Wohnturm „Leema Thon“

Wehrturm der früheren Kleinsiedlung Lehmer Hof (Hofgut Lehmen)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Ediger-Eller
Kreis(e): Cochem-Zell
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 05′ 10,2″ N: 7° 10′ 42,8″ O / 50,08617°N: 7,17856°O
Koordinate UTM 32.369.699,73 m: 5.549.799,97 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.584.389,25 m: 5.550.658,55 m
  • Ostansicht des erhaltenen Wohn- und Wehrturms der früheren Kleinsiedlung Lehmer Hof bei Ediger-Eller (2019).

    Ostansicht des erhaltenen Wohn- und Wehrturms der früheren Kleinsiedlung Lehmer Hof bei Ediger-Eller (2019).

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  • Die oberen Geschosse des Wohn- und Wehrturms der früheren Kleinsiedlung Hofgut Lehmen bei Ediger-Eller, Ostansicht (2019).

    Die oberen Geschosse des Wohn- und Wehrturms der früheren Kleinsiedlung Hofgut Lehmen bei Ediger-Eller, Ostansicht (2019).

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  • Erhaltener Wohn- und Wehrturm der früheren Kleinsiedlung Lehmer Hof bei Ediger-Eller, Westansicht (2019).

    Erhaltener Wohn- und Wehrturm der früheren Kleinsiedlung Lehmer Hof bei Ediger-Eller, Westansicht (2019).

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  • Wohnturm der früheren Kleinsiedlung Lehmer Hof bei Ediger-Eller: Unteres Geschoss mit Eingang an der Nordseite (2019).

    Wohnturm der früheren Kleinsiedlung Lehmer Hof bei Ediger-Eller: Unteres Geschoss mit Eingang an der Nordseite (2019).

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  • Wohn- und Wehrturm der früheren Kleinsiedlung Lehmer Hof bei Ediger-Eller, Ostansicht (2019).

    Wohn- und Wehrturm der früheren Kleinsiedlung Lehmer Hof bei Ediger-Eller, Ostansicht (2019).

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  • Grundriss- und Querschnittszeichnung des Wohnturms des früheren Hofguts Lehmen bei Ediger an der Mosel (undatiert, mit "Krause / Laptien" signiert)

    Grundriss- und Querschnittszeichnung des Wohnturms des früheren Hofguts Lehmen bei Ediger an der Mosel (undatiert, mit "Krause / Laptien" signiert)

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  • Informationstafel zur Siedlung "Lehmer Hof" und zum zugehörigen Wohn- und Wehrturm bei Ediger-Eller (2019).

    Informationstafel zur Siedlung "Lehmer Hof" und zum zugehörigen Wohn- und Wehrturm bei Ediger-Eller (2019).

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  • Erhaltener romanischer Wohnturm des früheren Hofguts Lehmen bei Ediger an der Mosel (2013)

    Erhaltener romanischer Wohnturm des früheren Hofguts Lehmen bei Ediger an der Mosel (2013)

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  • Hochwassermarken mit dem Stand der Mosel 1920 und zum Neujahrshochwasser der Mosel 1925/26 an der Südseite des Wohnturms der früheren Kleinsiedlung Lehmer Hof bei Ediger-Eller (2019)

    Hochwassermarken mit dem Stand der Mosel 1920 und zum Neujahrshochwasser der Mosel 1925/26 an der Südseite des Wohnturms der früheren Kleinsiedlung Lehmer Hof bei Ediger-Eller (2019)

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  • Der Eingang zum ersten Stockwerk an der Ostseite des Wehrturms "Lehmer Hof" bei Ediger-Eller (2019).

    Der Eingang zum ersten Stockwerk an der Ostseite des Wehrturms "Lehmer Hof" bei Ediger-Eller (2019).

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Der romanische Wohn- und Wehrturm ist neben ein paar spärlichen Mauerfragmenten der letzte bauliche Überrest eines einstmals befestigten Hofgutes Lehmen innerhalb einer kleinen Burgsiedlung mit Kapelle (vgl. den hier übergeordneten Objekteintrag).

Baubeschreibung
Das im regionalen Dialekt Leema Thon genannte Turmgebäude wurde auf einem nahezu quadratischen Grundriss von 5,50 x 5,60 Meter mit fünf Geschossen etwa 16 Meter hoch errichtet. Den oberen Abschluss bildet ein Zinnenkranz.
Der Turm wurde aus örtlich vorkommenden Schieferbruchstein errichtet. Dendrochronologische Untersuchungen an dem verbauten Holz verweisen auf die Baujahre 1233/1234 (denkmallisten.gdke-rlp.de und Burgendatenbank EBIDAT unter www.ms-visucom.de mit Nennung einer zweiten Bauphase 1340). Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Turm im Jahr 1245.

