Ruine der Winneburg bei Cochem

Winnenburg über dem Enderttal

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Cochem
Kreis(e): Cochem-Zell
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Ruine der Winneburg bei Cochem, davor die im Frühjahr 2018 erneuerte nordwestliche Zufahrts-Holzbrücke (2018)

    Ruine der Winneburg bei Cochem, davor die im Frühjahr 2018 erneuerte nordwestliche Zufahrts-Holzbrücke (2018)

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  • Bergfried und Außenmauern des oberen Burghofs der Ruine der Winneburg bei Cochem, Ansicht von Westen (2018)

    Bergfried und Außenmauern des oberen Burghofs der Ruine der Winneburg bei Cochem, Ansicht von Westen (2018)

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  • Bergfried und Mauern des oberen Burghofs der Ruine der Winneburg bei Cochem, Ansicht von Südwesten (2018).

    Bergfried und Mauern des oberen Burghofs der Ruine der Winneburg bei Cochem, Ansicht von Südwesten (2018).

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  • Historische Darstellung der Winneburg von 1576 und das Wappen der Herrschaft Winneburg und Beilstein (2018).

    Historische Darstellung der Winneburg von 1576 und das Wappen der Herrschaft Winneburg und Beilstein (2018).

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  • Ruine der Winneburg bei Cochem, der untere Burghof im Westen der Burgruine (2018).

    Ruine der Winneburg bei Cochem, der untere Burghof im Westen der Burgruine (2018).

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  • Burgruine der Winneburg bei Cochem, Zugang vom unteren zum oberen Burghof im Süden der Ruine (2018).

    Burgruine der Winneburg bei Cochem, Zugang vom unteren zum oberen Burghof im Süden der Ruine (2018).

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  • Burgruine der Winneburg bei Cochem, Zugang vom unteren zum oberen Burghof im Süden der Ruine (2018).

    Burgruine der Winneburg bei Cochem, Zugang vom unteren zum oberen Burghof im Süden der Ruine (2018).

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  • Burgruine der Winneburg bei Cochem, Mauerreste im Bereich des oberen Burghofs (2018).

    Burgruine der Winneburg bei Cochem, Mauerreste im Bereich des oberen Burghofs (2018).

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  • Burgruine der Winneburg bei Cochem, Gebäuderreste im östlichen Bereich des oberen Burghofs (2018).

    Burgruine der Winneburg bei Cochem, Gebäuderreste im östlichen Bereich des oberen Burghofs (2018).

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  • Winneburg bei Cochem, Gebäuderreste im östlichen und südlichen Bereich des oberen Burghofs (2018).

    Winneburg bei Cochem, Gebäuderreste im östlichen und südlichen Bereich des oberen Burghofs (2018).

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  • Burgruine der Winneburg bei Cochem, Gebäuderreste im südlichen Bereich des oberen Burghofs, im Turm ein Wappen der Herrschaft Winneburg und Beilstein (2018).

    Burgruine der Winneburg bei Cochem, Gebäuderreste im südlichen Bereich des oberen Burghofs, im Turm ein Wappen der Herrschaft Winneburg und Beilstein (2018).

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  • Informationstafel und Wanderweg-Hinweistafeln an der Burgruine Winneburg oberhalb des Enderttals bei Cochem (2018).

    Informationstafel und Wanderweg-Hinweistafeln an der Burgruine Winneburg oberhalb des Enderttals bei Cochem (2018).

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Die Ruine der Winneburg (auch Winnenburg) ist der Überrest einer Höhenburg auf einem knapp 300 Meter hohen Felskegel über dem Endertbachtal bei Cochem an der Mosel.

Geschichte
Archäologische Funde lassen vermuten, dass das Burgareal schon in spätrömischer Zeit genutzt wurde (Wegener 2005).
Der Erbauungszeitraum der Winneburg ist nur ungefähr zu fassen. Dieser variiert zwischen „zweites Viertel 13. Jahrhundert“ (Informationstafeln vor Ort), „um 1240“ (cochem.bemap.eu), „1248/49“ (Wegener 2005), „zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts“ (de.wikipedia.org und eine Wegweisertafel der „Cochemer Ritterunde“ mit Verweis auf einen 1248 gestorbenen Cuno von Winneburg) bis hin zu „um 1300“ im Denkmalverzeichnis.
Eine ersten Hinweis auf die Burg gibt es im Jahr 1295 über den Ritter Wirich, Sohn des 1270 bezeugten Daniel, der 1296 Gefolgsmann des Luxemburger Grafen Heinrich VII. wurde. Im Jahr 1304 wurde Wirich von Wunnenberg Lehensmann der Trierer Erzbischöfe und die bei diesem Anlass erstmals urkundlich erwähnte Burg deren Offenhaus (ein Betretungs- und Mitbenutzungsrecht zur unentgeltlichen, meist militärischen Nutzung einer Burg oder eines Festen Hauses).

