Obere Burg in Kuchenheim

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Archäologie
Gemeinde(n): Euskirchen
Kreis(e): Euskirchen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Die Obere Burg in Kuchenheim, Eckturm. Im Vordergrund Fundamente der Brückenpfeiler (2017).

    Die Obere Burg in Kuchenheim, Eckturm. Im Vordergrund Fundamente der Brückenpfeiler (2017).

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  • Obere Burg in Euskirchen-Kuchenheim, ehemaliger Wehrgraben, Brücke und Eckturm (2017)

    Obere Burg in Euskirchen-Kuchenheim, ehemaliger Wehrgraben, Brücke und Eckturm (2017)

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  • Obere Burg in Euskirchen-Kuchenheim, Brücke und Eckturm (2017)

    Obere Burg in Euskirchen-Kuchenheim, Brücke und Eckturm (2017)

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  • Obere Burg in Kuchenheim, ehemaliger Burggraben (2017)

    Obere Burg in Kuchenheim, ehemaliger Burggraben (2017)

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  • Obere Burg bei Kuchenheim, mit modernen Gebäuden des LVR-Industriemuseums Tuchfabrik Müller (2017)

    Obere Burg bei Kuchenheim, mit modernen Gebäuden des LVR-Industriemuseums Tuchfabrik Müller (2017)

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  • 2017 Archäologietour Nordeifel, Infoblatt Obere Burg in Euskirchen-Kuchenheim (PDF-Datei)

    2017 Archäologietour Nordeifel, Infoblatt Obere Burg in Euskirchen-Kuchenheim (PDF-Datei)

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Auf dem Gelände des LVR-Industriemuseums Tuchfabrik Müller befindet sich das Areal der sogenannten Oberen Burg, einer Wasserburg, deren Wehrgraben vom Erftmühlenbach gespeist wurde. Sichtbarstes Zeugnis ist ein vollständiger Eckturm der ehemaligen Hauptburg. Seit 1259 gehörte die Burg zum erzbischöflichen Kölner Lehen. Sie lag strategisch günstig in unmittelbarer Nähe zu Euskirchen, das der Grafschaft Jülich zugeordnet war. Ausgrabungen des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland im Zuge der Umbaumaßnahmen für das Museumsgästehaus erbrachten wichtige archäologische Informationen zur Entwicklung der Burg. Sie ist eingetragenes Bau- und Bodendenkmal der Stadt Euskirchen.
Als Vorgängeranlage des 11./12. Jahrhunderts wurde bei der Ausgrabung 2004/2005 eine zeittypische Turmhügelburg (Motte) ermittelt, von der sich nur der zentrale Hügel erhalten hat. Westlich davon wird die Vorburg vermutet, die den eigentlichen Wirtschaftsbereich der Anlage darstellte. Im 14. Jahrhundert erfolgte der Umbau zur Wasserburg. Der Wassergraben, der Haupt- und Vorburg trennte, war bis in das 18. Jahrhundert hinein offen, wurde dann aber planmäßig verfüllt. Die Vorburg ist auf der Karte von Tranchot von 1808 noch zu erkennen, während die Hauptburg bereits niedergelegt war.
Durch die Ausgrabung wurden außerdem mehrere Mauerzüge freigelegt, die den Eckturm als Bestandteil eines Herrschaftshauses von 19 Metern Länge zeigen. Vor dessen Frontseite verlief der etwa 9 Meter breite und bis zu 2,40 Meter tiefe Wassergraben, der nicht nur Verteidigungszwecken diente, sondern lange Zeit auch „Müllgrube“ war. Hier fanden sich Scherben des feinen Tischgeschirrs aus dem 14. bis 18. Jahrhundert, Tierknochen, kleine Bronzeteile, Fensterglas, Leder sowie Muscheln aus dem Atlantik. Die Funde lassen auf einen gehobenen Lebensstandard schließen. Einige Objekte sind im Eingangsbereich des Museumsgästehauses ausgestellt. Über den Graben führte eine steinerne Brücke, von der noch drei Pfeiler erhalten sind. Diese fußen auf mächtigen Eichenhölzern einer Vorgängerbrücke. Das älteste Holz datiert den Brückenbau auf etwa 1442.

