Die ausreichende Versorgung mit Wasser stellte auf Höhenburgen stets eine Herausforderung dar. Das Prinzip des Sammelns von Regenwasser in unterirdischen Wasserspeichern, sog. Zisternen, wurde daher auf nahezu allen Burgen genutzt. Auf dem Hof des Burghauses der Kronenburg entdeckte man 2008 eine Zisterne mit einem Tonnengewölbe aus vermörteltem Bruchstein; eine archäologische Untersuchung durch das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland folgte.
Burg Die Burg liegt am südlichen Teil des Burgberges von Kronenburg und gliederte sich in die Vorburg und die Kernburg. Der ursprüngliche Zugang zur Kernburg erfolgte vom Platz vor dem Burghaus aus. Über das Tor (heute nur noch als Mauerlücke zu erkennen) führte der Weg in den äußeren Burghof. Auf diesem unteren Burghof lag die Zisterne.
Geschichte der Burgsiedlung Der ersten Erwähnung Kronenburgs im Jahr 1277 folgte ein Jahr später die Bezeichnung als castrum (Burg), vermutlich bestand die Burg an dieser Stelle aber schon länger. Zunächst befand sich die Anlage im Besitz von Gerlach von Dollendorf und Kronenburg. Im Jahr 1307 soll es durch dessen wechselhafte Politik zu einer Schleifung (Abriss) gekommen sein, die jedoch nicht eindeutig historisch belegt ist. Verbürgt ist aber der Wiederaufbau der Burg um die Mitte des 14. Jahrhunderts. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts ging es den Kronenburger Edelherren wirtschaftlich schlecht. Ein Aufschwung zeichnet sich erst unter dem Ritter Peter von Kronenburg (1357‒1414) ab, der sich dem Grafen von Luxemburg als Lehnsherrn zuwandte. Mit dem Tod Peters 1414 starben die Herren von Kronenburg aus. Von 1475 bis 1593 war das Haus Kronenburg im Besitz der Grafen von Manderscheid-Schleiden. Es folgten die Grafen von Manderscheid-Gerolstein, Königsegg-Rothenfels und Manderscheid-Blankenheim. Die Lehnshoheit Luxemburgs über Kronenburg dauerte bis zur Einnahme durch die Franzosen im Jahr 1795. Im Jahr 1809 ersteigerte der letzte Amtmann Johann Heinrich Faymonville die Burgruine, in dessen Familienbesitz sie bis zum Jahr 1969 verblieb. Heute ist die EifelStiftung die Eigentümerin.
Die Ausgrabung der Zisterne im Jahr 2008 Die ausreichende Versorgung mit Wasser stellte auf Höhenburgen stets eine Herausforderung dar. Das Prinzip des Sammelns von Regenwasser in unterirdischen Wasserspeichern, sog. Zisternen, wurde daher auf nahezu allen Burgen genutzt. Bei der auf dem Hof des Burghauses 2008 entdeckten Zisterne handelt es sich um eine sog. Tankzisterne mit einem Tonnengewölbe aus vermörteltem Bruchstein. Ihre Außenmaße betragen ca. 4 mal 6 Metern, innen weist sie eine Höhe von ca. 2 Metern auf. Rundum ist die Zisterne mit einer Tonschicht abgedichtet. Die quadratische Öffnung auf der Nordseite des Befundes, deren zugehörige Abdeckung nicht mehr vorhanden war, diente einst der Wasserentnahme. Bei zwei Öffnungen im Süden kann es sich um Belüftungsschächte oder Überläufe gehandelt haben. Von Westen leiteten zwei Rinnen Wasser in die Zisterne. Etwa zwischen den beiden Schächten im Süden des Gewölbes kam der obere Teil einer Steinzeugflasche aus der Zeit um 1800 zum Vorschein, die mit dem Gewölbemörtel fest verbacken war. Dieser Fund spricht dafür, dass der Zisternenbau etwa gleichzeitig mit dem Bau der benachbarten ehemaligen Scheune sein wird, die anhand des Keilsteins in das Jahr 1810 datiert. Aus der Verfüllung der Zisterne hat das Grabungsteam unter anderem eine Seltersflasche mit Datum von 1895 geborgen. Vermutlich wurde die Zisterne bis zum Ende des 19. Jahrhunderts als Wasserspeicher genutzt und dann verfüllt. Die Sicherung dieser Anlage übernimmt die EifelStiftung als neue Besitzerin des Burghauses.
(LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, 2019)
Hinweis Die Zisterne ist Teil des Bodendenkmals Burg und Burgort Kronenburg (Gemeinde Dahlem, Nr. 130; LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, Nr. EU 142). Die Zisterne war Station der Archäologietour Nordeifel 2019.
Internet eifelstiftung.de: Burghaus Kronenburg (abgerufen 05.09.2019)
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