Museum Hackenberger Mühle

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Saarburg
Kreis(e): Trier-Saarburg
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 36′ 28,22″ N: 6° 33′ 5,3″ O / 49,60784°N: 6,55147°O
Koordinate UTM 32.323.106,52 m: 5.497.909,58 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.539.903,28 m: 5.496.936,91 m
  • Der Mühlenkomplex Hackenberger Mühle im Leukkessel in Saarburg (2019)

    Der Mühlenkomplex Hackenberger Mühle im Leukkessel in Saarburg (2019)

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    Stadt Saarburg
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  • Blick auf den Wasserfall in Saarburg, das Amüseum, links davon und das Mühlenmuseum Hackenberger Mühle im Leukkessel (2019)

    Blick auf den Wasserfall in Saarburg, das Amüseum, links davon und das Mühlenmuseum Hackenberger Mühle im Leukkessel (2019)

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Unterhalb des Saarburger Wasserfalls befindet sich einer der ältesten Gebäudekomplexe der Stadt: die Hackenberger Mühle. Die ältesten Teile des Ensembles stammen aus dem 16. Jahrhundert. Angetrieben wurden die drei Mühlräder durch das Wasser des Leukbaches. Im Jahre 1974 wurden die Mühlen stillgelegt.

Der Mühlenkomplex
Hinter dem Namen „Hackenberger Mühle“ verbirgt sich ein ganzer Mühlenkomplex. Dieser besteht aus drei hintereinander liegenden Häusern. Sie verfügen über zweieinhalb und drei Geschosse und folgen in ihrer Ausrichtung dem Lauf des Gewässers. Die Häuser fußen auf massiven Mauerfundamenten am Hang des Leukbachs. Unterschiede in Fassadenfarbe und Traufhöhe lassen die einzelnen Gebäudeteile deutlich erkennen. Jede Mühle verfügt über ein hölzernes Wasserrad, das im Mauerfundament integriert ist. Über ein hölzernes Leitungssystem werden die Mühlräder mit dem Wasser der Leuk versorgt. Die Dächer der Mühlengebäude sind mit Schiefer gedeckt.

Zur Geschichte des Mühlenkomplexes
Die erste Mühle wurde von Lauern und Gerbern als Lohmühle in den Jahren 1520-1528 errichtet. In dieser Mühle wurde die getrocknete Rinde von Eichenbäumen gemahlen, um an die sogenannte „Lohe“ zu gelangen. Bei der Lohe handelt es sich um eine Gerbsäure, die vermehrt in Eichenrinden vorkommt. Genutzt wurde die Lohne, um Tierhäute haltbar zu machen und die Haut zu Leder zu gerben.

Die zweite Mühle (erbaut im Jahr 1753) ist eine Walkmühle. In Walkmühlen wurden Gewebearten haltbarer und geschmeidiger gemacht.

Bei der dritten Mühle (erbaut im Jahr 1755) handelt es sich um eine Ölmühle. Üblicherweise wurden hier die Früchte regionaler Ölpflanzen (beispielsweise Raps und Sonnenblumen) gemahlen, um Öl für Lebensmittel oder Lampen herzustellen.

Im Jahr 1894 erwarb die Familie Hackenberger zwei der drei Mühlen. Im Jahr 1929 kaufte die Familie der Stadt auch die dritte Mühle ab. Alle Mühlen waren bereits im Jahr 1884 zu Getreidemühlen umgebaut worden. Bis ins Jahr 1974 wurde in allen drei Mühlen Getreide gemahlen. Ein beträchtliches Hochwasser im Jahre 1974 führte dazu, dass die Antriebe schwer beschädigt wurden. Noch im selben Jahr wurde der Mahlbetrieb eingestellt (Amüseum Saarburg o.J., S. 1).

Daten und Arbeitsweise
Der Antrieb der Hackenberger Mühle befand sich im Keller des Gebäudes. Oft war von dort aus ein ohrenbetäubender Lärm zu vernehmen. Dabei handelte es sich um das laute Rattern der Zahnräder. Das Mühlrad war über eine Achse mit den Zahnrädern verbunden und wurde durch die Wasserkraft bewegt. Durch eine senkrechte Welle gelangte die Kraft in das obere Stockwerk.

Im Erdgeschoss und den darüberliegenden Stockwerken fand der gesamte Mahlvorgang statt. Nachdem das Getreide gereinigt, sortiert und geschält war, wurde es über ein Becherwerk in das nächste Stockwerk befördert. Anschließend wurde das Getreide in verschiedenen Mahlwerken zu Grieß, Mehl oder Schrot verarbeitet. Im zweiten Stockwerk wurden die unterschiedlichen Mehlsorten durch ein Rüttelsieb voneinander getrennt. Kleine Fließbänder transportierten das Endprodukt abschließend in Säcke.

Die damalige Arbeitsweise mit den Originalantrieben ermöglichte es dem Müller, täglich bis zu 1000 Kilogramm Mehl zu erzeugen. Spätere Verbesserungen an den Antrieben und den Arbeitsabläufen konnten die tägliche Produktionsmenge auf bis zu 3000 Kilogramm steigern. Die Mühlräder kamen bei voller Auslastung auf siebzehn Pferdestärken (Becker 1960, S. 11).

Auch heute lässt sich die Technik der damaligen Zeit nachvollziehen, denn mittlerweile wurde die Mühle zu einem Museum umgebaut. Von April bis Oktober kann es besucht werden. Der Besucher erhält Einblicke in die Funktionsweise der Mühlen (Stand 2019).

Das Mühlenmuseum Hackenberger Mühle in Saarburg wird im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler im Landkreis Trier-Saarburg (Stand 2019) geführt. Der Eintrag lautet: „Staden 2, 4, 6
ehem. Mühlengebäude, zweieinhalb- und dreigeschossige Gebäudegruppe im Leukkessel, im Kern 18. Jh.“



(Mathias Linn, Universität Koblenz-Landau, 2019)


Internet
www.amueseum-saarburg.de: Mühlenmuseum am Wasserfall (abgerufen 20.01.2020)

Literatur

Amüseum Saarburg (Hrsg.) (o.J.)
Geschichtliche Entwicklung der "Hackenberger Mühle". Gedruckte Übersicht des Amüseums Saarburg. Saarburg.
Becker, Heinz-Josef (1960)
Saarburg - Trier - Luxemburg. Ollb an Saar und Mosel. Saarburg.
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2019)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Trier-Saarburg (Denkmalverzeichnis Kreis Trier-Saarburg, 22. Mai 2019). o.O.. Online verfügbar: Abrufbar in der aktuellsten Version über die Webseite der GDKE
Hewer, Johann Jacob (1862)
Geschichte der Burg und der Stadt Saarburg. Trier. Online verfügbar: bsb-München

Museum Hackenberger Mühle

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Staden 2, 4, 6
Ort
54439 Saarburg
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn 1520 bis 1755

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„Museum Hackenberger Mühle”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-305438 (Abgerufen: 27. Januar 2022)
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