Bauernhaus Rubel im Eizum

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Architekturgeschichte
Gemeinde(n): Maikammer
Kreis(e): Südliche Weinstraße
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Straßenansicht des Bauernhauses Rubel im Eizum in Maikammer, Weiherstraße (2017).

    Straßenansicht des Bauernhauses Rubel im Eizum in Maikammer, Weiherstraße (2017).

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    Matthias C.S. Dreyer
    Fotograf/Urheber:
    Matthias C.S. Dreyer
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  • Ansicht des Innenhofs des Bauernhauses Max Rubel im Eizum, Maikammer, Weiherstraße (2017).

    Ansicht des Innenhofs des Bauernhauses Max Rubel im Eizum, Maikammer, Weiherstraße (2017).

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Das Haupthaus ist im Jahr 1890 aus gelbem Sandstein in der Ortslage Im Eizum erbaut worden. Es handelt sich um ein typisches Kleinbauernhaus (Weinbau, Ackerbau, kleine Viehzucht für den Eigenbedarf) der Region. Das Anwesen bestand ursprünglich aus einem Wohnteil, einer Scheune, Nebengebäuden und einer zur Straße (Weiherstraße) hin orientierten Verkaufsstelle (errichtet als „Ladenanbau“ 1900). Der Erbauer, Max Rubel, war Mehl- und Getreidehändler. Die Nebengebäude wurden als Lagerflächen, aber auch zur Kleintierhaltung genutzt. Im Jahre 1902 wurde eine „Hofeinfriedigung“ ergänzt.

Eigentümer
Als Eigentümer des Anwesens sind belegt:
  • Max Rubel (Erbauer) bis März 1902
  • Katharina Kosser (Witwe) bis März 1927
  • Margarethe Laubesheimer (geb. Kosser) bis 23. Juli 1987
  • Ingrid Dreyer (geb. Schwaab) ab 24. Juli 1987 bis heute

Erbauer
Max Rubel (*16. Juni 1868, †02. Mai 1923) war ein jüdischer Mehl- und Getreidehändler (Handelsmann). Er entstammte aus Kirrweiler/Pfalz und war verheiratet mit Bertha Benedic. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor. Die Eltern von Max Rubel waren Moses Rubel und Elisabeth Blumenstiel (Schäfer u. Stöckl, 2015). Max Rubel ist auf dem jüdischen Friedhof in Kirrweiler/Pfalz beigesetzt.

Bauphasen
Aus einer Aufstellung für die Brandversicherung (datiert auf den 02. April 1902) sind die einzelnen Bauphasen und der Wert des Gebäudes ersichtlich. Das Gebäude wurde zunächst als Nummer 405 in der Weihergasse errichtet, erhielt später die Nummer 32 und dann 34. Die Gasse wurde in Weiherstraße umbenannt.
  • 1890 - Errichtung des Haupthauses (Wohnhaus) für 4510 Mark.
  • 1895 - Anbau eines Stalles und Magazingebäudes für 2710 Mark.
  • 1895 - Errichtung eines Schuppens für 560 Mark.
  • 1900 - Ladenanbau in südlicher Richtung für 700 Mark.
  • 1902 - Hofeinfriedigung in Eisen für 170 Mark.
In der Summe wurden über 12 Jahre 8650 Mark für das Anwesen investiert.

Grundlegende Sanierung 1987
Die grundlegende Sanierung des Anwesens erfolgte in den Jahren 1987/1988. Es fand eine weitgehende Entkernung statt, sämtliche Installationen wurden erneuert. Die Nebengebäude wurden zu Wohnraum umgenutzt und eine Garage errichtet. Das Anwesen zeigt sich außen weitgehend im Originalzustand als typisches Kleinbauernhaus an der Deutschen Weinstraße (Ortsbausatzung der Ortsgemeinde Maikammer, 2. März 2015).

Im Eizum
Im Eizum ist eine Ortslage (ehemals ein Flurname und eine Weinlage) in der Ortsgemeinde Maikammer.
„Einige Namen sind nicht zu erklären, so Eizum, das 1619 Eutzum geschrieben wurde. Die Aussprache Eiz'm könnte Eizheim vermuten lassen, eine Siedlung an der Stelle ist aber nicht denkbar“. Vorstellbar ist auch „die Abstammung von aha, das Wasser, und an zuppen, das durchsickern bedeutet; es wäre also eine Gewanne, die tiefe Lagen mit Frühjahrsquellen hat.“ (Leonhardt 1928, S. 109).

(Matthias C.S. Dreyer, 2017)

Literatur

Dreyer, Matthias C.S.; Seimetz, Hans-Jürgen / Geiger, Michael (Hrsg.) (2016)
Siedlungsentwicklung und Raumordnung. In: Haardt und Weinstraße. Ein Geo- und Bild-Führer, S. 128-139. Landau in der Pfalz.
Leonhardt, Johannes (1928)
Geschichte von Maikammer=Alsterweiler. S. 109, Maikammer.
Schäfer, Günter; Stöckl, Martina (2015)
Ortsfamilienbuch Maikammer-Alsterweiler. Band 1 und Band 2. S. 679, Neustadt an der Weinstraße.
Wittmer, Richard (2000)
Die Flur von Maikammer-Alsterweiler: Ihre Namen und steinernen Zeugen in Geschichte und Geschichten. S. 115, Maikammer.

Bauernhaus Rubel im Eizum

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Weiherstraße 34
Ort
67487 Maikammer
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Architekturgeschichte
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Geländebegehung/-kartierung, Bauaufnahme, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1870 bis 1890
Koordinate WGS84
49° 18′ 21,48″ N, 8° 07′ 39,13″ O / 49.30597°, 8.12754°
Koordinate UTM
32U 436577.89 5461835.7
Koordinate Gauss/Krüger
3436627.98 5463581.44

Empfohlene Zitierweise

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„Bauernhaus Rubel im Eizum”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-269955 (Abgerufen: 20. August 2018)
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