Eickser Mühle

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Mechernich
Kreis(e): Euskirchen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 37′ 48,44″ N: 6° 37′ 33,17″ O 50,63012°N: 6,62588°O
Koordinate UTM 32.332.097,34 m: 5.611.384,23 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.544.327,56 m: 5.610.686,86 m
  • Wohnhaus der Eickser Mühle (2018)

    Wohnhaus der Eickser Mühle (2018)

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    Annette Schwabe / Landschaftsverband Rheinland
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  • Eickser Mühle (2018)

    Eickser Mühle (2018)

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  • Eickser Mühle, Detailansicht (2018)

    Eickser Mühle, Detailansicht (2018)

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Die Eickser Mühle liegt am Zusammenfluss des Mühlenbaches und des Bruchbaches nordöstlich von Eicks.

Ursprung
Der Standort der Mühle ist seit der Mitte des 15. Jahrhunderts n.Chr. nachgewiesen. Aus einem Schriftstück aus dem Jahr 1634 lässt sich schließen, dass die Mühle vorher an einer anderen Stelle des Dorfes bestanden haben muss und an diesen neuen Standort verlegt wurde. Die Zahlung von Abgaben der Eickser Mühle am neuen Standort ist seit 1469 belegt (Leduc 1987).
Mit einem Wehr wurde das zufließende Wasser des Mühlenbaches reguliert. Die Achse des Mühlrads lag auf der Grenze der Gemarkungen Eicks und Kommern. Aufgrund dieses Kuriosums mussten die Müller bis zum Ende der Territorialherrschaft im 19. Jahrhundert n.Chr. an beide Reichsherrschaften Abgaben liefern. Der Grund hierfür liegt vermutlich in einer nicht überlieferten Vereinbarung. Der neue Standort ermöglichte eine Nutzung auch durch Landwirte auf Nideggener Gebiet. Die Eickser Mühle befand sich von Beginn an im Besitz der Grundherren von Eicks und war mit Mühlenbann und Mühlenzwang versehen (Leduc 1987).

Neubau einer Ölmühle mit weiteren Nutzungen
1557 wurde von Heinrich von Reuschenberg neben der bestehenden Getreidemühle eine Ölmühle neu errichtet. Dadurch betrachtete Johann Palandt als Mitherr seine Mühlenrechte als eingeschränkt und erwirkte vermutlich ein Urteil beim „Hohen Gericht zu Koellen“,aufgrund dessen Wasserrad, Mahlwerk und Instrumente aus der Ölmühle genommen und der Getreidemühle zugeführt wurden. 1624 durfte die Ölmühle mittels Vertrag wieder in Betrieb genommen und erweitert werden. Als Besonderheit wurde daraufhin von einem einzigen Wasserrad die Ölmühle sowie zusätzlich eine Wollmühle und eine Fellmühle angetrieben. Der Eigentümer Wilhelm Harthart von Hompesch ließ zwei steinerne Brücken errichten und forderte eine beträchtliche Pacht. Die Auslastung dieser „dreifältigen Mühle“ war allerdings offenbar nicht groß genug, denn 1690 wurde sie als „schneidt- und oligs Mühlen“ verpachtet. Die Nutzung als Woll- und Fellmühle war bis dahin bereits aufgegeben worden. Die Schleifmühle wechselte ihren Besitzer und wurde 1790 an den Freiherren Clemens August von Syberg verkauft, auf dessen Grund die Mühle stand. Über den Zeitraum danach finden sich keine Aufzeichnungen, die Schneidmühle ist untergegangen (Leduc 1987).

heutige Nutzung
Die ehemals zur Mühle gehörigen Gebäude sind heute bewohnt.

kulturhistorischer Zeugniswert
Die Eickser Mühle weist einige Besonderheiten auf, vor allem die Lage auf der Territorialgrenze und die ungewöhnliche Mehrfachnutzung.

Hinweise
Das Objekt „Eickser Mühle“ ist wertgebendes Merkmal des historischen Kulturlandschaftsbereiches Schloss Eicks, Weingartener Höfe (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 246).
Die Eickser Mühle ist ein eingetragenes Baudenkmal (Denkmalnummer 338) (de.wikipedia.org: Baudenkmäler Mechernich).

(Annette Schwabe, LVR-Fachbereich Regionale Kulturarbeit / Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2018)

Internet
de.wikipedia.org: Liste der Baudenkmäler in Mechernich (abgerufen 28.06.2018)

Literatur

Leduc, Norbert (1987)
Eicks: Ein Dorf in der Geschichte. (Führer und Schriften des Rheinischen Freilichtmuseums und Landesmuseums für Volkskunde in Kommern.) Köln.

Eickser Mühle

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
In den Färbersgärten
Ort
53894 Mechernich - Eicks
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Auswertung historischer Karten, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1469

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
Annette Schwabe (2018): „Eickser Mühle”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-281171 (Abgerufen: 13. Juli 2024)
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