Leuk (Bach)

Leuck, Leukbach

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Freudenburg , Kirf , Mettlach , Perl , Saarburg , Trassem
Kreis(e): Merzig-Wadern , Trier-Saarburg
Bundesland: Rheinland-Pfalz , Saarland
Koordinate WGS84 49° 36′ 28,44″ N: 6° 32′ 59,64″ O / 49,6079°N: 6,5499°O
Koordinate UTM 32.322.993,12 m: 5.497.920,02 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.539.789,55 m: 5.496.942,82 m
  • Mündungsbereich des Leukbaches in die Saar unterhalb der Altstadt von  Saarburg (2019)

    Mündungsbereich des Leukbaches in die Saar unterhalb der Altstadt von Saarburg (2019)

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Die Leuk, auch Leukbach genannt, ist ein linker Zufluss der Saar. Im 19. Jahrhundert wurde der Bach auch unter der alten Schreibweise Leuckbach oder Leuck verzeichnet (siehe die Tranchot- v. Müffling-Karte aus dem Jahr 1803-1820 im Kartenwerk). Die Quelle der Leuk befindet sich im saarländischen Eft in der Gemeinde Perl. Der Ort liegt an der Grenze zu Frankreich. Die Gesamtlänge des Leukbachs, von seiner Quelle bis zum Mündungsbereich im rheinland-pfälzischen Saarburg, beträgt etwa 24 Kilometer. Die beiden Streckenabschnitte im Saarland und in Rheinland-Pfalz umfassen jeweils ungefähr zwölf Kilometer (www.trier-saarburg.de und www.saarland.de; Gewässerstruktur und die Entwicklungsfähigkeit). Der Leukbach durchfließt die Gemeinden Perl, Mettlach, Kirf, Freudenburg, Trassem und Saarburg. Gespeist wird die Leuk durch das Wasser von 26 kleineren Bächen. So beispielsweise von Lohbach, Mandelbach und Zinnbach nahe der Stadt Saarburg.

Gewässerstruktur und die Entwicklungsfähigkeit der Leuk
Größtenteils ist der Leukbach als Auenbach anzusprechen, der Wälder und Wiesen durchfließt. Auf saarländischem Gebiet befinden sich lediglich 11 Prozent des Bachlaufs in Ortschaften (ca 1,5 Kilometer). Über die Gewässerstruktur und Entwicklungsfähigkeit der Leuk wurde für den saarländischen Abschnitt folgende Bewertung abgegeben:
„Das Einzugsgebiet der Leuk ist vorwiegend durch intensive landwirtschaftliche Nutzung und eine dünne Besiedlungsdichte geprägt. Nur im Übergang zum Taunusquarzit weist die Leuk einen schluchtartigen Charakter auf und das Gewässerumfeld ist weitestgehend bewaldet. Demzufolge besitzt der Oberlauf ein mäßiges, unbefriedigendes oder schlechtes Entwicklungspotenzial, während der Mittellauf bis zur Landesgrenze ein sehr gutes bis gutes Entwicklungspotenzial aufweist. In Oberleuken ist das Strukturpotenzial der Leuk mit unbefriedigend und in Keßlingen mit mäßig bewertet“ (www.saarland.de; Gewässerstruktur und die Entwicklungsfähigkeit).

Nahe des saarländischen Kerbtalbereichs befindet sich eine Messstelle zur Bewertung der biologischen Situation in diesem Streckenabschnitt der Leuk. Im Jahre 2006 wurde der Fischbestand dieses Bachabschnittes als gut, der Bestand an Kleinstlebewesen mit mäßig bewertet. Dabei muss beachtet werden, dass die Gewässerstruktur in diesem Abschnitt (Waldgebiet) insgesamt als gut bewertet werden kann. Die begradigten Bachabschnitte jedoch werden hinsichtlich des Fisch- und Kleinstlebewesenbestandes als mäßig bis schlecht eingeschätzt (www.saarland.de; Themenstation Biologie).

