Storrwoog am Storrbach

Antonettenklause

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Lemberg
Kreis(e): Südwestpfalz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 08′ 47,68″ N: 7° 41′ 22,98″ O / 49,14658°N: 7,68972°O
Koordinate UTM 32.404.445,22 m: 5.444.576,77 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.404.482,60 m: 5.446.315,55 m
  • Storrwoog am Storrbach (2018)

    Storrwoog am Storrbach (2018)

    Copyright-Hinweis:
    Matthias C.S. Dreyer
    Fotograf/Urheber:
    Matthias C.S. Dreyer
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Storrwoog am Storrbach (2018)

    Storrwoog am Storrbach (2018)

    Copyright-Hinweis:
    Matthias C.S. Dreyer
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Storrwoog am Storrbach (2018)

    Storrwoog am Storrbach (2018)

    Copyright-Hinweis:
    Matthias C.S. Dreyer
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Storrwoog am Storrbach (2018)

    Storrwoog am Storrbach (2018)

    Copyright-Hinweis:
    Matthias C.S. Dreyer
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Storrwoog am Storrbach (2018)

    Storrwoog am Storrbach (2018)

    Copyright-Hinweis:
    Matthias C.S. Dreyer
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Der Storrwoog liegt am Mittellauf des Storrbaches, ungefähr auf halber Strecke zwischen Quelle und Mündung in den Salzbach. Der Woog war einst Teil der Holztrift am Storrbach. Er besteht in seinem heutigen Zustand aus drei Teichen. Sie folgen unmittelbar aufeinander und sind jeweils durch einen Erddamm voneinander getrennt. Erbaut wurde der Woog im Jahr 1836. Die Holztrift im Pfälzerwald wurde bis ins späte 19. Jahrhundert betrieben. Der rund fünf Kilometer lange Storrbach zählt zum Einzugsgebiet der Wieslauter im südlichen Pfälzerwald. Das Gewässer entspringt an zwei Quellen am Peterswoog und mündet bei der Ortschaft Salzwoog in den Salzbach. Wenige Kilometer Luftlinie entfernt befinden sich die Ortschaften Lemberg und Hinterweidenthal sowie die Stadt Dahn.

Zu Zeiten der Holztrift im 19. Jahrhundert galt die Bezeichnung Antonettenklause.

Funktion
Das wesentliche Funktionsmerkmal des Storrwooges ist der Umleitungsgraben. Dieser wurde durch Sandsteinquader ausgebaut und führte das Holz an dem Woog vorbei. Gleichzeitig wurde das aufgestaute Wasser vom untersten Woog-Auslass in den Umleitungsgraben abgelassen, um die Trift zu unterstützen.

Die Anlage, die drei Woogteiche und der Umleitungsgraben, ist in ihrer Funktionsweise heute nicht mehr vollständig zu verstehen. Möglicherweise wurde die ursprüngliche Antonettenklause nachträglich in den heute dreigeteilten Storrwoog unterteilt (Koehler, 2010). Heute sind drei Wooge zu sehen, die jeweils durch einen Erddamm voneinander getrennt sind und jeweils durch einen Mönch über einen Grundablass miteinander verbunden sind. Oberer und mittlerer Teich sind abgelassen. Der untere Teich ist teilweise gefüllt. Am unteren Ende des untersten Teiches fehlt das für die Holztrift typische aus rechteckigen Sandsteinquadern gefertigte Absperr- und Auslaufbauwerk. Der Erddamm ist an dieser Stelle holztrift-typisch durch Sandsteinmauerwerk verstärkt. Der Umleitungsgraben parallel zum oberen und mittleren Teich ist deutlich erkennbar, nicht jedoch entlang des unteren Teiches.

Zu Zeiten der Holztrift im 19. Jahrhundert bildeten die drei heutigen Wooge die ursprünglich einteilige Antonettenklause. Der Umleitungsgraben führte damals vollständig an der Antonettenklause vorbei. Vermutlich bildete ein Absperr- und Auslaufbauwerk den unteren Abschluss der Antonettenklause. Dies wird auch durch den mauerverstärkten Erddamm angedeutet.

Nähere Umgebung des Wooges
Der Storrwoog bildet mit der, nur wenige Meter bachabwärts gelegenen, Storrwoogbrücke ein bauliches Ensemble. Auf einer Informationstafel wird erläutert, dass die Brücke zeitgleich mit der übrigen Holztriftinfrastruktur entstanden war. Außerdem wird ausgeführt, dass die nur wenige Meter vom heutigen untersten Woog entfernt liegende Querung seinerzeit nicht als Auslaufbauwerk diente, wie man angesichts des heute fehlenden Absperr- und Auslaufbauwerks vermuten könnte.
Rund dreihundert Meter bachabwärts vom Storrwoog und der Storrwoogbrücke befand sich einst der für die Holztrift zuständige Storrwoogerhof, an den der Ritterstein Nr. 210 erinnert.

(Matthias C.S. Dreyer, Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, 2018)

Literatur

Albrecht, Karl-Heinz / Landkreis Pirmasens (Hrsg.) (1983)
Die südpfälzische Holztrift und ihr Ende vor 100 Jahren. (Heimatkalender für das Pirmasenser und Zweibrücker Land 1983.) S. 53-56. Rengsdorf (Westerwald).
Generaldirektion Kulturelles Erbe (Hrsg.) (2018)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Südwestpfalz (Denkmalverzeichnis Kreis Südwestpfalz, 02. Juli 2018). o. O. Online verfügbar: gdke-rlp.de Kreis Südwestpfalz (PDF), abgerufen am 21.11.2018
Koehler, G. (2010)
Konzept zur ökologischen Bewertung und Entwicklung der Wooge im Biosphärenreservat Pfälzerwald. (Reihe der Berichte des Fachgebietes Wasserbau und Wasserwirtschaft der TU Kaiserslautern (Bericht 20).) o. O.

Storrwoog am Storrbach

Schlagwörter
Ort
66969 Lemberg
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Bauaufnahme, Archivauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger, Übernahme aus externer Fachdatenbank
Historischer Zeitraum
Beginn 1836 bis 1881

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Storrwoog am Storrbach”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-288978 (Abgerufen: 15. September 2019)
Wir verwenden Cookies, um die Nutzbarkeit unserer Seiten zu optimieren. Falls Sie mit der Speicherung von Cookies nicht einverstanden sind, finden Sie weitere Informationen auf unserer Internetseite.
Seitenanfang