Westerwälder Dorf im LVR-Freilichtmuseum Kommern

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Museen
Gemeinde(n): Mechernich
Kreis(e): Euskirchen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 36′ 46,77″ N: 6° 37′ 53,26″ O / 50,61299°N: 6,63146°O
Koordinate UTM 32.332.431,13 m: 5.609.466,97 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.544.738,71 m: 5.608.784,54 m
  • Westerwälder Dorf im LVR-Freilichtmuseum Kommern bei Metternich (2019)

    Westerwälder Dorf im LVR-Freilichtmuseum Kommern bei Metternich (2019)

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In den Außenbereichen des LVR-Freilichtmuseums Kommern kann man derzeit 75 historische Gebäude aus der früheren preußischen Rheinprovinz bewundern. Sie verteilen sich auf die vier Baugruppen Westerwald/Mittelrhein, Eifel, Niederrhein und Bergisches Land. Beispielhaft stehen sie für Bauen, Wirtschaften und Wohnen der Landbevölkerung seit dem Ende des 15. Jahrhunderts.
Die spezifische Topographie des Museumsgeländes und die gewählten Standorte der einzelnen Baugruppen lassen es glücklicherweise problemlos zu, die besonderen Siedlungsbedingungen in diesen verschiedenen Teilregionen des zentralen Rheinlandes auch hinsichtlich der Geländemerkmale authentisch darzustellen. Diverse regionaltypische bäuerliche Anwesen, ferner Wasser- und Windmühlen, Schul- und Backhäuser sowie ein Tanzsaal und eine Kapelle zeichnen somit ein überzeugendes Bild von den Lebensbedingungen in früheren Jahrhunderten.

Eine der Baugruppen zeigt den Westerwald/Mittelrhein. In Kommern ist nur der rheinische Teil des Westerwaldes dargestellt. Die typische Siedlungsformen waren in dieser Region geschlossene Dörfer – keine Einzelhöfe, keine kleinen Weiler, sondern locker und ungeordnet auf der verfügbaren Fläche verteilte bäuerliche Anwesen. Entsprechend winklig und für den heutigen Verkehr nur schwer passierbar zeigen sich viele Westerwalddörfer bis in die Gegenwart.
Typisch für die regionale Hausarchitektur waren die zur Wetterseite (meist Westseite) tief herabgezogenen Dächer, die man traditionell mit Getreidestroh deckte. Heutige Getreidesorten sind wegen ihrer betonten Kurzhalmigkeit für diese Art der Dacheindeckung nicht mehr geeignet. Vor allem in dieser Baugruppe findet man hier und da auf den Strohdachfirsten kleine Pflanzgruppen der Dach- oder Hauswurz (Sempervivum tectorum), die im Rheinland vor allem in den Schiefergebirgsfelsen vom Rhein und seinen größeren Nebentälern vorkommt. Den Menschen früherer Jahrhunderte galt sie als zuverlässige Vorsorge gegen Blitzschlag und Hausbrand.
In der Gruppe Westerwald findet sich – neben den typischen und interessanten Wildkrautfluren direkt an den Einzelgebäuden – ein artenreich bestückter und unbedingt erlebenswerter Bauerngarten, in dem man viele traditionelle und fast schon vergessene Gartenpflanzen live erleben kann.

(Bruno P. Kremer, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e. V., 2018)

Literatur

Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.) (2018)
Rheinland-Kalender 2019. Landschaft, Denkmal, Natur. Köln.

Westerwälder Dorf im LVR-Freilichtmuseum Kommern

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Eickser Straße
Ort
53894 Mechernich
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Museen
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1961

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„Westerwälder Dorf im LVR-Freilichtmuseum Kommern”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-290340 (Abgerufen: 16. Juli 2020)
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