Gaswerk der Stadt Köln in Ehrenfeld

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 56′ 47,64″ N: 6° 54′ 10,52″ O / 50,94657°N: 6,90292°O
Koordinate UTM 32.352.686,60 m: 5.645.976,78 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.563.498,69 m: 5.646.090,59 m
  • Gaswerk der Stadt Köln in Ehrenfeld (2018)

    Gaswerk der Stadt Köln in Ehrenfeld (2018)

    Copyright-Hinweis:
    Walter Buschmann / Landschaftsverband Rheinland
    Fotograf/Urheber:
    Walter Buschmann
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Gaswerk-Gasreinigung der Stadt Köln in Ehrenfeld (2018)

    Gaswerk-Gasreinigung der Stadt Köln in Ehrenfeld (2018)

    Copyright-Hinweis:
    Walter Buschmann / Landschaftsverband Rheinland
    Fotograf/Urheber:
    Walter Buschmann
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Gaswerk-Gasreinigung der Stadt Köln in Ehrenfeld (2018)

    Gaswerk-Gasreinigung der Stadt Köln in Ehrenfeld (2018)

    Copyright-Hinweis:
    Walter Buschmann / Landschaftsverband Rheinland
    Fotograf/Urheber:
    Walter Buschmann
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Teil des Gaswerks der Stadt Köln in Ehrenfeld (2020)

    Teil des Gaswerks der Stadt Köln in Ehrenfeld (2020)

    Copyright-Hinweis:
    Golia, Sandro / Landschaftsverband Rheinland
    Fotograf/Urheber:
    Sandro Golia
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Eine der wichtigsten industriellen Ansiedlungen im Kölner Nordwesten war das 1875–76 erbaute Gaswerk der Stadt Köln an der Widdersdorfer Straße. Es entstand nach einem Konzept des städtischen Gaswerkdirektors August Hegener. Gegenüber ihren drei Vorläufern in Köln (Buschgasse) und Ehrenfeld (Subbelrather Straße) hatte die als mustergültig geltende Anlage den Vorteil, dass sie über einen Bahnanschluss direkt mit Steinkohle beliefert werden konnte. „Stadtgas“ aus Ehrenfeld wurde vor allem für Straßenlaternen sowie Gasherde und Gasleuchten in Wohnungen gebraucht.

Kernstück des Gaswerks war das Ofenhaus mit langen Batterien von Retortenöfen, in denen die Kohle im Schwelbrand ihre flüchtigen Bestandteile – das Gas – abgab. In 120 Retortenöfen wurde täglich 120-150000 m3 Gas erzeugt. Jede Retorte wurde innerhalb von 24 Stunden fünfmal mit je 150 kg Kohle beschickt. Die Kohle kam mit Eisenbahnwaggons über ein Viadukt von der am Gelände vorbeiführenden Kön-Aachener Eisenbahnlinie. Die Schienen verliefen durch die Längsachse der Kohlenhalle, die als Mittelteil der Retortenhäuser ausgebildet war. In Schwerstarbeit wurde die Kohle mit Muskelkraft von den Haufen in der Kohlenhalle in die Retorten geschaufelt. In einem Geschäftsbericht der Gas-, (Elektrizitäts-) und Wasserwerke der Stadt Köln von 1898 heißt es:
„Die Arbeiterverhältnisse stellen sich namentlich bei den Ofenarbeitern immer schwieriger und ist es kaum noch möglich, trotz erhöhter Löhne und Einräumung von sonstigen Vergünstigungen den erforderlichen Nachwuchs an Ofenarbeitern zu bekommen. Aus diesem Grund wird die Einführung des mechanischen Betriebes für die Beschickung und Entladung der Retorten, sowie für den Transport der Kohlen und Koksmengen ein dringendes Bedürfnis.“

Auch die Gewerbeinspektion verlangte die Beseitigung der schweren Handarbeit, die zu Unfällen und Muskelzerrungen im Rücken durch das Heben der schweren Lademulden hervorgehoben wurden. Im Gaswerk waren 1900 ca. 1000 Arbeiter beschäftigt. 1905-07 entstand ein neues Ofenhaus mit Dessauer Schrägöfen und mechanisierten Arbeitsabläufen.
Zu den erhaltenen Gebäuden entlang der rechtwinklig von der Widdersdorfer Straße abzweigenden Werksstraße gehört die Kondensation, die Gasreinigung und direkt an der Straße das Verwaltungsgebäude mit symbolträchtigem Bauschmuck. Die Gebäude werden gewerblich genutzt. Ein noch genutzter Kugelgasbehälter am Maarweg ist der deutlichste Hinweis auf die ehemalige Funktion des Geländes.

Baudenkmal
Das Objekt „Gaswerk der Stadt Köln in Ehrenfeld“ ist seit 1995 ein eingetragenes Baudenkmal (Denkmalverzeichnis der Stadt Köln 2012, Nr. 7334).

(Walter Buschmann, Institut. Industrie-Kultur-Geschichte-Landschaft, 2018)

Literatur

Buschmann, Walter; Hennies, Matthias; Kierdorf, Alexander (2018)
Via Industrialis. Entdeckungsreise Kölner Industriekultur. S. 194, Essen.

Gaswerk der Stadt Köln in Ehrenfeld

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Widdersdorfer Straße 190
Ort
50825 Köln - Ehrenfeld
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1875 bis 1876

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Gaswerk der Stadt Köln in Ehrenfeld”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-292757 (Abgerufen: 2. August 2021)
Wir verwenden Cookies, um die Nutzbarkeit unserer Seiten zu optimieren. Falls Sie mit der Speicherung von Cookies nicht einverstanden sind, finden Sie weitere Informationen auf unserer Internetseite.
Seitenanfang