Bismarckturm auf dem Kirchberg bei Landstuhl

Luginsland im pfälzischen Westrich

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Architekturgeschichte
Gemeinde(n): Landstuhl
Kreis(e): Kaiserslautern
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Blick auf den Eingangsbereich des Bismarckturms in Landstuhl (2010)

    Blick auf den Eingangsbereich des Bismarckturms in Landstuhl (2010)

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  • Widmungstafel mit Inschrift und Reichsadlerrelief des Bismarckturms in Landstuhl (2010)

    Widmungstafel mit Inschrift und Reichsadlerrelief des Bismarckturms in Landstuhl (2010)

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  • Reichsadlerrelief auf der Westseite des Bismarckturms in Landstuhl (2010)

    Reichsadlerrelief auf der Westseite des Bismarckturms in Landstuhl (2010)

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  • Blick vom Bismarckturm auf die Stadt Landstuhl und die "Ramstein Air Base", im Hintergrund der Donnersberg (2015)

    Blick vom Bismarckturm auf die Stadt Landstuhl und die "Ramstein Air Base", im Hintergrund der Donnersberg (2015)

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  • Historische Fotografie von 1877: Brustbild-Portrait des Reichskanzlers Otto von Bismarck (1815-1898).

    Historische Fotografie von 1877: Brustbild-Portrait des Reichskanzlers Otto von Bismarck (1815-1898).

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Der 1900 erbaute Bismarckturm auf dem 370 Meter hohen Kirchberg liegt in der Gemeinde Landstuhl im Landkreis Kaiserslautern. Der Bismarckturm misst 19 Meter Höhe. Er liegt 500 Meter westlich der Stadtmitte von Landstuhl. Bei dem Turm handelt es sich um einen der 147 noch erhaltenen Bismarcktürme Deutschlands, die zu Ehren Otto von Bismarcks gebaut wurden. Von der Aussichtsplattform des Turms hat man einen weiten Blick über Landstuhl bis nach Kaiserslautern, zur Burg Nanstein, auf die Sickinger Höhe und über den Flugplatz Ramstein hinweg bis zum Donnersberg.

Initiative und Planung
Otto von Bismarck (1815-1898) war Mitbegründer des Deutschen Reiches und der erste Reichskanzler. Als er im Jahre 1890, aus dem Staatsdienst entlassen wurde, setzte eine Verehrungswelle ein. Sie führte zur Errichtung zahlreicher Denkmale und zu einer ganzen Reihe von „Bismarcksäulen“ und „Bismarcktürmen“. Zum Andenken an den „Eisernen Kanzler“ wurde 1899 kurz nach seinem Tod eine Feuersäule auf dem Kirchberg errichtet. Der heutige Turm wurde auf Anregung und Kosten des saarländischen Großindustriellen Karl Ferdinand Freiherr von Stumm-Halberg (1836-1901) für 27.000 Mark gebaut. Als Bauplatz wählte er ein Waldstück auf dem Kirchberg, das sich in seinem Besitz befand. Den Entwurf für den Turm lieferte der Dresdner Architekt Wilhelm Kreis (1873-1955). Sein Entwurf mit der Bezeichnung „Götterdämmerung“ errang im April 1899 den ersten Preis des Bismarcksäulen-Wettbewerbs der Deutschen Studentenschaft. Nach diesem Vorbild wurden in Deutschland insgesamt 47 Säulen verwirklicht.

Bauphase
1899 wurde mit dem Bau des Bismarckturms begonnen. Die Bauleitung übernahm der Bezirksbaumeister Löhner aus Homburg. Die Ausführung der Bauarbeiten erfolgte durch die Firma Franz Schreiber aus Landstuhl.
Am 30. Juni 1900 wurde der Bismarckturm auf dem Kirchberg eingeweiht. Allerdings konnte der Stifter Freiherr von Stumm-Halberg aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Einweihung teilnehmen. Er verstarb kurze Zeit später.

Architektur
Der Bismarckturm im Baustil der Neoromanik wurde aus heimischem Sandstein gebaut, der in der Nähe des Bauplatzes gebrochen wurde. Als Basis des Aussichtsturmes dient ein quadratisches Podest über drei Ebenen. Die Grundfläche des Böschungspodests beträgt 16,90 Meter x 16,90 Meter und ist nur an der Nord- und Ostseite sichtbar. Der Turmsockel hat eine Höhe von 2,20 Meter und schließt mit einem Gesims ab. Auf dem Sockel erhebt sich ein Turmschaft mit vier Ecksäulen (Drei-Viertel-Säulen), die von einem Architrav mit zweistufigem Oberbau gedeckt werden. Die Säulen sind im oberen Achtel von einem Gesimsband umschlossen. Darauf liegt an jeder Ecke eine Kugel, die zum Architrav überleitet. Auf dem Architrav sitzen zwei (jeweils zurückversetzte) etwa 2 Meter hohe quadratische Aufbauten in Fortführung des Turmschaftes.

