Japanischer Garten in Kaiserslautern

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Kaiserslautern
Kreis(e): Kaiserslautern
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • An einem Teich gelegener Pavillon im Japanischen Garten in Kaiserslautern (2012)

    An einem Teich gelegener Pavillon im Japanischen Garten in Kaiserslautern (2012)

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  • Blick auf das Kaiserslauterer Rathaus vom Japanischen Garten aus (2014)

    Blick auf das Kaiserslauterer Rathaus vom Japanischen Garten aus (2014)

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  • Teich im Japaischen Garten in Kaiserslautern, im Hintergrund ein Pavillon (2017)

    Teich im Japaischen Garten in Kaiserslautern, im Hintergrund ein Pavillon (2017)

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  • Teich mit kleinem Wasserfall im Japaischen Garten in Kaiserslautern (2017)

    Teich mit kleinem Wasserfall im Japaischen Garten in Kaiserslautern (2017)

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  • Japanischer Garten Kaiserslautern, sitzende Buddha-Statue, in dessen Hände Geld von Parkbesuchern gelegt wurde (2017)

    Japanischer Garten Kaiserslautern, sitzende Buddha-Statue, in dessen Hände Geld von Parkbesuchern gelegt wurde (2017)

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  • Teich im Japanischen Garten in Kaiserslautern (2017)

    Teich im Japanischen Garten in Kaiserslautern (2017)

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  • Teich im Japanischen Garten in Kaiserslautern mit Blick in Richtung einiger Pavillons (2017)

    Teich im Japanischen Garten in Kaiserslautern mit Blick in Richtung einiger Pavillons (2017)

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Die im Jahr 2000 eröffnete Parkanlage ist der größte zusammenhängende japanische Garten Europas. Er befindet sich in der Stadt Kaiserslautern. Auf einer Fläche von 13.500 Quadratmetern beherbergt der Japanische Garten vielfältige Pflanzenarten, zwei Teiche mit einem zehn Meter hohen Wasserfall und als weitere Besonderheit ein über 100 Jahre altes, traditionelles japanisches Tee- und Gästehaus.

Geschichte
Das heutige Gelände des Japanischen Gartens diente bis 1870 als Steinbruch zum Abbau von Sandstein. Knapp 10 Jahre später entwickelte sich das Gelände zu einem privaten Villenpark, welcher unter dem Begriff „Am Abendsberg“ bekannt war. In den südexponierten Hanglagen errichteten wohlhabende Bürger und Fabrikbesitzer der Stadt Kaiserslautern prachtvolle Villen und Bürgerhäuser. Im Volksmund nannte man das Viertel auch den „Bonzenhügel“. Der Villeneigner, Bankier und Kommerzienrat Franz Karl Karcher (1867-1915) ließ nach 1890 einen Landschaftspark im Englischen Stil auf dem Gelände errichten. Der mittlerweile über 100 Jahre alte Baumbestand aus dieser Zeit, bestehend aus Blutbuchen, Zedern und Baumeiben, prägt das Bild des Japanischen Gartens noch heute. Im Zuge des Zweiten Weltkrieges wurden ein Großteil des Geländes und beide auf dem Gelände stehenden Villen zerstört.

Nach dem Konkurs der Kammgarn-Spinnerei Kaiserslautern, die zwischenzeitlich in den Besitz der Gartenanlage kam, fiel das Gelände an die Stadt Kaiserslautern. Im Jahre 1980 wurde das Areal zu einem öffentlichen Park, dem sogenannten „Lautertalpark“ ernannt. Leider erfuhr der Park in den Folgejahren nur eine geringe Pflege, was eine zunehmende Verwahrlosung und Verwilderung zur Folge hatte.
Im Jahr 1988 ging die Stadt Kaiserslautern eine Städtepartnerschaft mit Bunkyo-ku, dem „Universitätsstadtteil“ von Tokyo ein. Es entstand ein enger Austausch mit Japan. Im Jahre 1993 wurde bei einem Besuch der Kaiserlauterer Delegation in der japanischen Partnerstadt der „Kaiserslauterer Platz“ eingeweiht. In diesem Zusammenhang entstand die Idee, im Gegenzug in Kaiserslautern einen japanischen Garten zu schaffen. Die Suche nach einem geeigneten Grundstück für einen solchen Garten erwies sich als schwierige Herausforderung. Nach drei Jahren wurde das Areal des Lautertalparks als geeignetes Grundstück ausgewählt.

