Obstwiese „Triebweg“ in Wachtberg

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Naturschutz
Gemeinde(n): Wachtberg
Kreis(e): Rhein-Sieg-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 36′ 51,08″ N: 7° 05′ 33,67″ O / 50,61419°N: 7,09269°O
Koordinate UTM 32.365.062,52 m: 5.608.658,70 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.577.381,21 m: 5.609.297,58 m
  • Apfelbaumblüten (2021)

    Apfelbaumblüten (2021)

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    Knieps, Elmar / CC-BY 4.0
    Fotograf/Urheber:
    Elmar Knieps
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Die Obstwiese „Triebweg“ liegt nördlich von Arzdorf in Wachtberg Richtung Klein-Villip. Diese langgezogene Wiese besteht aus drei Reihen Apfelbäumen unterschiedlicher Sorten. Abgängige Bäumen wurden mit Neupflanzungen ersetzt, wodurch eine inhomogene Altersstruktur entsteht.

Sie ist umgeben von Ackerflächen, Obstplantagen und Pferdeweiden. Der artenreiche Unterwuchs wird unregelmäßig gemäht, wobei immer Abschnitte stehen bleiben, was wunderbar als Rückzugsort für viele Insekten aber auch Reptilien und andere Tiere dient. Für die Erhaltung der kleinräumigen Strukturen in der Streuobstwiese ist zudem eine abschnittsweise und rhythmische Bewirtschaftung unerlässlich (Menke 2007, Schwabe 2000). Diese ermöglicht für die dort lebenden Tiere den Wechsel zwischen verschiedenen Wiesenstrukturen sowie verbesserten Zugang zu Beutetieren durch eine niedrige Vegetationshöhe (Dietz 2012, Hamburger & Höllgärtner 2015, Schwabe 2000).

Ein Imker hat dort mehrere Bienenstöcke aufgestellt. Die Bienen finden auf dieser Fläche optimale Lebens- und Nahrungsbedingungen. Eine der wichtigsten Tiergruppen für ein funktionierendes Ökosystem Streuobstwiese sind die Bienen (Apoidea), darunter Honigbienen (Apis), Wildbienen und Hummeln (Bombus) (Rosleff-Sörensen 2011, Wittmann et al. 2005). Sie werden durch den Blütenreichtum angelockt und bestäuben neben den Obstblüten auch viele Wildkräuter, sodass sie den Fortbestand der Streuobstwiese garantieren (Menke 2007, Weller & Henke 2012).

Ein Informationsschild weist darauf hin, dass die Bäume vom Streuobstwiesenverein Wachtberg bewirtschaftet und gepflegt werden.

In einem der Obstbäume befindet sich ein Steinkauz-Nistkasten und ein Vorkommen des Steinkauzes wurde auch schon über mehrere Jahre nachgewiesen. Als Leitart intakter Streuobstwiesen hat der Steinkauz (Athene noctua) eine besondere Stellung (Pletting v. Kalsbeek & Schlünder 2013). Besonders attraktiv für ihn sind Bestände mit vielen Höhlen, welche als Brutraum genutzt werden (Dalbeck et al. 1999, Otto & Ullrich 2000, Svensson et al. 2004), sowie eine lückige und kurzrasige Vegetation, welche vor allem auf Weiden zu finden ist und die ihm die Jagd auf Feldmäuse erleichtert (Zehnder & Weller 2006).

(Corinna Dierichs, Biologische Station im Rhein-Sieg-Kreis e.V., erstellt im Rahmen des LVR-Projektes „Obstwiesenrenaissance rund um die Ville“, 2019)

Literatur

Dalbeck, L.; Bergerhausen, W.; Hachtel, M. (1999)
Habitatpräferenz des Steinkauzes (Athene noctua) im ortsnahen Grünland. In: Eulen-Rundblick, 48(49), S. 3-15. o. O.
Dietz, Markus / MainÄppelHaus Lohrberg Streuobstzentrum e.V. (Hrsg.) (2012)
Lebensraumentwicklung von Streuobstwiesen mit der Zielartengruppe Fledermäuse. Endbericht - ein Projekt zum Schutz der Biodiversität im Streuobstkorridor Rhein-Main-Kinzig. Frankfurt.
Hamburger, U.; Höllgärtner, M. (2015)
Wiederherstellung von gefährdeten Biotopen durch Schaf- und Ziegenbeweidung am nordöstlichen Bienwaldrand. In: Pollichia-Kurier: Vierteljähriges Infoblatt des Vereins für Naturforschung und Landespflege e.V., 31(2), S. 31-36. Neustadt a. d. Weinstraße.
Menke, Norbert / Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (Hrsg.) (2008)
Streuobstwiesenschutz in Nordrhein-Westfalen. Erhalt des Lebensraumes, Anlage, Pflege, Produktvermarktung. Düsseldorf.
Otto, A.; Ullrich, T. (2000)
Schutz des Steinkauzes (Athene noctua) in der südlichen Ortenau und in angrenzenden Gebieten. In: Naturschutz südl. Oberrhein, 3, S. 49-54. o. O.
Pletting v. Kalsbeek, V.; Schlünder, M. / NABU Naturschutzstation Haus Wildenrath e.V. (Hrsg.) (2013)
Streuobstwiesenkartierung Kreis Heinsberg 2013, Region „Der Selfkant“: Gemeinden Gangelt, Selfkant und Waldfeucht. Wegberg.
Rosleff-Sörensen, E. / Landkreis Bernkastel-Wittlich; Landkreis Vulkaneifel; Landkreis Cochem-Zell (Hrsg.) (2011)
Unsere Streuobstwiesen – kostbare Schätze der Südeifel. In: Streuobstwiesen – Ein Stück Eifelkultur, S. 10-16. Daun. Online verfügbar: www.dlr.rlp.de, abgerufen am 04.01.2021
Schwabe, Christiane (2000)
Managementauswirkungen auf Reproduktion und Abundanz von Orthopteren in Streuobstwiesen. Dissertation an der Fakultät Agrarwissenschaften Universität Hohenheim. o. O. Online verfügbar: OPUS Hohenheim, abgerufen am 04.01.2021
Svensson, Lars; Grant, Peter J.; Mullarney, Killian; Zetterström, Dan (2004)
Der neue Kosmos-Vogelführer. Alle Arten Europas, Nordafrikas und Vorderasiens. Stuttgart.
Weller, Friedrich; Zehnder, Markus / Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (Hrsg.) (2020)
Streuobstwiesen schützen. (AID 1316.) Bonn.
Wittmann, D.; Klein, D.; Schindler, M.; Sieg, V.; Blanke, M. (2005)
Sind Obstanlagen geeignete Nahrungs-und Nisthabitate für Wildbienen? In: Erwerbs-Obstbau, 47(2/3), S. 27-36. Heidelberg.
Zehnder, Markus; Weller, Friedrich (2006)
Streuobstbau. Obstwiesen erleben und erhalten. Stuttgart.

Obstwiese „Triebweg“ in Wachtberg

Schlagwörter
Ort
Wachtberg
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Naturschutz
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, Übernahme aus externer Fachdatenbank, Literaturauswertung

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Corinna Dierichs, „Obstwiese „Triebweg“ in Wachtberg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-302305 (Abgerufen: 21. Juni 2021)
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