Ab 1362 wurde die Winneburg unter der nun als Winneburg-Beilstein firmierenden Herrschaft auch Offenhaus der Kölner Erzbischöfe und wenig später auch Offenhaus für den Luxemburger Herzog und böhmischen König Wenzel „der Faule“ (1361-1419, 1378 bis 1400 römisch-deutscher König) sowie für die Pfalzgrafen.
Konflikte um diese untereinander konkurrierenden Lehensbindungen – der Winneburg-Beilsteiner Besitz war zeitweise an Kurtrier und die Kurpfalz verpfändet und musste von diesen als Lehen zurück empfangen werden – führten im Sommer 1488 zur Fehde. Im so genannten „Beilsteiner Krieg“ zwischen dem Trierer Kurfürsten Johann II. von Baden (1434-1503, 1456 bis 1503 Erzbischof von Trier) und Cuno III. von Winneburg und Beilstein wurde die Winneburg durch erzbischöfliche Truppen belagert.

Nach dem Aussterben der Herren von Wunnenberg (bzw. später Winneburg) im Jahr 1637, gelangte die Burg Mitte des 17. Jahrhunderts in den Besitz der Familie von Metternich.
Von Oktober 1688 an wurde die Burg im Verlauf des Pfälzischen Erbfolgekriegs von französischen Truppen belagert und schließlich eingenommen, bevor auch Stadt und Burg Cochem erobert wurden. Beim Abzug der Truppen wurde die Winneburg von den Soldaten des „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV. am 16. Mai 1689 niedergebrannt und teilweise gesprengt. Seitdem wurde die verbliebene Ruine nicht wieder aufgebaut.

Im Jahre 1832 kaufte der vor allem durch seine führende Rolle beim Wiener Kongress bekannte österreichische Diplomat und Staatsmann Klemens Wenzel Lothar von Metternich (1773-1859) die Winneburg, ohne diese jedoch wieder zu erneuern. Metternich stammte aus der weit verzweigten Familiendynastie der Herrschaft Winneburg, sein Name lautet korrekt und vollständig Fürst Clemens Wenceslaus Nepomuk Lothar von Metternich-Winneburg zu Beilstein.

Baubeschreibung
Der Gründungsbau soll lediglich aus dem bis heute mit 22 Meter Höhe und 8,5 Meter Durchmesser erhaltenen runden Bergfried samt Ummauerung bestanden haben. Dieses Gebäude erhielt bereits in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts einen umfassenden Ausbau, bei dem eine umfangreichere Ringmauer entstand, die nun zwei Burghöfe umfasste – den oberen und einen neu errichteten im unteren Burgbereich. Im Bereich des oberen Hofs entstanden ein Küchenbau und ein mehrgeschossiger Palas (repräsentativer Saalbau).
„An den Palas setzte ein Wohnturm an, dessen Obergeschoss offenbar die 1333 erstmals erwähnte Burgkapelle aufnahm. Der untere Hof war vom zeitgleich errichteten, westlich vorgelagerten Zwinger aus durch ein einfaches Burgtor unmittelbar neben dem Torturm erreichbar und nahm einen mehrgeschossigen Wohnbau auf seiner Nordseite auf.“ (Informationstafeln vor Ort)

Aus einer Erweiterung, die möglicherweise durch eine 1414 genannte Kreditaufnahme von 1.100 Gulden finanziert wurde, stammen ein weiterer Wohnbau im unteren Burghof, eine tonnengewölbte Durchfahrt hinter dem Burgtor, ein Wirtschaftshaus, eine Umgestaltung des Zwingers und die Anfügung eines Wirtschaftshofs (ebd.).
Da die Veränderungen urkundlich kaum zu fassen sind, überschneiden diese sich vermutlich mit den bei Wegener genannten Erweiterungen im 15. Jahrhundert: „Wohn- und Wirtschaftsgebäude und die Zwingermauer der Vorburg im Westen und Norden mit den Schalentürmen“ (Wegener 2005).

