Synagoge in Gey

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Hürtgenwald
Kreis(e): Düren
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Wohn- und Geschäftsgebäude in der Broichstraße in Hürtgenwald-Gey im Kreis Düren (2017). Am Standort der späteren Metzgerei befand sich einst das Bethaus der jüdischen Gemeinde. Rechts neben dem Garagentor befindet sich eine Gedenktafel.

    Wohn- und Geschäftsgebäude in der Broichstraße in Hürtgenwald-Gey im Kreis Düren (2017). Am Standort der späteren Metzgerei befand sich einst das Bethaus der jüdischen Gemeinde. Rechts neben dem Garagentor befindet sich eine Gedenktafel.

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    Knöchel, Franz Josef
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Die jüdische Gemeinde Gey seit dem frühen 19. Jahrhundert:
Seit Mitte des 18. Jahrhunderts lebten Juden in Gey. Sie bildeten eine Spezialgemeinde im Synagogenverband Düren. 1932 angeschlossen an Düren.
Gemeindegröße um 1815: –, um 1880: 33 (1885), 1932: 14 (1933), 2006: – (vorstehende Angaben alle nach Reuter 2007).

Bethaus: Der Betsaal wurde wohl bis 1914 benutzt. Danach orientierte man sich nach Gürzenich (Reuter 2007).
An dem Haus des Vorbeters Josef Meyer in der Broichstraße 5 wurde ein kleiner, dicht an der Straße befindlicher Vorbau mit zwei kleinen Fenstern als Betraum errichtet. Bis etwa 1914 wurden dort religiöse Feiern abgehalten (de.wikipedia.org).
Als der Vorbau um 1930 zu einem baufälligen Verkehrshindernis geworden war und der Geyer Jude Seligmann Meyer dort eine Fleischerei errichten wollte, wurde das Gebäude abgebrochen (laut Gedenktafel geschah dies hingegen, um Wohnraum zu schaffen).
Später wurde das Gebäude tatsächlich als Wohnraum und bis 2016 als - von verschiedenen Familien betriebene - Fleischerei genutzt; seit 2016 steht die Lokaleinrichtung leer.

Am 9. September 2001 wurde hier eine metallene Gedenkplatte eingeweiht. Unter der Darstellung eines siebenarmigen Leuchters steht die Inschrift:

An dieser Stelle in der Broichstraße stand bis 1932 eine Synagoge unserer deutschen Bürger jüdischen Glaubens. Das Gebetshaus wurde von jüdischen Bürgern abgebrochen, um ein Wohnhaus zu errichten.
Am Ortsrand von Gey, Richtung Großhau befindet sich der alte jüdische Friedhof, der von Geyer Bürgern gepflegt wird.
Wir danken unseren deutschen Bürgern jüdischen Glaubens für all das, was sie für unsere gemeinsame Heimat und die Menschen und die Ortsvereine geleistet haben.
Wir bedauern das große Leid und Unrecht das ihnen widerfahren ist.
Die Bürger von Hürtgenwald
2001

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2017)

Internet
de.wikipedia.org: Synagoge Gey (abgerufen 13.06.2017)

Literatur

Pracht, Elfi (1997)
Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, Teil I: Regierungsbezirk Köln. (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern im Rheinland 34.1.) S. 95, Köln.
Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) S. 44, Bonn.

Synagoge in Gey

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Broichstraße 5
Ort
52393 Hürtgenwald - Gey
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1866, Ende 1914 bis 1930
Koordinate WGS84
50° 44′ 54,43″ N, 6° 25′ 14,22″ O / 50.74845°, 6.42062°
Koordinate UTM
32U 318041.02 5625025.02
Koordinate Gauss/Krüger
2529729.58 5623747.37

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Empfohlene Zitierweise
„Synagoge in Gey”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-268908 (Abgerufen: 19. November 2018)
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