Burgruine Neukastel bei Leinsweiler

Neukastell, Nicastel

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde, Architekturgeschichte
Gemeinde(n): Leinsweiler
Kreis(e): Südliche Weinstraße
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 11′ 21,36″ N: 8° 00′ 56,3″ O / 49,18927°N: 8,01564°O
Koordinate UTM 32.428.275,01 m: 5.448.962,46 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.428.321,82 m: 5.450.703,05 m
  • Geamtansicht von Osten

    Geamtansicht von Osten

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    Dieter Barz
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  • Älterer Aufgang und Treppenturmrest

    Älterer Aufgang und Treppenturmrest

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    Jürgen Keddigkeit
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  • Felskammer

    Felskammer

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    Jürgen Keddigkeit
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  • Buckelquader am Bergfried

    Buckelquader am Bergfried

    Fotograf/Urheber:
    Frank Wittkowski
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Die frei zugängliche, weitgehend abgegangene Höhenburg in Spornlage befindet sich auf dem Föhrlenberg 240 Meter über dem Dorf Leinsweiler an der Südlichen Weinstraße.

Zugang
Baubeschreibung
Geschichte

Zugang
Die Burgruine Neukastell befindet sich in Privatbesitz und ist vom Dorf Leinsweiler über den Parkplatz am Slevogthof auf einem steilen, ausgeschilderten Weg zu erreichen. Man betritt heute wie früher das Burgareal über einen vorgelagerten Erdwall. Dahinter erstreckt sich von Nordost nach Südwest an der Hauptangriffsseite der teilweise verschüttete, aus dem Fels gemeißelte, an der Burgseite darüber hinaus aufgemauerte, Halsgraben, in dessen Mitte der Rest eines Steinsockels zu erahnen ist. Er diente als Auflager einer (Zug?)Brücke, die Mitte des 16. Jahrhunderts im Zusammenhang mit dem dort vorhandenen Kräutergarten erwähnt wird.

Eine Pförtnerstube auf der nordöstlichen Seite markierte die Zutrittsmöglichkeit zur Unterburg. Hier begannen, bzw. endeten der langgestreckte, ovale Bering der Unterburg, bzw. der in späterer Zeit zusätzlich vorgelegte Zwinger.
An der Nordseite des Felsens führte ein durch Tore gesicherter Aufgang – später durch einen Treppenturm ersetzt – weiter zur Plattform des Oberburgfelsens, dem Standort von Bergfried und Palas.
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Baubeschreibung
Die Burg Neu-Kastell ist zweigeteilt und besteht aus einer den eigentlichen, frei stehenden, 20 Meter hohen Burgfelsen umfassenden Unterburg und aus einer das vorgenannte Felskompartiment besetzenden Oberburg. Die ehemalige Unterburg hat einen Umfang von ca. 120 x 40 Metern. In ihrer Mitte erhebt sich der Oberburgfels, der einen unteren Umfang von 40 x 20 und einen oberen von 25 x 6 Metern aufweist.
Von den Gebäuden der Unterburg sind mit Ausnahme einer Felskammer, einer Treppe und weniger Fundamentrillen keine sichtbaren Spuren mehr vorhanden. Auf der Oberburg sind die Fundamentbetten von Gebäuden, einer Filterzisterne sowie der Sockel des Turmes erhalten.

Unterburg
Die heute verschwundene Unterburg lehnte sich ringförmig an das Felsmassiv an. Sie begrenzte und schützte ein Bering. Von dieser Ringmauer ist lediglich auf der Südseite ein Mauerrudiment - im Regelfall lediglich das Füllmauerwerk - mit einer Länge von ca. 20 Metern sichtbar. Die wertvollen, bearbeiteten Quader der Außenschale wurden entfernt. Auf der Ostseite ist eine in den Fels geschrotete Fundamentgründung sichtbar, die verdeutlicht, dass die Mauern des Berings eine Breite von ca. 1,5 Metern aufwiesen.
Man geht davon aus, dass sich in einer ersten Bauphase Unterburggebäude an das steil aufsteigende Felskompartiment anlehnten. Darauf verweisen in unterschiedlicher Höhe verschieden große Balkenlöcher in den Felswänden. Sie dürften unterschiedlichen Bauzeiten angehören. Da es – tiefer gelegen – in den Wänden Halterungen zum Anbinden von Tieren gab, dürfte es sich um Stallungen gehandelt haben.