Jüngere Geschichte
Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war der Burgberg noch mit Weinreben bestanden (vgl. etwa die historischen Karten der zwischen 1843 und 1878 erarbeiteten Preußischen Uraufnahme in der Kartenansicht), heute ist die Ruine von einen dichten Mischwald umgeben.

Seit 1932 gehört die Burgruine zum Besitz der über das Enderttal knapp drei Kilometer entfernt gelegenen Stadt Cochem.
Erste Freilegungs- und Ergänzungsmaßnahmen erfolgten 1903/04, in den 1930er und den 1970er Jahren sowie nochmals 2004/05, als die Ruine durch Restaurierungsarbeiten vor dem weiteren Verfall bewahrt wurde. Zuletzt wurde im Frühjahr 2018 der Hauptzugang erneuert, eine nordwestlich anschließende Holzbrücke. Zuvor war diese aufgrund irreparabler Pilzschäden für schwere Lasten gesperrt – und damit auch für Rettungsdienste, für Belange des Denkmalschutzes oder für die festliche Nutzung der Burgruine durch Vereine (rhein-zeitung.de).

Die jederzeit frei zugängliche Burgruine wird nicht bewirtschaftet. Sie ist über zahlreiche Wanderwege aus mehreren Richtungen erreichbar. Die reizvollsten Aufstiege beginnen im Bachtal der „wilden Endert“.

Kulturdenkmal (Denkmalzone)
Die Ruine Winneburg ist als Denkmalzone ausgewiesen: „um 1300 errichtet, im 15. Jh. erweitert, 1689 zerstört; mittelalterliche Burgruine mit rundem Bergfried (frühes 14. Jh.), Teilen des Palas, Wallmauer mit zwei Halbtürmen (14. Jh.), tonnengewölbter Torfahrt; aus dem 15. Jh. Reste von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden und der untere Burghof, Zwingermauer der Vorburg im Westen und Norden mit Schalentürmen.“ (Denkmalverzeichnis Kreis Cochem-Zell, S. 24)

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2018)

Quellen
Undatierte Informationstafeln im Innenhof der Burgruine (Interessengemeinschaft „Winneburger Tross“ und Lorenz Frank, Mainz, www.historischebauforschung.de), Stand April 2018.
Wegweisertafel des Wanderwegs „Cochemer Ritterunde“ am Zugang zur Burgruine, Stand April 2018.

Internet
cochem.bemap.eu: Stadt Cochem, Stadtplan „Ruine Winneburg“ (abgerufen 23.04.2018)
burgrekonstruktion.de: Rekonstruktionszeichnung der Winneburg (Wolfgang Braun, undatiert, abgerufen 23.04.2018)
de.wikipedia.org: Winneburg (abgerufen 23.04.2018)
de.wikipedia.org: Herrschaft Winneburg und Beilstein (abgerufen 23.04.2018)
www.rhein-zeitung.de: „Winneburg Cochem: Die Neue Brücke ist bald fertig“ (Rhein-Zeitung vom 18.03.2018, abgerufen 23.04.2018)

Literatur

Frank, Lorenz; Huyer, Michael (2005)
Burgruine Winneburg bei Cochem. (Rheinische Kunststätten 492.) Neuss.
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2014)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Cochem-Zell (Denkmalverzeichnis Kreis Cochem-Zell, 31. März 2014). S. 24, Koblenz. Online verfügbar: denkmallisten.gdke-rlp.de, Cochem-Zell, abgerufen am 26.11.2015
Wegner, Hans-Helmut (Hrsg.) Archäologische Denkmalpflege Koblenz (Hrsg.) (2005)
Cochem-Zell, Landschaft an der Mosel. (Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland.) S. 104-105, Stuttgart.

Ruine der Winneburg bei Cochem

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Winneburgerweg 36
Ort
56812 Cochem
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Auswertung historischer Karten, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1220 bis 1295
Koordinate WGS84
50° 09′ 21,91″ N, 7° 08′ 33,51″ O / 50.15608°, 7.14264°
Koordinate UTM
32U 367324.05 5557636.55
Koordinate Gauss/Krüger
2581699.93 5558395.41

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„Ruine der Winneburg bei Cochem”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-277989 (Abgerufen: 15. November 2018)
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