Synagoge Kastellaun

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Kastellaun
Kreis(e): Rhein-Hunsrück-Kreis
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Erinnerungs- und Gedenkstein an die Kastellauner jüdische Gemeinde und die 1938 zerstörte Synagoge auf dem jüdischen Friedhof Kastellaun (2008)

    Erinnerungs- und Gedenkstein an die Kastellauner jüdische Gemeinde und die 1938 zerstörte Synagoge auf dem jüdischen Friedhof Kastellaun (2008)

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    Frühauf, Otmar / Alemannia Judaica
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    Otmar Frühauf
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Die jüdische Gemeinde Kastellaun seit dem frühen 19. Jahrhundert:
Erstmals sind jüdische Einwohner 1862 dokumentiert. Bis zur NS-Zeit stieg ihre Zahl langsam, aber stetig an.
Gemeindegröße um 1815: –, um 1880: 26 (1885), 1932: 85 / 88 (1925), 2006: – (Angaben vorab nach Reuter 2007).
Das erste jüdische Ehepaar ist für 1862 bezeugt, im Jahr 1924 umfasste die „um 1892 offiziell gegründete“ jüdische Gemeinde 90 Mitglieder, bis 1938 ging die Zahl auf etwa 20 bis 30 zurück (de.wikipedia.org).
Laut alemannia-judaica.de bestand die jüdische Gemeinde, die auch eine Religionsschule unterhielt, noch bis 1938/42:
„Nach dem Novemberpogrom 1938 wurden die jüdischen Männer in das KZ Dachau verschleppt und dort für mehrere Wochen festgehalten. Die letzten jüdischen Einwohner wurden 1942 deportiert.“

Bethaus / Synagoge: Ende des 19. Jahrhunderts wurde eine Synagoge errichtet, die 1938 zerstört wurde (Reuter 2007).
Alemannia-judaica.de berichtet, dass durch die jüdischen Familien zunächst um 1891 ein angemieteter Betsaal eingerichtet wurde, bevor die jüdische Gemeinde 1892 einen „in der Eifel“ befindlichen „Hofraum groß 85 Meter (= qm), nebst aufstehenden Gebäulichkeiten“ für 1.965 Mark erwerben konnte und sich verpflichtete, „das auf der Parzelle stehende Gebäude gemeinschaftlich auszubauen und auf gemeinsame Kosten herzurichten“. In der Folgezeit wurde das Gebäude zu einer Synagoge umgebaut.
Im August 1931 wurde als einer der Höhepunkte in der Gemeinde- und Synagogengeschichte eine neue Torarolle eingebracht.
Beim Novemberpogrom wurde die Synagoge am 10. November 1938 geschändet und von etwa zehn Männern „mit eisernen Feuerhaken niedergerissen, das Mauerfachwerk mit schweren Zuschlaghämmern niedergeschlagen“. Wenig später – laut synagogen.info 1939 – wurden die Gebäuderuinen abgerissen. „Die Stadt erwarb am 16. Dezember 1942 das Grundstück, der Kaufpreis wurde mit den Abbruchkosten von 550 Reichsmark verrechnet.“ (Zitate nach alemannia-judaica.de).

Vor Ort ist an dem heute als Parkplatz genutzten früheren Standort des Gotteshauses keinerlei Bausubstanz mehr vorhanden.
An die Synagoge erinnert die Inschrift des 1986 errichteten Gedenksteins auf dem jüdischen Friedhof:
„Zur Erinnerung / an die Angehörigen jüdischer Familien aus / Kastellaun, die in den Jahren der national- / sozialistischen Herrschaft aus ihrer Heimat / vertrieben, deportiert oder ermordet wurden. / Die Synagoge stand in der Eifelstraße. / Sie wurde am 10.11.1938 zerstört. / Die Bürger der Stadt Kastellaun.“

(LVR-Redaktion KulaDig, 2017)

Internet
www.kastellaun.de: „Auf jüdischen Spuren“ (PDF-Flyer, 1,8 MB, abgerufen 11.09.2017)
www.alemannia-judaica.de: Kastellaun, Jüdische Geschichte / Synagoge (abgerufen 29.08.2017)
synagogen.info: Synagogen Internet-Archiv, Kastellaun, Eifelstraße (abgerufen 29.08.2017)
de.wikipedia.org: Jüdischer Friedhof Kastellaun (abgerufen 29.08.2017)

Literatur

Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) S. 54, Bonn.

Synagoge Kastellaun

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Eifelstraße
Ort
56288 Kastellaun
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1891 bis 1892, Ende 1938 bis 1939
Koordinate WGS84
50° 04′ 16,21″ N, 7° 26′ 24,86″ O / 50.07117°, 7.44024°
Koordinate UTM
32U 388383.94 5547708.99
Koordinate Gauss/Krüger
2603148.42 5549319.06

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„Synagoge Kastellaun”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-271181 (Abgerufen: 24. Februar 2018)
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