Radrennbahn und Motorradrennbahn Erkelenz

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Erkelenz
Kreis(e): Heinsberg
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 04′ 44,27″ N: 6° 19′ 18,14″ O / 51,07896°N: 6,32171°O
Koordinate UTM 32.312.398,76 m: 5.662.018,46 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.522.588,43 m: 5.660.480,21 m
  • Typische Szene aus einem Radrennen zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Der Steher-Rennfahrer Peter Günther hinter seinem Schrittmacher Heinrich Otto (vor 1914).

    Typische Szene aus einem Radrennen zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Der Steher-Rennfahrer Peter Günther hinter seinem Schrittmacher Heinrich Otto (vor 1914).

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Die als 400 Meter lange Ton- und Sandbahn mit erhöhten Kurven erbaute Radrennbahn in Erkelenz hat offenbar nicht allzu lange bestanden (Semmeling 2009, mit der offenbar fehlgehenden Angabe zur Entstehungszeit zwischen 1922 und 1923, vgl. nachfolgend).
So, wie zahlreiche andere für den Bahnradsport angelegte Velodrome, wurde auch diese Bahn als Kurs für Motorradrennen genutzt. Paul Rüttchen – ein lokaler Fahrer aus Erkelenz, der später ein sehr erfolgreicher Straßenrennfahrer auf den Marken Standard und NSU wurde – begann hier seine Karriere; nach ihm die heutige Erkelenzer Paul-Rüttchen-Straße benannt.
Die Zeitschrift „Der Motorfahrer“ 16/1923 vom 2. August 1923, S. 281, berichtet von einem Rennen auf der Radrennbahn in Erkelenz am 8. Juli 1923, bei dem ein „Gustav Spanknebel aus Dülken auf KMB den 4. Platz im Endlauf der Klasse bis 750 ccm sowie den 3. Platz im Endlauf der Klasse über 750 ccm“ belegte (hier zitiert nach www.kie4192.de).

Überliefert ist ferner, dass in den 1920er-Jahren ein Jean Fuchs in der Hindenburgstraße 30 (heutige Kölner Straße) eine Fahrschule betrieb, dort auch Autos reparierte und unter der Herstellerbezeichnung „Fahrzeug-Bau Jean Fuchs und Co. Erkelenz“ auch Motorräder baute. Bei Motorradrennen auf einer „auf dem Gelände des heutigen Willy-Stein-Stadions“ in Erkelenz angelegten Rennstrecke belegten Fuchs-Fahrer erste Ränge (www.aachener-zeitung.de).

Die eingezeichnete Objektgeometrie folgt den historischen Karten der im Zeitraum von 1891 bis 1912 erstellten Preußischen Neuaufnahme. Diese lassen im Bereich zwischen den heutigen Straßen Mühlenstraße, Theodor-Körner-Straße und Anton-Raky-Allee deutlich die Radrennbahn erkennen (vgl. Kartenansicht), wonach die Entstehung der Bahn auf spätestens 1912 zu datieren wäre. Die vorab genannte Länge der Bahn von 400 Metern ist dabei gut nachvollziehbar.
Auf den wenige Jahre jüngeren topographischen Karten TK 1936-1945 ist von der Radrennbahn dann nichts mehr zu sehen und das Areal erscheint bebaut.

(Franz-Josef Knöchel, Digitales Kulturerbe LVR, 2020)

Internet
www.kie4192.de: Notizen zur Geschichte des Motorsports in Dülken, 8. Juli 1923 (abgerufen 27.11.2020)
www.aachener-zeitung.de: Erkelenz – Eine Fuchs ganz in Erkelenz-Blau (Aachener Zeitung vom 19.10.2010, abgerufen 08.12. 2020)

Literatur

Semmeling, Rob (2009)
Rennen! Races! Vitesse! Racing Circuits Netherlands, Belgium, Germany, Austria, Luxembourg, Switzerland. S. 127, o. O. Online verfügbar: www.wegcircuits.nl, abgerufen am 18.06.2020

Radrennbahn und Motorradrennbahn Erkelenz

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Mühlenstraße / Theodor-Körner-Straße / Anton-Raky-Allee
Ort
41812 Erkelenz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1912, Ende 1936 bis 1945

Empfohlene Zitierweise

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„Radrennbahn und Motorradrennbahn Erkelenz”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-315830 (Abgerufen: 17. Oktober 2021)
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