 an die Kurpfalz und erst 1519 konnten die Leininger ihren Stammsitz nach Aufhebung der Acht wieder zurückerlangen.

Ab dem Ende des 15. Jahrhunderts und im 16. Jahrhundert erfolgte die Erweiterung der Burg zur Kanonenfestung und später zum Residenzschloss. Die Residenzfunktion der Hardenburg für die Leininger ist seit dem 15. Jahrhundert urkundlich nachweisbar.
Die umfangreichen Ausbauten veränderten den Burgcharakter gänzlich hin zu einer frühneuzeitlichen Festung mit repräsentativem Charakter. In dieser Zeit wurden u.a. das Westbollwerk, die „Große Kommunikation“ und mehrere Flankierungstürme errichtet, die Befesti-gungsanlagen verstärkt, der Saalbau und das Gästehaus in der Kernburg errichtet sowie der Gewölbekeller ausgebaut. Zugleich zeugen großzügige Wohntrakte und Gärten von der zivilen Nutzung als Wohnschloss der Grafen von Leiningen.

Während des Dreißigjährigen Krieges blieb die Hardenburg von Zerstörungen verschont. Die noch gegen Ende des 17. Jahrhunderts stattfindenden Ausbauarbeiten fanden um 1690 während des Pfälzischen Erbfolgekrieges ein jähes Ende, als die Burg von französischen Truppen unter General Mélac besetzt und teilweise zerstört wurde (u.a. wurde die Kuppel des Westbollwerks gesprengt). Zwar erfolgte der Wiederaufbau durch die Leininger, allerdings verlor sie in militärischer Hinsicht an Bedeutung. Schließlich verlegte das Haus der Leininger im Jahr 1725 seine Residenz in ein repräsentativeres Stadtschloss nach Dürkheim, so dass die Hardenburg nun auch ihre bisherige Bedeutung als Residenzschloss verlor.

Bei der Eroberung Bad Dürkheims durch französische Revolutionstruppen verloren die Leininger Grafen ihren gesamten linksrheinischen Besitz. Neben dem Dürkheimer Stadtschloss kam es im Jahr 1794 auch zur Zerstörung der Hardenburg als diese die Wohngebäude der Burganlage in Brand steckten. Die Leininger flohen und wurden später mit anderen Gebieten um Miltenberg und Amorbach (Odenwald) entschädigt. Es fand kein Wiederaufbau der Hardenburg statt und die Besatzungsverwaltung gab das Areal zur Gewinnung von Baumaterial frei. Über das Königreich Bayern gelangte die Burgruine schließlich in den Besitz des Landes Rheinland-Pfalz.

Baubeschreibung der Anlage
In der Stauferzeit als eher bescheidene und unspektakuläre Höhenburg unter Einbezug der natürlichen Geländeformation (Spornlage) errichtet, wandelte sich die Hardenburg nach den zahlreichen Erweiterungen im 15. und 16. Jahrhundert zu einem „Festen Schloss“ (Kanonenfestung und Residenzschloss). Die Burganlage weist somit Bauteile/-stile vom 13. bis ins 16. Jahrhundert auf, allerdings sind von der ursprünglichen Burganlage nur noch wenige Bauteile erhalten und Elemente der Spätgotik und der Frührenaissance dominieren.
Der Lage auf einer langgestreckten Bergnase hat die Hardenburg ihren langgestreckten und terrassierten Grundriss mit einer Grundfläche von ca. 180 m x 90 m zu verdanken. Aufgrund des zum Hang hin ansteigenden Geländes erstreckt sich die Burganlage über vier Terrassenniveaus.

