Waldfeuchter Windmühle

Windmühle Waldfeucht

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Architekturgeschichte
Gemeinde(n): Waldfeucht
Kreis(e): Heinsberg
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Windmühle Waldfeucht (2017)

    Windmühle Waldfeucht (2017)

    Copyright-Hinweis:
    Welp, Axel / LVR- Abteilung Kulturlandschaftspflege
    Fotograf/Urheber:
    Axel Welp
    Medientyp:
    Bild
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  • Waldfeuchter Windmühle (2017)

    Waldfeuchter Windmühle (2017)

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Geschichte und Standort der Mühle
Bereits um 1590 wurde im Bereich der Waldfeuchter Stadtmauer eine Bockwindmühle erbaut, die im 19. Jahrhundert einstürzte.
Der damalige Mühlenbetreiber Josef Tholen errichtete 1897 als Ersatzbau außerhalb der Ortschaft Waldfeucht in freier Lage eine Holländerwindmühle aus Backstein mit Steert und Segelgatterflügeln. Den Standort hatte der Müller bewusst auf der waldfreien Geilenkirchener Lehmplatte gewählt. Die Waldfeuchter Windmühle erhebt sich bis heute als weithin sichtbare Landmarke und kulturlandschaftliche Dominante in der traditionell landwirtschaftlich genutzten Agrarlandschaft.
Sie verfügt über drei Mühlgänge. Außerdem wurde sie schon beim Bau mit einem Elektromotor versehen, damit auch bei Windstille gemahlen werden kann. Sie gilt als jüngste Windmühle des Rheinlandes.

Mühlenbau und Mühlentypen
Holländerwindmühlen gelten als die modernste Entwicklung der klassischen Windmühle. Sie haben vor allem in Norddeutschland und in den Niederlanden seit dem 16. Jahrhundert die bis dahin vorherrschenden Bockwindmühlen verdrängt.
Regional werden Holländerwindmühlen auch als Kappenwindmühlen, oder in den Niederlanden allgemein als Bovenkruier bezeichnet, was so viel wie Obendreher bedeutet, da sie über eine drehbare Haube oder Kappe verfügen.
Die Haubenverstellung hat den Vorteil, dass die Windmühlenflügel in den Wind gedreht werden können und so optimale Leistung bringen. Das hierfür nötige, als Krühwerk bezeichnete Balkensystem ist so konstruiert, dass es mit relativ geringem Kraftaufwand des Müllers bewegt werden kann.
Dieser Mühlentyp wird bisweilen auch Turmwindmühle genannt. Dabei ist das meist leicht konische Mühlengebäude aus Ziegel gemauert. Dies ist auch bei der Waldfeuchter Windmühle Fall.
Die Variante der Waldfeuchter Windmühle wird auch als Erdholländer bezeichnet. Hier berühren die Enden der Windmühlenflügel fast den Boden und das Mühlengebäude ist im Gegensatz zur Wallholländerwindmühle, die sich auf einem künstlichen Erdwall befindet, ebenerdig errichtet.
An fast jeder Windmühle findet sich an der Flügel- und manchmal auch an der Gegenseite ein sogenanntes Schmuck- oder Bartbrett, auf dem beispielsweise Sinnsprüche, Wünsche oder das Baujahr vermerkt sind.
Auch die Waldfeuchter Turmwindmühle verfügt über ein solches Bartbrett auf dem zu lesen steht: „Doch Koar on Keär jieft Gott der Heär“ (Doch Korn und Kern gibt Gott der Herr).

Die Waldfeuchter Mühle ist betriebsfähig und wird von Müllern des Mühlenverein-Selfkant zum Mahlen von Getreide genutzt.

Öffnungszeiten werden in Rücksprache mit dem Mühlenverein Selfkant bekannt gegeben.

Hinweis
Das Objekt „Waldfeuchter Windmühle“ ist wertgebendes Merkmal des historischen Kulturlandschaftsbereiches Waldfeuchter Windmühle (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 006).
Die Waldfeuchter Windmühle ist ein eingetragenes Baudenkmal (LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, Datenbank-Nummer 47652 / Denkmalliste Stadt Heinsberg, laufende Nummer A 022, eingetragen am 17.01.1984).

(Axel C. Welp, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2017)

Internet
Mühlenverein Selfkant: www.muehlenverein-selfkant.de (Abgerufen am 15.12.17)

Literatur

Schnelle, Werner (2012)
Mühlenbau. Wasserräder und Windmühlen bewahren und erhalten. Berlin.

Waldfeuchter Windmühle

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Kapellenstraße
Ort
52525 Waldfeucht
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Architekturgeschichte
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1897
Koordinate WGS84
51° 03′ 40,46″ N, 5° 59′ 9,54″ O / 51.06124°, 5.98598°
Koordinate UTM
31U 709229.56 5660877.22
Koordinate Gauss/Krüger
2499061.44 5658458.87

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Waldfeuchter Windmühle”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-273512 (Abgerufen: 23. Februar 2018)
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