Die Tuchfabrik und ihre heutige Nutzung
Die adligen Besitzer wechselten häufig, bis die Burg 1755 schließlich in bürgerlichen Besitz überging. Mit seiner Anbindung an den Erftmühlenbach diente das Burgareal seit 1856 als Tuchfabrik. Die Firma Koenen richtete hier zunächst eine Spinnerei und Weberei, später auch eine Näherei für Fertigkleidung her und expandierte stark. Dazu wurden Teile der Burg abgerissen, umgebaut und neue Gebäude im Umfeld errichtet. 1982 musste der Betrieb eingestellt werden. Die Koenen-Gebäude verfielen und wurden später vollständig abgerissen. Letztes Zeugnis dieser Ära ist die Wetterfahne auf dem Rundturm mit den Initialen „JK“ für Jakob Koenen.
Um 1990 übernahm der Landschaftsverband Rheinland (LVR) die Tuchfabrik Müller auf der anderen Seite des Mühlenbachs und richtete diese zu einem Industriemuseum her. In diesem Zuge wurde auch das Gelände der Oberen Burg erworben. Der LVR sicherte 2006 die Mauerfundamente, füllte den Wassergraben, rekonstruierte den Burghügel in Form einer Motte und baute eine moderne Brücke über den historischen Brückenfundamenten. Gleichzeitig wurde das „Museumsgästehaus Mottenburg“ für Schulklassen und Jugendgruppen errichtet.

Hinweise
Die Obere Burg in Kuchenheim ist eingetragenes Bau- und Bodendenkmal (Euskirchen BauD lfd. Nr. 502, BodD lfd. Nr. 74, LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, Datenbank-Nr. 5637, LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, EU 049) und war Station der Archäologietour Nordeifel 2017.

(LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, 2017)

Internet
EBIDAT - Die Burgendatenbank: Kuchenheim, Obere Burg (Abgerufen: 1.9.2017)
de.wikipedia.org: Obere Burg Kuchenheim (Abgerufen: 1.9.2017)
de.wikipedia.org: Kuchenheim (Abgerufen: 1.9.2017)
www.euskirchen.de: Kuchenheim (Abgerufen: 1.9.2017)

Literatur

Herzog, Harald (1989)
Burgen und Schlösser. Geschichte und Typologie der Adelssitze im Kreis Euskirchen. S. 348–352, Köln.
Relles, C.; Rünger, G.; Zanger, Octavia; Tutlies, Petra (2005)
Obere Burg – Kuchenheim. In: Freunde und Förderer des Stadtmuseums e.V. (Hrsg.): Die Burgen um Euskirchen, S. 33–35. Euskirchen.
Tutlies, Petra (2006)
Motte – Burg – Denkmal. Auf der Suche nach der Geschichte der Oberen Burg in Kuchenheim. In: Transmission (Informationsblatt des Fördervereins des LVR-Industriemuseums Euskirchen) 1/2006, Euskirchen.
Tutlies, Petra (2005)
Castrum cugenheim – eine Wasserburg wird Jugendgästehaus. (Archäologie im Rheinland 2004.) S. 120-121. Stuttgart.

Obere Burg in Kuchenheim

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Carl-Koenen-Straße 25b
Ort
53894 Euskirchen - Kuchenheim
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Bodendenkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Archäologie
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Archäologische Grabung
Historischer Zeitraum
Beginn 1000 bis 1100
Koordinate WGS84
50° 38′ 55,26″ N, 6° 49′ 27,56″ O / 50.64868°, 6.82432°
Koordinate UTM
32U 346190.73 5613017.1
Koordinate Gauss/Krüger
2558344.79 5612889.18

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Obere Burg in Kuchenheim”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-271175 (Abgerufen: 16. November 2018)
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