Um die abgelegenen Grauwackevorkommen bei Müllenbach und Obernhagen rationell ausbeuten zu können, wurde 1898 der Bau einer insgesamt 6 Kilometer langen Feldbahn von Holzwipper nach Müllenbach und weiter über Obernhagen hinaus bis an die Talbecke genehmigt. Bei Holzwipper errichtete man eine Ladeanlage zum Umschlag auf die 1891 eröffnete Reichsbahn Meinerzhagen-Marienheide-Hagen. Zu Beginn des Betriebs setzte man Pferde ein, 1906 wurde der Abschnitt von Holzwipper nach Müllenbach elektrifiziert. Den Betrieb zu und in den Brüchen übernahmen Lokomotiven mit Verbrennungsmotor.
Entlang der Bahntrasse lagen insgesamt acht Brüche wie Perlen einer Kette. Die Bahn erlaubte einen rationellen Betrieb mit Kastenkippern bis zum Brechwerk bei Müllenbach. Im Laufe der Trasse bestanden mehrere Tunnel zur Querung von Schutthalden sowie Brücken für Stichgleise, welche von den Brüchen heraus auf die Halden führten. Von Müllenbach nach Obernhagen bestand zudem eine ältere, kürzere Gleisverbindung, welche die Kuppe mit den Brüchen östlich umging und so einen schnelleren Zugang zu den Brüchen bei Obernhagen und Talbecke ermöglichte. Wie ein Luftbild der Hansa AG zeigt, sind 1938 bis auf die (Steinbrüche Müllenbach 1 und 4) sowie die (Steinbrüche Obernhagen 2 und 3) bereits alle Abbauten aufgegeben, ist die Hochphase des Abbaus offenbar bereits überschritten. Der Betrieb der Bahn wird 1941 eingestellt und damit auch der Steinabbau (vgl. Koch, Kowalski, et al., 2005).
Steinbruch Obernhagen 1 Schon im Kartenblatt von 1894 ist an Stelle des heutigen ovalen Bruchs mit einer Größe von 180 x 120 Metern ein kleiner Abbau verzeichnet. Die Abbauwände erreichen heute Höhen von bis zu 31 Metern. Ein Absatz zeugt von einer zweiten Abbausohle. Laterale Halden fehlen völlig, dafür bildet der Schutt vor dem Steinbruch einen mächtigen Deponiekörper von 230 x 70 Metern Ausdehnung und bis zu 10 Metern Höhe aus. Der im Vergleich zu anderen Brüchen noch weitestgehend offene Bruch, mit fast parkähnlichem Charakter, wird heute als Polizeischießstand genutzt.
Datierung: ab 1894 bis ca. 1930 Betreiber: Bergisch-Märkische Steinindustrie, Gummersbach; Basalt AG, Linz am Rhein Zugang: abgesperrt, Polizeischießstand
(Jörn Kling, 2018)
Literatur
Koch, Sascha; Kowalski, Horst; Christoph Marschner; Heinz Post; Karl E Stock; Klaus Strack (2005)
Eisenbahnen im Oberbergischen und die Geschichte des Bahnbetriebswerkes Dieringhausen. Nümbrecht.
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