Die ursprüngliche Burganlage des 13. / 14. Jahrhunderts wurde vermutlich auf einer polygonalen Felsplattform am Ende des Bergsporns gebaut und war wohl von einer sechseckigen Außenmauer umgeben, die im Osten schildmauerartig verstärkt war. Zur Hangseite (Westen) wurde die Burg durch einen Halsgraben geschützt. Zudem wurden die im Norden, Osten und Westen steil abfallenden Bergflanken künstlich versteilt, so dass eine vom Bergrücken getrennte und hoch aufragende Felsfläche entstand. Auf der Süd-, Nord- und Ostseite der mittelalterlichen Oberburg war die ca. 9 m tiefer gelegene Unterburg vorgelagert.
Bei der mittelalterlichen Oberburg handelte es sich um einen mehrgeschossigen Bauteil innerhalb der Kernburg, der sich im Westen und Norden an die Ringmauer anlehnt. Als multifunktionales Gebäude konzipiert, erhob sie sich über dem Gewölbekeller und beherbergte u.a. einen kleinen Saal, eine Bäckerei und eine Badestube.
Der Gewölbekeller wurde in der Nordwestecke unterhalb der Gebäude der Oberburg errichtet und setzt sich aus einer großen zweischiffigen Halle mit Rippengewölbe und einem nach Osten rechtwinklig anschließendem Bauteil zusammen.
Der mittelalterliche Hauptzugang erfolgte von Südwesten und entspricht in den Grundzügen dem bis heute erhaltenen Hauptzugang. Ebenso ist die mittelalterliche Poterne auf der Nordseite der Oberburg erhalten.

Im Zuge umfassender Erweiterungen im 15. und 16. Jahrhundert wurden die Verteidigungsanlagen verstärkt und ausgebaut sowie Ausbauten mit Residenzcharakter vorgenommen.
Im Jahr 1501 wurden die mittelalterliche Unter- und Vorburg in Gartenanlagen umgewandelt. Im Zuge dessen wurde die östlich gelegene Unterburg als Ausfallgarten angelegt und im Osten mit dem Ostwerk („Münze“) bewehrt. Der rechteckige Ausfallgarten misst ca. 67 m x 22 m und in seiner Mitte befindet sich eine Brunnenschale aus der Renaissance. Der Zugang erfolgte von der Oberburg aus über einen runden Treppenturm am Nordende des Gästehauses, dessen Öffnung darauf hindeutet, dass der Zugang vermutlich über eine Zugbrücke gesichert war. Die südöstlich gelegene Vorburg wurde in einen Lustgarten (ca. 52 m x 63 m) umgewandelt, welcher von einer Mauer inklusive eines kleinen Flankierungsturms an der Südostecke eingefasst wird. Nahe dem Garten befand sich ein kleineres Gebäude, das im 18. Jahrhundert vermutlich den Bediensteten als Unterkunft diente.
Die frühneuzeitliche Kernburg bestand aus der mittelalterlichen Oberburg mitsamt Gewölbekeller, dem Hauptzugang mit dem darauf sitzendem großen Saalbau, dem Gästehaus und dem Burghof.
Die mittelalterliche Oberburg wurde zu dieser Zeit durch eine Kapelle und einen Archivraum ergänzt. Der große Saalbau entstand um 1550/1551 nach den Plänen des Frankfurter Stadtbaumeisters Caspar Weitz als 5-geschossiger und ca. 20 m langer und 15 m breiter Renaissancebau, der sich einst in der Südwestecke der Kernburg über der Tordurchfahrt und einen Verbindungsbau erstreckte. Der Zugang erfolgte vom Burghof her über einen achteckigen Turm auf der Nordostseite des Saals. Von dem Bauwerk sind allerdings kaum noch Überreste vorhanden.
Der Burghof schloss sich östlich an die Oberburg an und beherbergte neben einem Brunnen, den Hauptzugang zur Oberburg sowie diverse Gebäude. Darunter den 2-geschossigen Marstall auf der Nordwestseite, der als Wohnbau diente und ein Gästehaus auf der Ostseite. Das Gästehaus wiederum wurde vom Kugelturm im Nordosten und einem kleineren Turm im Südosten eingefasst. Die Südseite des Burghofs war von einer Ringmauer mit Wehrgang und die übrigen Hofseiten von verschiedenen Gebäuden eingefasst.
Der Hauptzugang zur Kernburg erfolgte von Südwesten über einen Vorhof und das nachgeschaltete Haupttor, welches von Torrondell und Schmiede eingerahmt wurde. Dahinter schloss sich eine ca. 19 m lange, tonnengewölbte Durchfahrt zum Burghof an.