Maßnahmen zur Renaturierung der Leuk
Im Laufe der Zeit hat sich das Bachbett des Leukbaches verändert. Tief hat sich der Bach an verschiedenen Stellen in den weichen Untergrund eingegraben. Das Bachbett verschmälerte sich und die Uferböschung fällt mitunter recht steil. Mit dieser Veränderung ging eine erhöhte Fließgeschwindigkeit einher. Besonders in den regenreichen Jahreszeiten sorgte der Zustand häufig für Hochwasser im Mündungsbereich zur Saar und führte zu Überschwemmungen im Stadtgebiet Saarburgs. Im Jahr 2006 wurde deshalb ein Renaturierungsprojekt für den rheinland-pfälzischen Abschnitt zwischen Saarburg und Trassem vorgenommen. Der Uferbereich wurde mithilfe von schweren Baggern abgeflacht. Außerhalb des Stadtgebiets von Saarburg, im Bereich der Auen, wurde wieder ausreichend Raum für Überschwemmungen geschaffen. Auch wirkt sich die Herabsetzung der Fließgeschwindigkeit positiv auf die Flora und Fauna des Baches aus. Im Jahr 2013 wurde die Renaturierung der Leuk abgeschlossen (www.trier-saarburg.de; aktion-blau-plus.rlp-umwelt.de und fischundfang.de/).

Die Umleitung der Leuk in Saarburg und ihre Gründe
Im frühen Mittelalter umfloss die Leuk noch den Burgberg mit der Saarburg und die zu dessen Füßen liegende Stadt. Die Trierer Kurfürsten verfügten über die Fischereirechte und den Gewässerbann. Schon früh wurde die Umleitung des Baches durch den Landesherren entschieden und vorangetrieben. Die Entscheidung kann als weitsichtige und pragmatische Planung angesehen werden. Die Wasserenergie des Leukbaches konnte nutzbar gemacht werden. Vermutlich im 11./12. Jahrhundert wurde ein künstliches Bachbett angelegt, das den Bach mitten seither durch die Stadt führt. Kurz hinter dem Buttermarkt sollte die Leuk ihre energieerzeugenden Kräfte in Form eines Wasserfalls entfalten:

„Er fließt offen mitten durch die Häuserzeilen der Innenstadt hindurch und bildet im historischen Stadtkern einen 20 m hohen Wasserfall, an dem das reichliche Wasser der Leuk tosend über Felskaskaden in einen Talkessel, den so genannten ´Tümpel`, stürzt, um von dort aus etwa 100 m weiter gemächlich in die Saar zu münden“ (Fontaine, 2016, S. 92).

Dieser Wasserfall stellt für die Fische eine unüberwindbare Barriere dar. Der Fischbestand in der Leuk ist von dem der Saar isoliert. Die Umleitung des Baches erfolgte aus zwei Gründen: Zum einen konnte Löschwasser für den Fall eines Brandes verfügbar gemacht werden. Zum anderen ließ sich das Wasser zur Energiegewinnung nutzen. So wurden Wassermühlen unmittelbar unterhalb des Wasserfalls eingerichtet, deren Wasserräder durch den Bach angetrieben wurden. Die alten Mühlen bestehen auch heute noch und spielen eine wichtige Rolle bei der Elektrizitätsversorgung der Stadt (www.saar-obermosel.de).

Der ursprüngliche Verlauf der Leuk in Saarburg
Welchen Weg das ursprüngliche Bachbett der Leuk vor der Umleitung genommen hatte, lässt sich nicht mehr eindeutig klären. Johann Jacob Hewer schreibt in seinem im Jahre 1862 erschienenen Buch „Geschichte und Burg der Stadt Saarburg“:

„Der Leukbach ist sonst durch den Hagen gelaufen und hat sich bei Leuken in die Saar ergossen, das daher den Namen Niederleuken erhalten hat. Für diesen früheren Lauf sprechen die Weiher, die von Saarburg bis Leuken sich erstrecken; dann die vermauerten Thüröffnungen, die in der Nähe zur Leuk hinweisen und am meisten das Dorf mit seinem Namen“ (Hewer 1862, S. 20).