Einer späteren Bauphase zuzurechnen ist die (halb-) runde Ausarbeitung eines Treppenturmes in der Felsnordseite. Drei Windungen zur Aufnahme hölzerner Treppenstufen sind erhalten. Die Stärke der besser erhaltenen Außenmauern betrug ca. einen halben Meter. Der 1624 als „Schneck“ bezeichnete Treppenturm ersetzte letztlich den alten Aufgang zur Oberburg.
Unweit des Aufganges befindet sich der spitzbogige Eingang zu einem unvollendeten Felsenkeller. Der Innenraum wurde offensichtlich nicht fertiggestellt. Darauf verweist eine mit Basis und Kapitell versehene, nicht abschließend bearbeitete Stützsäule, die freistehend die Decke des wohl doppelt großen Raumes hätte stützen sollen.
Dem Keller benachbart ist eine trichterförmige Bodenvertiefung sichtbar, wohl der Rest des ehemaligen, später eingerichteten Ziehbrunnens. Er war von einem Brunnenhaus überbaut. Auch die östliche Felswand des Oberburgfelsens weist an seinem Fuß Balkenlöcher und Halterungen auf, so dass auch hier Stallungen eingerichtet waren. Auffällig ist die Größe von sechs Balkenlöchern an der Felssüdseite, die auf ein mehrstöckiges Steinhaus hindeuten.
Diese Gebäude der älteren Bauphase brach man später ab und errichte sie als randständige Gebäude direkt entlang der Ringmauer. Diese Baulichkeiten der Unterburg, die ein Plan des frühen 17. Jahrhunderts wiedergibt, sind heute nicht mehr sichtbar. Lediglich das aus dem Fels geschrotete Fundament des sog. alten Kellerhauses ist noch teilweise zu erkennen, ebenso der Anschlag einer Türöffnung.
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Aufgang zur Oberburg
Der ältere und der neuere Standort des Aufgangs waren identisch. Ursprünglich führte wohl eine Holzrampe zur ersten von 23 Stufen einer ca. ein Meter breiten Treppe, die entlang des Oberburgfelsens zu dessen Plateau führte. Diese Rampe – ca. zwei Meter Höhenunterschied – wurde durch den späteren Bau des runden Treppenturms ersetzt. Die in den Fels geschrotete vorgenannte Treppe ist zweigeteilt. Auf halber Höhe befindet sich an der Aufstiegswende eine etwas breitere Freifläche. Hier künden Fundamentspuren im Fels und ein karger Mauerrest von der Unteren Pforte oben im Haus. Von hier führte ein Treppenhaus weiter und endete letztlich am Bergfried.

Bergfried
Der möglicherweise zweigeteilte Bergfried erhob sich auf einem etwas tiefer gelegenen Absatz des Oberburgfelsens an der nordwestlichen Angriffsseite und deckte nicht nur die hinter ihm liegenden Wohnbauten der Oberburg sondern auch Wall, Graben, Brücke und Zwinger. Die bemerkenswerte äußere Breite des Turmes – ca. 13 Meter – und die topographischen Gegebenheiten machten eine Schildmauer auf der Oberburg überflüssig. Der geländebedingt (schwach) fünfeckige Turm hatte eine Mauerstärke von ca. 1,70 Metern. Die zweischalige Mauer wies auf ihrer Außenseite Buckelquader mit Randschlag auf. Auf der Südseite konnten in der jüngeren Vergangenheit der Sockel und die fünf unteren Quaderreihen freigelegt werden.
Die Gesamtinnenfläche (ca. 130m2) lässt bei angenommenen drei Stockwerken an einen Wohnturm denken. Darauf verweisen auch die Funde von Ofenkacheln im Turminneren.