Verteidigungsanlagen
Auf der Ostseite des Ausfallgartens wurde ein schildmauerartiges Vorwerk mit Halsgraben, das Ostwerk („Münze“) erbaut. Das Ostwerk lag deutlich tiefer als die Kernanlage und bestand aus 2 Flankierungstürmen mit einem Verbindungsbau mit überdachtem Wehrgang und Schießscharten.
Auf der Westseite der Kernburg wurde der frühere Torzwinger zum Vorhof umfunktioniert, das mächtige Westbollwerk mitsamt Verbindungsbau („Große Kommunikation“) und einem äußeren Halsgraben zum Schutz der Anlage errichtet.
Aus strategischen Gründen wurde die Kernburg an ihren Ecken mit runden Flankierungstürmen mit bis zu 20 m Durchmesser und mindestens 2 Geschützebenen sowie Kanonen- und Schießscharten bewehrt. Diese waren so angeordnet, dass tote Räume vermieden wurden und Kreuzfeuer möglich war. An der Südwestecke der Kernburg diente das Torrondell mitsamt Vorhof der Verteidigung des Hauptzugangs und des südlichen Burgwegs. Das Torrondell hat einen Durchmesser von ca. 22 m, eine Mauerstärke von ca. 4,5 m und ist heute noch ca. 8 m hoch. Auf der obersten Ebene befand sich ein Wehrgang.
An der Nordostecke der Kernburg schützte der zum Isenachtal ausgerichtete Kugelturm die Anlage. Der Kugelturm wurde als 2-geschossiger Wehrturm mit einem Durchmesser von ca. 18 m und mehreren großen Geschützpforten konzipiert und war im Bereich der oberen Ebene zum Burghof hin offen.
An der Nordwestecke der Kernburg wurde der 3-geschossige und sich nach oben leicht verjüngende Gefängnisturm errichtet. Mit einem Durchmesser von ca. 9 m ist dies der kleinste Turm der Kernanlage. Die unterste Ebene wurden als Gefängnis bzw. Verlies genutzt.
Auf der Westseite der Anlage wurde ein mächtiger Geschützturm – das Westbollwerk - errichtet, der dem Einsatz schwerster Geschütze diente. Um die Kernanlage vor Angriffen vom Höhenkamm zu schützen wurde das Westbollwerk überhöht erbaut (ca. 8 m höher als die Kernburg). Der 3-geschossige Geschützturm hat einen Durchmesser von ca. 22 m, knapp 7 m starke Mauern und ist auf der Hangseite mit einem äußeren Halsgraben verstärkt. Das Westbollwerk ist heute „nur“ noch ca. 27 m hoch, da die oberste Ebene um 1690 von französischen Truppen gesprengt wurde. Einst trug die oberste Ebene einen umlaufenden hölzernen Wehrgang mit 4 eingelassenen Seitentürmchen, sog. „Wichhäuschen“, für Beobachtungsposten. Das Kuppelgewölbe der Dachebene war wie die darunterliegenden hölzernen Zwischendecken mit Scharten und einer mittigen Öffnung (zwecks Kommunikation und Rauchabzug) versehen. Der Zugang erfolgte über einem äußeren Treppenturm, der zu einem späteren Zeitpunkt von einem Verbindungsbau umbaut wurde.
Zur Verbindung von Westbollwerk und der Kernburg wurde der mittelalterliche Halsgraben bis zum Jahr 1550 teilweise mit einem dreigeschossigen und ca. 26 m langen Verbindungsbau, der „Großen Kommunikation“, überbaut. Auf Ebene des Halsgrabens befand sich ein tonnengewölbter Durchgang, die oberen Ebenen dienten als Funktions- und Wohnräume.
Der Höhenunterschied zwischen der Kernburg und dem deutlich höher gelegenen Westbollwerk wurde mittels Treppen rampenartig überwunden. Die Pläne hierzu lieferte vermutlich ebenfalls der Stadtbaumeister Caspar Weitz.

