Jüdischer Friedhof in Kirrweiler

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Kirrweiler (Pfalz)
Kreis(e): Südliche Weinstraße
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 18′ 17,64″ N: 8° 09′ 42,77″ O / 49,3049°N: 8,16188°O
Koordinate UTM 32.439.073,14 m: 5.461.688,71 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.439.124,23 m: 5.463.434,41 m
  • Jüdischer Friedhof Kirrweiler (2017)

    Jüdischer Friedhof Kirrweiler (2017)

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    Anne-Sophie Holderle
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Der Friedhof in Kirrweiler befindet sich am nördlichen Rand des Dorfes und ist über die Jahnstraße erreichbar. Auf dem Friedhof stehen 46 Grabmäler. Seine Fläche beträgt 5,50 ar. Die Anlage ist in der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz eingetragen (Generaldirektion Kulturelles Erbe RLP 2017).

Der jüdische Friedhof in Kirrweiler wurde im Jahr 1849 oder erst im Jahr 1867 als eigener Friedhof angelegt. Zuvor war ein Versuch gescheitert, gemeinsam mit der benachbarten Gemeinde Venningen, einen Friedhof zu errichten.
Zunächst wurden die Toten der jüdischen Gemeinde Kirrweiler auf dem jüdischen Friedhof der Gemeinde Essingen beigesetzt.
Auf dem im 19. Jahrhundert entstandenen Friedhof in Kirrweiler wurden auch die in Maikammer und Diedesfeld verstorbenen Toten der jüdischen Familien beigesetzt. Unter anderem ruht hier Max Rubel (1868-1923), ein jüdischer Mehl- und Getreidehändler, der das Bauernhaus Rubel in Maikammer errichtet hat. Auf seinem Grabstein befindet sich eine Gedenkinschrift für Robert Rubel (1898-1942 KZ), der in der NS-Zeit ermordet wurde.

Geschichte der jüdischen Gemeinde in Kirrweiler
Im bis zum Ende des 18. Jahrhunderts hochstiftisch-speyerischen Amtsort Kirrweiler bestand eine jüdische Gemeinde bis zum Jahre 1916. Die Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurück. Schon im Jahr 1635 werden drei jüdische Familien aus Kirrweiler genannt, die auf der Flucht vor den kriegerischen Wirren des Dreißigjährigen Krieges in Speyer Schutz suchten. Im Jahr 1674 erfährt man von drei in Kirrweiler wieder ansässigen Juden, beziehungsweise jüdischen Familien.
Im 18. Jahrhundert stieg die Zahl der jüdischen Einwohner von Kirrweiler rasch an. Es wurden eine Synagoge, eine Religionsschule und ein rituelles Bad errichtet.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt:
1808 30 jüdische Einwohner (in acht Haushaltungen, 2,6 % der Gesamteinwohnerschaft), 1825 41 jüdische Einwohner (10,3 % der Gesamtbewohnerschaft), 1848 82 jüdische Einwohner (in 18 Familien).
Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ging die Zahl der Juden am Ort durch Ab- und Auswanderung stark zurück. Im Jahr 1900 wurden noch 33 jüdische Einwohner gezählt. Im Jahr 1933 lebten noch zehn jüdische Personen in Kirrweiler. In den darauffolgenden Jahren sind die meisten davon auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert.

Synagoge, Schule und Mikwe
Die erste Synagoge stand vermutlich in der Kirchstraße 4. Im dortigen Anwesen wurde im Jahr 1953 ein altes Judenbad entdeckt. Im Jahr 1766 kaufte die jüdische Gemeinde ein Anwesen in der Schlossgasse und nutzte es als Synagoge. Durch den Erwerb eines Nachbarhauses im Jahre 1830 konnte die Synagoge vergrößert werden. Damals gehörten auch die Glaubensgenossen aus Maikammer zur Synagogengemeinde Kirrweiler. Die Bemühungen der Juden aus Maikammer auf Errichtung einer eigenen Synagoge in Maikammer waren wohl erfolglos.

Eine jüdische Schule ist seit 1844 nachzuweisen. Es war ein eigenes Schulhaus vorhanden. Eine Mikwe, das rituelle Bad, bestand seit dem 17. Jahrhundert.

(Anne-Sophie Holderle und Johannes Weingart, Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, 2018)

Internet
www.alemannia-judaica.de: Kirrweiler Friedhof (abgerufen am 21.09.2017)
www.alemannia-judaica.de: Kirrweiler Synagoge (abgerufen am 22.09.2017)

Literatur

Alicke, Klaus-Dieter (2008)
Lexikon der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum. 3 Bände, 1 Aach - Groß-Bieberau, 2 Großbock -Ochtendung, 3 Ochtrup -Zwittau. Band 2; Sp. 2211ff., o. O.
Arnold, Hermann (1986)
Juden in der Pfalz. Vom Leben pfälzischer Juden. S. 40, 104, 120, 123, 126, 131, 146 und 182, Landau in der Pfalz.
Fischbach, Stefan; Westerhoff, Ingrid / Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2005)
Synagogen Rheinland-Pfalz - Saarland: "... und dies ist die Pforte des Himmels". (Gedenkbuch der Synagogen in Deutschland 2.) S. 212 f., Mainz.
Frey, Michael (1975)
Versuch einer geographisch-historisch-statistischen Beschreibung des kön. bayer. Rheinkreises. Erster Teil (Unveränderter Nachdruck der 1. Auflage Speyer 1836-1837). S. 263, Pirmasens.
Friedel, Heinz / Gerlach, Bernhard H.; Meißner, Stefan (Hrsg.) (2013)
Kirrweiler. Die Geschichte eines pfälzischen Weindorfes. (Ein Kultur-Reiseführer.) S. 66, Speyer.
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (2019)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler - Kreis Südliche Weinstraße. S. 62, Mainz. Online verfügbar: http://denkmallisten.gdke-rlp.de/Suedliche_Weinstrasse.pdf, abgerufen am 22.08.2019
Knopp, Werner / Landesarchiverwaltung Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (1975)
Dokumentation zur Geschichte der jüdischen Bevölkerung in Rheinland-Pfalz und im Saarland von 1800 bis 1945. In: Statistische Materialien zur Geschichte der jüdischen Bevölkerung, (Veröffentlichungen der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, Band 16.) Band 5, S. 74 und 118, Koblenz.
Roth, Fritz (1986)
Das Kirrweilerer Judenbad. (Heimat-Jahrbuch des Landreises Südliche Weinstraße.) S. 65f.. Landau in der Pfalz.
Weber, Otmar (2005)
Die Synagogen in der Pfalz von 1800 bis heute unter besonderer Berücksichtigung der Synagogen in der Südwestpfalz. S. 96f., Dahn.

Jüdischer Friedhof in Kirrweiler

Schlagwörter
Ort
67489 Kirrweiler
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1849 bis 1869

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„Jüdischer Friedhof in Kirrweiler”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-272352 (Abgerufen: 7. Dezember 2021)
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