Bankette
Auffällig sind die auf halber Höhe des Oberburgfelsens aus dem Sandstein gearbeiteten Bankette, die – ca. einen Meter breit – rund um den Fels führen. Sie dienten als Fundament für aufgehendes Mauerwerk, das zur Vergrößerung der Grundfläche des Oberburgplateaus, bzw. des sich dort befindlichen Gebäudes diente. Diese Mauer wird einer späteren Umbauphase zugerechnet.
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Oberburg
Aufgehendes Mauerwerk von Baulichkeiten auf dem Oberburgfelsen sind eher Mangelware. Gleichwohl lassen die wenigen Bauspuren – im Regelfall aus dem Fels geschrotete Fundamente und ein Türanschlag – weiterführende Überlegungen zu. Ein langgestrecktes (20 x 7 Meter), zweigeteiltes Gebäude nahm den gesamten Südteil des Felsens ein. Hier sind auch das in der Frühen Neuzeit erwähnte Fürstengemach, sowie eine Kammer daneben, die Frauenzimmerkammer und die Essstube zu suchen. Das Palasnordende barg (im Untergeschoss des Palas) eine Zisterne.

Kapelle
Da im 13. Jahrhundert Messbücher, ein Kelch und ein Messgewand erwähnt werden, ist schon damals eine Burgkapelle zumindest nicht vollends auszuschließen. Im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit wird mehrfach eine Kapelle mit einer Glocke erwähnt. Ihr Standort ist unbekannt.