Die Wasserversorgung der Burganlage wurde über einen Brunnen im Burghof der Kernburg sichergestellt. Es ist anzunehmen, dass darüber hinaus Zisternen zur Sammlung von Regenwasser genutzt wurden und mit Eseln Wasser aus dem Isenachtal zur Burg hinauf gebracht wurde.

Renovierung und Erhaltung
Seit Anfang des 19. Jahrhunderts ist die Ruine im Besitz des Landes Rheinland-Pfalz und erste Sicherungs- und Restaurierungsmaßnahmen erfolgten ab dem späten 19. Jahrhundert. Von den einst prächtigen (Wohn-)Gebäuden sind allerdings nur noch Reste wie Treppentürme, Fenster, Portale sowie der Gewölbekeller in der Oberburg erhalten. Die Renaissancegärten wurden nach Originalplänen von 1857 in ihrer Grundform restauriert. In den Jahren 2008 bis 2012 folgten weitere Sanierungsarbeiten. Hierbei wurde das Westbollwerk umfänglich saniert und das Torrondell mit einer Zwischen- und Abschlussdecke versehen.
Der Gewölbekeller ist heutzutage ein pfalzweit einzigartiges Objekt und hat eine herausragende Bedeutung für den Fledermausschutz. Er bietet diversen (gefährdeten) Fledermausarten Winter- und Sommerquartiere sowie zahlreiche Paarungs- und Balzquartiere. Daher ist der Gewölbekeller für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit
Die Ruine liegt oberhalb des gleichnamigen Ortes (ca. 500 m von der Ortsmitte entfernt) an der Bundesstraße 37 (Bad Dürkheim – Kaiserslautern) und ist über ausgeschilderte Wege erreichbar. Kostenlose Parkplätze stehen unterhalb der Ruine auf einem Waldparkplatz zur Verfügung.
Die Aussichtsplattform auf dem Westbollwerk bietet einen guten Blick auf die Burganlage und über das Isenachtal bis hin zur Klosterruine Limburg.

Kulturdenkmal
Die Burgruine Hardenburg wird im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler im Kreis Bad Dürkheim (Stand 13.07.2022, dort S. 11) geführt. Der Eintrag lautet:
Burgruine Hardenburg westlich des Ortes (Denkmalzone)
Burg der Grafen von Leiningen, nach 1205 gegründet, Ausbau 16. Jh., 1794 tlw. gesprengt, Restaurierungen 1888, 1952, 1980 ff.; geringe Reste des Ursprungsbaus, 13. Jh., Hauptburg mit drei Ecktürmen, 16. Jh.,
Treppenturm des Herrenbaus, 1550, Kelleranlage 1509, sog. Marstall, sog. Münze; Befestigung des Nonnenfelsens, eine der größten Burgruinen des Landes

(Barbara Hillers, Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, Neustadt an der Weinstraße, 2024)

Internet
GDKE: Schloss- und Festungsruine Hardenburg (abgerufen am 05.02.2024)
www.pfalz.de: Hardenburg (abgerufen am 05.02.2024)
www.burgen-pfalz.com: Hardenburg (abgerufen am 05.02.2024)

Literatur

Keddigkeit, Jürgen; Übel, Rolf / Thon, A. (Hrsg.) (2002)
Pfälzisches Burgenlexikon. Band 2. F-H. Seiten 280-294, Kaiserslautern.

Burgruine Hardenburg in Bad Dürkheim

Schlagwörter
Ort
67098 Bad Dürkheim - Hardenburg
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Denkmalpflege, Landeskunde, Architekturgeschichte
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung

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Barbara Hillers: „Burgruine Hardenburg in Bad Dürkheim”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-319954 (Abgerufen: 19. April 2024)
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