Wie für wehrhafte Wohntürme des Mittelalters üblich, befand sich der Zugang erhöht im ersten Obergeschoss. Seit einer Restaurierung des Turms in den Jahren 1986/87 durch die Ortsgemeinde Ediger-Eller ist der Eingang über eine neu erbaute hölzerne Treppenanlage mit Vordach erreichbar.

„Die Geschosse waren durch Balkendecken aufgeteilt und das zweite und vierte Geschoss springen innen zurück. Das erste Geschoss hat vermutlich als Keller gedient. Im zweiten Geschoss befindet sich an der Ostseite eine hohe rundbogige Wehrgangstür, die 2,90 m über dem Erdboden beginnt. Nach Osten und nach Westen sind noch Ansätze der Umfassungsmauer erkennbar.“ (burgeninventar.de)

„Die ansonsten ungegliederte Fassade weist lediglich einige einfache sowie im ersten Obergeschoss der Moselfront ein Doppelfenster auf. Den oberen Abschluss des Turmes bilden Zinnen. Etwa 2,90 m über dem heutigen Bodenniveau befindet sich an der Ostseite der ehemalige Hocheingang des Turmes, der seit der Renovierung 1986/87 über eine hölzerne Außentreppe erreichbar (ist). Zur Ausstattung des Turmes zählten ferner ein Kamin, dessen Abzug noch im ersten Obergeschoss erkennbar ist sowie ein im zweiten Obergeschoss befindlicher Aborterker. Neben den Fensteröffnungen sind zum Teil noch Nischen erkennbar, deren Funktion jedoch bislang nicht geklärt werden konnte. Ob es sich um Wandschränke handelt, muss offen bleiben. Der im Turm in Resten erhaltene Putz stammt sowohl aus der ersten als auch der zweiten Bauphase. Den oberen Abschluss der Fassade bilden Zinnen, hinter denen sich – wie die bauhistorischen Untersuchungen ergaben – ein steiles Zeltdach erhob.“ (EBIDAT)

Aufgrund der Baubeschreibungen fällt die Bewertung des vorrangigen Zwecks des Turmes – Verteidigung oder Wohnfunktion? – keineswegs eindeutig aus. Der Lehmener Turm weist jedoch eindeutig Merkmale für beide Bestimmungen auf und ist daher gleichermaßen als Wohn- und Wehrturm anzusprechen.

Hochwassermarken
An der an der Südseite des Wohnturms befinden sich historische Hochwassermarken, auf denen die Wasserstände jeweils mit einer Linie gekennzeichnet sind. Eine kleinere Marke dokumentiert den Stand der Mosel 1920 mit „HW – 1920“ und eine größere Tafel das Neujahrshochwasser der Mosel 1925/26 mit der Inschrift „HOCHWASSER NEUJAHR 1925-26 – STAND AM 31. DEZ. 25.“ (vgl. Abb.).

Lage
Der Turm ist auf den historischen Karten, die das Areal der früheren Siedlung zeigen, nicht separat eingezeichnet. Auf der aktuellen amtlichen Liegenschaftskarte ALK Rheinland-Pfalz findet sich der Wohnturm interessanterweise als „Wasserturm“ eingetragen.

Kulturdenkmal
Die Gemarkung „Turm des Hofguts Lehmen an der B 49 in Richtung Nehren“ ist ein eingetragenes Kulturdenkmal: „Ruine eines romanischen Wohnturms, Dendro 1233/34“ (denkmallisten.gdke-rlp.de)

(Franz-Josef Knöchel, Digitales Kulturerbe LVR, 2019)

Internet
denkmallisten.gdke-rlp.de: Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Cochem-Zell (Denkmalverzeichnis Kreis Cochem-Zell), Stand 11. Januar 2019, S. 31 (abgerufen 18.01.2019)
www.ms-visucom.de: EBIDAT-Datenbank des Europäischen Burgeninstitutes, „Lehmener Hof“ von Jens Friedhoff (abgerufen 19.01.2019)
www.burgeninventar.de: Wohnturm Lehmen (Inhalt dort nicht mehr verfügbar, abgerufen über web.archive.org, abgerufen 19.01.2019)
de.wikipedia.org: Wohnturm Hofgut Lehmen (abgerufen 19.01.2019)
www.ediger-eller.de: Lehmener Turm (abgerufen 21.01.2019)

Literatur

Franzen, Friedrich Jos. (1963)
Geschichte der Pfarrei Ediger/Mosel. Olpe.
Wegner, Hans-Helmut (Hrsg.) Archäologische Denkmalpflege Koblenz (Hrsg.) (2005)
Cochem-Zell, Landschaft an der Mosel. (Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland.) S. 107-111, Stuttgart.

Wohnturm „Leema Thon“

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Bundesstraße B 49
Ort
56814 Ediger-Eller - Ediger
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Auswertung historischer Karten, Übernahme aus externer Fachdatenbank, Auswertung historischer Schriften
Historischer Zeitraum
Beginn 1220 bis 1245

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„Wohnturm „Leema Thon“”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-290212 (Abgerufen: 21. August 2019)
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