Wasserversorgung
Neben dem jüngeren Brunnen in der Unterburg gewährleisteten eine Zisterne in der Oberburg und die nahegelegene Quelle „Kaltenbrunn“ die Wasserversorgung.
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Geschichte
Die frühe Geschichte von Burg Neukastel ist unbekannt. Dies betrifft vor allem das Erbauungsjahr. Andererseits ist bereits 1123 (einmalig) mit dem als Zeugen genannten Heinrich von Neukastel ein Adeliger nachweisbar, der sich offensichtlich nach der Burg benennt. Die späteren Nachweise von Otto und Berenger von Neukastel, bzw. deren Stellung in den Zeugenlisten kaiserlicher Urkunden 1156 und 1176 belegen deren reichsministerialen Status. Dementsprechend dürfte „Neukastel wohl schon zu dieser Zeit als Reichsburg anzusprechen“ (Alexander Thon) sein. Zur gleichen Zeit oder nur wenig später prosperierte nach Ausweis der Schriftquellen das Ministerialengeschlecht. So ist das Familienmitglied Ludwig (1198-1209) häufig im Umfeld König Philipps von Schwaben nachgewiesen, Balduin von Neukastel (1209-1249) agierte bei König Heinrich (VII.) während Heinrich (1237-1276) zuletzt als Speyerer Dompräbendar wirkte.
Letztlich endete die Zugehörigkeit der Herren von Neukastel zur namengebenden Burg um die Mitte des 13. Jahrhunderts. 1246 weilte König Konrad IV. auf dem Trifels und damals übergab Isengard, die Frau des (abwesenden) Reichstruchsessen Philipp I. von Falkenstein, zusammen mit den Reichskleinodien unter anderem Burg Neukastel dem König.
Auch 1252/55 bleiben die Herren von Neukastel unerwähnt. Damals benannte sich mit Ludwig von Schüpf, dessen Familie im Rechtsrheinischen beheimatet war, nach der Burg. Erleichtert dürfte dieser Zugriff auf die Burg seine Tätigkeit als Landvogt im Speyergau gehabt haben. Die Zusammengehörigkeit von Burg und Amt bestand offensichtlich längere Zeit fort. Diese Überlegung stützt auch ein Rechtsstreit, der am Ende des 13. Jahrhunderts zwischen dem Grafen Friedrich IV. von Leiningen und dessen Sohn Friedrich V. einerseits sowie Heinrich von Banacker andererseits wegen diverser Rechte – dabei die Speyerer Landvogtei und Burg Neukastel – ausgefochten wurde. Damals urteilte ein Schiedsgericht, dass beides zukünftig als Einheit angesehen werden müsse.
In diesem Zusammenhang ist auch die Berufung des Graf Georg von Veldenz zum Landvogt im Speyergau durch König Heinrich VII. im Jahre 1310 zu sehen. Die Amtsüberlassung machte der König von Baumaßnahmen abhängig. Der Graf war verpflichtet, innerhalb von eineinhalb Jahren die recht hohe Summe von 1.200 Pfund Heller an den beiden Reichsburgen Trifels und Neukastel zu verbauen.
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Die Burg als Pfand der Pfalzgrafschaft
Die beiden nun fast durchgängig als Einheit gesehenen Nachbarburgen verpfändete für 6.000 Mark Silber 1330 Kaiser Ludwig der Bayer zusammen mit anderen Objekten an die als Landvögte im Speyergau agierenden Pfalzgrafen Rudolf II. und Ruprecht I. Letztlich sollte dies, wie sich in den nachfolgenden Jahrzehnten herausstellen sollte, sukzessive den Verlust des Status einer Reichsburg herbeiführen. Die beiden Pfalzgrafen bewohnten die Anlagen keineswegs, selbst die eigentlichen, die jeweilige Burg betreffenden Geschäfte wickelte der kurpfälzische Viztum (Stellvertreter der Pfalzgrafen) mit Sitz in Neustadt ab. Auf Umwegen, letztlich durch eine Erbteilung im Jahre 1353, fiel das Reichspfand der Pfalzgrafen an Kurfürst Ruprecht I. (1309- † 1390).
Das Kurfürstentum Kurpfalz wiederum überließ in der Folgezeit Neukastel als Lehen diversen Gefolgsleuten. Als Lehnsleute ragen dabei Konrad und (später) Kunz Landschad von Steinach sowie Schweikhard und (später) Hanemann von Sickingen heraus. Die Lehnsnehmer hatten nicht nur den Nutzen, sondern auch Verpflichtungen übernommen. Dies belegen Baumaßnahmen 1403 und 1407. Kunz Landschad von Steinach soll 400 Gulden zum Bau eines Zwingers verwendet haben und später verbaute Hanemann von Sickingen weitere 100 Gulden.
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Die Burg als Bestandteil des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken
1410 teilten die Söhne des Königs Ruprechts von der Pfalz die pfälzischen Kurlande. Damals fielen unter anderem Neukastel und Trifels in das Los des Herzogs Stephan von -Pfalz-Simmern-Zweibrücken (* 1385 - †1459) und damit endete auch de jure der Status Reichsburg zu sein.
