Jüdischer Friedhof in Deidesheim

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Deidesheim
Kreis(e): Bad Dürkheim
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Jüdischer Friedhof Deidesheim (2017)

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Ein kleines Grundstück am heutigen Platanenweg unmittelbar östlich des christlichen Gottesackers nutzten die Deidesheimer Juden spätestens um 1700 als Friedhof. Im Jahr 1908 wurde er geringfügig nach Norden erweitert. Der Friedhof ist als Denkmalschutzzone ausgewiesen (Schnabel 1991).

Auf dem 800 Quadratmeter großen Friedhof befinden sich 95 Grabsteine. Die ältesten Steine aus dem 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts befinden sich im Süden des langgezogenen, schmalen Friedhofs. Sie sind meist als Sandsteinstelen mit eingezogenem, halbrundem Abschluss geformt und weisen ausnahmslos hebräische Beschriftungen auf. Die jüngeren Sandsteingrabmäler (seit etwa 1860/70) sind im Detail zunehmend der Gestaltung christlicher Grabsteine angeglichen unter Beibehaltung der ursprünglichen Grundform. Zugleich treten öfter deutsche Beschriftungen auf Vorder- und Rückseite auf. Schließlich konnte die deutsche die hebräische Inschrift völlig verdrängen. Die letzte Beisetzung fand 1933 statt.

Der heute noch bestehende Eingang zum Friedhof entstand um 1880. Zu dieser Zeit war der etwa 100 Jahre alte lebende Zaun an verschiedenen Stellen schon sehr schadhaft. Durch mehrere Nachpflanzungen war dann 1903 die Umfriedung wiederhergestellt.

Geschichte der jüdischen Gemeinde in Deidesheim
Eine relativ große jüdische Gemeinde gab es in Deidesheim bereits im 14. Jahrhundert. Sie wurde im Zug der Pest-Verfolgungen im Frühjahr 1349 vernichtet. Sichere Belege für den Aufenthalt von Juden in Deidesheim finden sich dann erst wieder für das 17. Jahrhundert. So gab der Speyerer Fürstbischof Philipp Christoph von Sötern (1610-1652) am 6. Juni 1613 dem Lazarus und am 27. April 1628 dem Lew und seinem Sohn Abraham gegen entsprechende Geldleistungen Wohnrecht in Deidesheim.
Ende des 18. Jahrhunderts zählte die Gemeinde ca. 40 Personen. Nach einem vorübergehenden Rückgang stieg die Zahl der Gemeindemitglieder in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wieder an und erreichte um 1850 mit ca. 95 Personen ihren Höchststand. Danach verringerte sich die Anzahl der Gemeindemitglieder stetig (1900: 40, 1926: 5).

Einen Betraum hatten die Deidesheimer Juden seit Ende des 17. Jahrhunderts. Er lag im Hintergebäude des Anwesens einer jüdischen Familie am Marktplatz. Der Betraum musste 1852 baupolizeilich geschlossen werden. Noch im selben Jahr wurde eine Synagoge im neuromanischen Stil mit einfacher Ausstattung errichtet. Diese Synagoge in der Bahnhofstraße ist bis heute erhalten.
Eine Mikwe, das Ritualbad, ist aus dem 17. Jahrhundert bekannt. Sie befand sich in einem Haus in der Spitalgasse, das aber nicht erhalten ist.

(Johannes Weingart und Matthias Dreyer, 2018)

Internet
www.alemannia-judaica.de: Friedhof Deidesheim (abgerufen 05.04.2018)

Literatur

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Dokumentation zur Geschichte der jüdischen Bevölkerung in Rheinland-Pfalz und im Saarland von 1800 bis 1945. In: Statistische Materialien zur Geschichte der jüdischen Bevölkerung, (Veröffentlichungen der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, Band 16.) S. 13, 74 und 116, Koblenz.
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Schnabel, Berthold (1991)
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Schnabel, Berthold / Landkreis Bad Dürkheim (Hrsg.) (1991)
95 Grabsteine am Platanenweg. Der jüdische Friedhof in Deidesheim ist Denkmalschutzzone. (Heimat-Jahrbuch des Landkreises Bad Dürkheim 9.) S. 195-200. Otterbach.
Schnabel, Berthold / Landkreis Bad Dürkheim (Hrsg.) (1988)
Die Deidesheimer Synagogen. Seit dem 14. Jahrhundert jüdische Gemeinden in der Weinstadt. (Heimat-Jahrbuch des Landkreises Bad Dürkheim 6.) S. 173-178. Otterbach.
Weber, Otmar (2005)
Die Synagogen in der Pfalz von 1800 bis heute unter besonderer Berücksichtigung der Synagogen in der Südwestpfalz. S. 151. S. 60f., Dahn.
(2003)
Landsynagogen. zwischen Kulturdenkmal, Gedenkstätte und Lernort : eine Dokumentation der Tagung im April 2002 in Waren an der Müritz. S. 17f., o. O.
(1995)
Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 13.1: Kreis Bad Dürkheim, Gemeinde Haßloch, Verbandsgemeinden Deidesheim, Lambrecht, Wachenheim. (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland.) S. 188, Worms.

Jüdischer Friedhof in Deidesheim

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Platanenweg
Ort
67146 Deidesheim
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1700
Koordinate WGS84
49° 24′ 31,68″ N, 8° 10′ 58,69″ O / 49.4088°, 8.18297°
Koordinate UTM
32U 440731.2 5473222.72
Koordinate Gauss/Krüger
3440782.88 5474972.97

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„Jüdischer Friedhof in Deidesheim”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-277936 (Abgerufen: 25. Mai 2018)
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