1997 gründete sich der Verein „Freunde des Japanischen Gartens Kaiserslautern e.V.“. Er war im Wesentlichen für die Anlage des Gartens zuständig und ist auch heute noch für dessen Pflege und Ausbau verantwortlich. Insgesamt waren fünf Bauabschnitte vorgesehen. Im Juli 1998 starteten die Baumaßnahmen. Nur zwei Jahre später, am 19. April 2000, wurde die Eröffnung des Japanische Gartens gefeiert. Fertig gestellt war zu diesem Zeitpunkt der erste von fünf geplanten Bauabschnitten. In den Folgejahren wurde der Garten stetig weiterentwickelt und ausgebaut. So kam auch das original japanische Tee- und Gästehaus hinzu. Dieses wurde ursprünglich um 1900 in einen Park in Tokio errichtet und diente ausländischen Besuchern und Diplomaten als Gästehaus. 1983 wurde das Haus von einem deutschen Privatmann gekauft und gelangte so nach Deutschland. Im Jahr 2003 wurde es von der Stadt Kaiserslautern erworben und im Japanischen Garten aufgebaut.

Geländebeschreibung
Die Struktur des Japanischen Gartens ist von der Topographie des ehemaligen „Karcher“ Landschaftsgartens geprägt. Von der Lauterstraße zum Abendsberg ergibt sich eine Höhendifferenz von bis zu 20 Metern. Eine Sandsteinmauer macht auf die ursprüngliche Abgrenzung der historischen Villengrundstücke aufmerksam. Sie trennt auch die zwei in ihrer Szenerie unterschiedlich angelegten Teiche, die den Kernbereich des Gartens einnehmen. Dem unteren Teich verleiht ein 10 Meter hoher Wasserfall etwas spektakuläres, während der obere Teich die Kulisse für das japanische Tee- und Gästehaus bietet. Alle Wasseranlagen des Gartens sind miteinander verbunden. Das Bepflanzungskonzept des Gartens verbindet den aus der Zeit des Landschaftsparks erhaltenen Baumbestand mit neuer, typisch japanischer Baumbepflanzung. Durch neu hinzukommende Elemente, wie den 2004 entstandenen Zen-Garten und den 2007 eröffneten Berggarten „tsukiyama“, wächst der Japanische Garten weiter.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit
Der Japanische Garten liegt in fußläufiger Erreichbarkeit nördlich der Innenstadt von Kaiserslautern. Mit dem Auto erreicht man die Parkanlage von der Autobahnabfahrt KL-Ost/KL-West Richtung Stadtmitte/Gartenschau. Parkplätze sind in der Meuthstraße oder der Burgstraße vorhanden.

(Andrea Melzer, ZukunftsRegion Westpfalz, 2017)

Internet
www.japanischergarten.de: Gartenkonzept (abgerufen 17.10.2017)
www.kaiserslautern.de: Japanischer Garten in neue Saison gestartet (abgerufen 17.10.2017)
www.volksfreund.de: Weltraumkarpfen auf dem Bonzenhügel: Unterwegs im japanischen Garten Kaiserslautern (Volksfreund vom 20.08.2012, abgerufen 17.10.2017)

Literatur

Klag-Ritz, Eva (2015)
Pfälzer Gartenschau. Ludwigshafen.

Japanischer Garten in Kaiserslautern

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Am Abendsberg 1
Ort
67657 Kaiserslautern
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 2000
Koordinate WGS84
49° 26′ 52,19″ N, 7° 45′ 52,16″ O / 49.44783°, 7.76449°
Koordinate UTM
32U 410445.56 5477974.72
Koordinate Gauss/Krüger
3410485.18 5479726.77

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Japanischer Garten in Kaiserslautern”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-272254 (Abgerufen: 14. August 2018)
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