Den Beginn der Zweibrücker Zugehörigkeit prägte eine verwaltungstechnische Neuerung: man installierte das Amt Neukastel. Bedeutender für die weitere Burggeschichte war aber eine Entscheidung des Pfalzgrafen und Herzogs von Pfalz-Zweibrücken Kaspar (* 1458 - † 1527), der im Erbgang von Herzog Ludwig I. von Pfalz-Zweibrücken, genannt der Schwarze, (* 1424 - † 1489) den Amtssitz Neukastel 1444 erhalten hatte. Er machte die Anlage zum Wittumssitz seiner Frau Amalie von Brandenburg. Zwei Jahre vor ihrem Tod, im Jahre 1479 bewohnten drei Ritter– dabei der Landschreiber – drei Reisige (= bewaffnete Knechte), der Keller (Verwalter), eine Küchenmagd und ein Pförtner Neukastel. Zusätzlich waren eine ungenannte Anzahl nicht auf der Burg lebende Bedienstete (froner) dort beschäftigt.
Ähnlich vielen anderen Burgen im heute pfälzischen Raum war im Bauernkrieg 1525 auch Neukastel von den Ereignissen betroffen. Ob ausgeplündert und zerstört oder nur besetzt sei dahingestellt. Auffällig ist, dass bald darauf Herzog Ludwig II. (1502-1532) die Burg mit einem feuerwaffentauglichen Rondell in der Unterburg verstärken ließ.
1558 führte Pfalz-Zweibrücken eine militärische Verwaltungsreform durch. Man stellte die Burgen Trifels und Neukastel unter gemeinsame Aufsicht. Dienstsitz des „Haupt- und Hausmanns“ war Neukastel. Die ersten Hauptleute waren Niclas von Harracorte und Georg Wiechmann. Doch schon um 1579 verlegte man den Oberamtssitz nach Bergzabern. Dies war sicherlich Ausdruck der drastisch gesunkenen Bedeutung der Burg, die nun nur noch als nachgeordnete Kellerei fungierte.
Ein Hoffnungsschimmer für eine bessere Zeit war sicherlich die Tatsache, dass das Testament Herzogs Johanns I. vom Jahre 1591 dem Herzog Johann Casimir, dem jüngsten Sohn Johanns I., Schloss und Amt Neukastel zuwies. Der junge Herzog gedachte die Burg auszubauen und als Residenz zu nutzen. Der geplante Aus-und Umbau war ob des desolaten Zustands dringend notwendig. Die wahrscheinlich kaum bewohnbare, zumindest als Residenz völlig untaugliche Anlage sollte 1606 instand gesetzt werden. Dies misslang gründlich, denn 1611 war Neukastel immer noch unbewohnbar. Ob Johann Casimir die anschließend notdürftig wiederhergestellte Anlage tatsächlich jemals nutzte ist ungewiss.
Weitergehende Pläne Neukastel für Casimirs Ehefrau Katarina Wasa instand zu setzten wurden offensichtlich nicht umgesetzt, denn ab 1618 nutzte der Pfalzgraf Schloss Kleeburg als Wohnsitz. Von weiterbestehenden Umbauplänen für Neukastel zur Residenz zeugt zwar eine Bestandsaufnahme der Baulichkeiten von ca. 1620. Doch beendete der Wegzug Johann Casimirs 1622 nach Schweden wohl die diesbezüglichen Überlegungen.
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Untergang im 17. Jahrhundert
Im Dreißigjährigen Krieg blieb die Burg anfangs von Zerstörungen verschont, doch nach Kriegsende bot sich ein anderes Bild. Offensichtlich war die Anlage weitgehend ruiniert. Man beschränkte sich auf die Wiederherstellung der Ringmauer und stellte ein Gebäude wieder her, das als Wohnung des herzoglichen Amtskellers genutzt wurde.
Im Oktober 1680 zerstörten französische Truppen Neukastel endgültig, so dass die Kellerei nach Bergzabern verlegt werden musste. Die ruinierte und aufgelassene Anlage diente in der Folgezeit offensichtlich als willkommener und gefragter Steinbruch, so dass bereits am Anfang des 19. Jahrhunderts die Burgruine im Wesentlichen der heutigen glich.

Im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler im Kreis Südliche Weinstraße ist folgender Eintrag zu finden: „wohl im 12. Jh. Gegründet, 1689 zerstört, keine Baureste erhalten, bemerkenswerte Berabeitungsspuren, geringe Mauerreste“ (GDKE 2019, S. 66). Die Burgruine Neukastel nördlich von Leinsweiler wurde zur Denkmalzone erklärt.
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(Jürgen Keddigkeit, Bezirksverband Pfalz, 2019)

Literatur

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Ein unbekannter staufischer Wohnturm. Untersuchungsbericht über den Neukasteler Turm. In: Jahrbuch des Landkreises Südliche Weinstraße, S. 184-188. o. O.
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Betrachtungen zum alten Aufgang der Burg Neukastel. In: Jahrbuch des Landkreises Südliche Weinstraße 30, S. 148-151. o. O.

Burgruine Neukastel bei Leinsweiler

Schlagwörter
Ort
76829 Leinsweiler
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Landeskunde, Architekturgeschichte
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1123 bis 1176

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