Der Ort Niederleuken ist in aktuellen Karten nicht zu finden, wohl aber die Straße „Im Hagen“. Diese Hauptstraße stellt die Erweiterung der „Trierer Straße“ dar und führt von nördlicher Richtung in die Stadt hinein. Ein Kreisverkehr befindet sich kurz vor der Unterführung in Richtung der Brücke und Landstraße L 132. Ein Blick in die Tranchot- v. Müffling-Karte aus den Jahren 1803-1820 (einsehbar im Kartenwerk) führt die Ortschaft „Nieder-Leucken“ noch auf. Diese wird dort verortet, wo der Grundbach in die Saar mündet. Demnach floss die Leuk ursprünglich um die Burg Saarburg und die gleichnamige Stadt herum und vereinigte sich „im Bereich zwischen der heutigen Brücke der L 132 und der früheren Ortschaft Niederleucken“ mit der Saar. Vielleicht verweist die heute noch existierende Straße „Leuker Bungert“ (Bungert ist ein alter Begriff für eine Streuobstwiese) auf den alten Mündungsbereich des Baches.

Dass diese Umleitung des Leukbaches nicht nur Vorteile mit sich brachte, beweist ein Auszug aus dem Zeitungsbericht der königlichen Regierung zu Trier vom 09. August 1834:
„Am 26. v. M. [vorigen monats, also Juni 1834] fiel in der Nähe der Stadt Saarburg ein Wolkenbruch, der den Leukbach in wenigen Minuten fast 10 Fuß hoch anschwellte, so daß dieser sich verheerend über die Stadt ergoß, alle Brücken wegriß, zwei Häuser gänzlich zerstörte, die anliegenden Gartenmauern einstürzte, das städtische Archiv vernichtete, und vielen Gebäuden durch das in Läden und Keller eindringende Wasser großen Schaden brachte - Es verlor glücklicherweise niemand das Leben, indessen ist die Verheerung in der Stadt und den nahe gelegenen Ortschaften, wo zugleich Hagelschlag wüthete, sehr bedeutend“ (Treviris 1834, o.S.).

(Constanze Kremer-Schraut und Florian Weber, Universität Koblenz-Landau, 2019)


Internet
www.saar-obermosel.de: Wasserfall (abgerufen 20.01.2020)
fischundfang.de: Leukbach (abgerufen 20.01.2020)
www.trier-saarburg.de: Renaturierung Leuk: Hochwasserschutz zeigt Wirkung (Artikel vom 11.06.2013, abgerufen 20.01.2020)
www.saarland.de: Gewässerstruktur - Entwicklungsfähigkeit der Leuk (PDF-Datei; 1,06 MB, abgerufen 20.04.2020)
www.saarland.de: Thementstation Biologie (PDF-Dtei; 944 KB, abgerufen 20.04.2020)
digipress.digitale-sammlungen.de: Unglücksfälle (Treviris vom 09. August 1834, abgerufen 06.04.2020)
aktion-blau-plus.rlp-umwelt.de: Leuk - Renaturierung zwischen Saarburg und Trassem (abgerufen 20.04.2020)

Literatur

Fontaine, Arthur (2016)
Die Saar. Natur und Kultur von den Quellen bis zur Mündung. Norderstedt.
Hewer, Johann Jacob (1862)
Geschichte der Burg und der Stadt Saarburg. Trier. Online verfügbar: bsb-München

Leuk (Bach)

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Fernerkundung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger

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„Leuk (Bach)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-299110 (Abgerufen: 27. Januar 2022)
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