In das Turminnere führen 10 mittig am Sockel angebrachte Stufen. Über diese gelangt man über eine steinerne Wendeltreppe mit 74 Stufen zu einer 2,80 Meter x 2,80 Meter großen Aussichtsplattform. Auf der Aussichtsplattform befand sich eine Feuerschale aus Gusseisen mit einem Durchmesser von 1,80 Meter. Dort sollte jeweils an Geburts- und Todestagen Bismarcks ein Feuer brennen. Es ist unklar, ob sich die Innentreppe von Anfang an im Turm befunden hat. Oder, ob der Turm erst nachträglich mit einer Treppe versehen worden ist.
Über dem Eingang ist an der Vorderseite des Turms ein Reichsadlerrelief mit dem Wappen der Familie von Bismarck angebracht. Eine bronzene Tafel wurde nachträglich aufgesetzt. Sie trägt die Inschrift:
„Dem Andenken / des grossen Reichskanzlers / errichtet von / K.F. Freiherr von Stumm-Halberg / 1900“

An der Rückseite des Turms ist ein weiteres Reichsadlerrelief mit Bismarckwappen angebracht.

Die Sandsteine sind als Buckelquader (gebosster Sandstein) vermauert. Dies verleiht dem Turm eine wuchtige Erscheinung und steht ganz in der Tradition der Bismarcksäulen. Lediglich Sockel und Architrav sind in fein behauenem Sandstein ausgebildet. An der Vorderseite ist ein etwa 3 Meter hohes Fenster eingelassen.

Renovierung und Erhaltung
Nach dem Tod des Stifters im März 1901 ging die Säule in das Eigentum der Tochter, Frau Helene von Heimburg, und ihres Ehemannes, Rittmeister Freiherr von Heimburg, über. Die Unterhaltung der Säule erfolgte in den ersten Jahren durch die Freiherrliche von Stumm-Halbergsche Forstverwaltung. 1907 wurde der Bismarckturm an die Stadt Landstuhl übertragen.
Im Jahr 1979 wurde der Turm verschlossen und die Feuerschale entfernt. In den Jahren bis 1985 wurden kleinere Sanierungsarbeiten am Turm durchgeführt, beispielsweise die Erneuerung der Steinstufen am Unterbau. Der Bismarckturm steht unter Denkmalschutz (Denkmalverzeichnis Kreis Kaiserslautern 2017).

Räumliche Lage und Erreichbarkeit
In der Sickingenstadt Landstuhl weisen Schilder den Weg zum Bismarckturm. Die Zufahrt erfolgt über die Luitpoldstraße. An deren Ende biegt der Weg rechts in den Wald. Nach 500 Metern erreicht man einen kleinen Parkplatz. Von dort aus führt ein Fußweg in 5 Minuten zum Turm.

(Sonja Kasprick, ZukunftsRegion Westpfalz, 2017)

Internet
bismarcktuerme.de: Bismarckturm Landstuhl (abgerufen 04.07.2017)

Literatur

Fauth, Hermann (1968)
Der Bismarckturm bei Landstuhl. Großartiger Luginsland im pfälzischen Westrich. In: Pfälzerwald 14 (40), S. 7f.. o. O.
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2017)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Kaiserslautern (Denkmalverzeichnis Kreis Kaiserslautern, 14. Aug. 2017). S. 15, Koblenz. Online verfügbar: denkmalliste.gdke-rlp.de, Kreis Kaiserslautern, abgerufen am 18.10.2017
Lademann, Werner (2011)
Beste Aussichten - Wanderwege zu den Aussichtstürmen in der Pfalz. Offenbach.
Seele, Sieglinde (2005)
Lexikon der Bismarck-Denkmäler: Türme, Standbilder, Büsten, Gedenktafeln. Petersberg.

Bismarckturm auf dem Kirchberg bei Landstuhl

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Luitpoldstraße
Ort
66849 Landstuhl
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Architekturgeschichte
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1899 bis 1900
Koordinate WGS84
49° 24′ 44,12″ N, 7° 33′ 41,83″ O / 49.41226°, 7.56162°
Koordinate UTM
32U 395665.85 5474280.7
Koordinate Gauss/Krüger
3395699.67 5476031.25

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Bismarckturm auf dem Kirchberg bei Landstuhl”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-269951 (Abgerufen: 21. November 2018)
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