Ernst-Dienstbach-Steg in Weilburg

Rothe Brücke Weilburg, Kettenbrücke Weilburg

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Weilburg
Kreis(e): Limburg-Weilburg
Bundesland: Hessen
  • Ernst-Dienstbach-Steg in Weilburg, Blickrichtung Westen (2017)

    Ernst-Dienstbach-Steg in Weilburg, Blickrichtung Westen (2017)

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  • Östlicher Zugang zum Ernst-Dienstbach-Steg in Weilburg (2017)

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  • Erinnerungstafel am östlichen Widerlager des Ernst-Dienstbach-Stegs in Weilburg (2017)

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  • Informationstafel zur früheren Funktion der Kettenbrücke in Weilburg, dem Vorläufer des Ernst-Dienstbach-Stegs (2017)

    Informationstafel zur früheren Funktion der Kettenbrücke in Weilburg, dem Vorläufer des Ernst-Dienstbach-Stegs (2017)

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  • Westliches Widerlager des Ernst-Dienstbach-Stegs in Weilburg (2017)

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  • Westliches Widerlager des Ernst-Dienstbach-Stegs in Weilburg (2017)

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  • Ernst-Dienstbach-Steg in Weilburg (2017)

    Ernst-Dienstbach-Steg in Weilburg (2017)

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  • Östliches Widerlager des Ernst-Dienstbach-Stegs in Weilburg (2017)

    Östliches Widerlager des Ernst-Dienstbach-Stegs in Weilburg (2017)

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  • Ernst-Dienstbach-Steg in Weilburg (2017)

    Ernst-Dienstbach-Steg in Weilburg (2017)

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Der Ernst-Dienstbach-Steg in Weilburg ist eine Stahlträgerkonstruktion. Er besteht in seiner heutigen Form seit 1946 und ermöglicht den Übergang der Lahn durch Fußgänger. Zur Brücke gehören zwei Pfeilerpavillons, die aus dem Jahr 1784 stammen.

Die „Rothe Brücke“
Die Kettenbrücke
Die Fußgängerbrücke

Die „Rothe Brücke“
An Stelle des Ernst-Dienstbach-Stegs befand sich ursprünglich die „Rothe Brücke“, die die Wasserversorgung Weilburgs gewährleistete.
Im 17. Jahrhundert verlief die Weilburger Wasserversorgung durch Bleirohre, die im Bett der Lahn lagen. In der Regierungszeit von Graf Johann Ernst (1675 bis 1719) wurde die Wasserversorgung Weilburgs modernisiert und ausgebaut. Nördlich der Lahn befinden sich große Quellgebiete und das Wasser musste in die südlich des Flusses gelegene Stadt gebracht werden. Das Wasser sollte daher in den Quellgebieten gesammelt und mithilfe einzelner Leitungsstränge über die Lahn in die Stadt transportiert werden. Das Verlegen der Rohre durch das Gewässer war problematisch, da die genutzten Bleirohre dadurch sehr wartungsanfällig waren, was die nachhaltige Wasserversorgung gefährdete und verteuerte. Aufgrund dessen ersann man den Bau einer Brücke, auf der die Leitungsrohre gesammelt über die Lahn geführt werden konnten. Der Bau der einbogigen Holzbrücke erfolgte in den Jahren 1709 und 1710. Ihre Seiten waren geschlossen und sie besaß ein Ziegeldach. Aufgrund ihres roten Anstrichs bekam sie den Namen „Rothe Brücke“. Für ihre Errichtung wurde das Holz von 416 Baumstämmen verbaut, sie kostete 3828 Gulden.

Die Brücke war bereits 1753 baufällig und sie sollte durch einen Neubau ersetzt werden. Die Herrschaft bestand jedoch im Jahre 1777 auf die Instandsetzung der bestehenden Brücke.
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Die Kettenbrücke
Am 27. Februar 1784 zerstörte ein Lahnhochwasser sowie schwerer Eisgang die Rothe Brücke vollständig. Die Wasserversorgung der Stadt war damit gefährdet, weshalb die Planung eines Neubaus schnell in Angriff genommen wurde. Bereits am 10. März 1784 existierte eine Liste mit Vorschlägen für die Errichtung einer neuen Brücke. Die neue Brücke sollte entweder der alten im Aufbau gleichen oder aus Stein mit ein oder zwei Bögen bestehen. Alternativ plante man eine Holzbrücke, die auf hölzernen oder steinernen Pfeilern stand oder die Verlegung der Wasserohre über die alte Weilburger Lahnbrücke. Da bereits in diesem frühen Stadium eine lange Entscheidungsfindung befürchtet wurde, verlegte der 28-jährige Ingenieur Johann Ludwig Leitner zwischen den beiden Widerlagern der Rothen Brücke eine Stange, an die er die Wasserleitung mithilfe von S-förmigen Eisen aufhängte. Die Konstruktion funktionierte und die Wasserversorgung der Stadt konnte teilweise wiederaufgenommen werden.

Am 1. April 1784 legte Leidner der Stadtführung einen Plan vor, acht dieser Konstruktionen nebeneinander anzubringen und damit die städtische Wasserversorgung wieder zu gewährleisten. Die geplante Brücke besaß eine Breite von 2,4 Metern, auf die Ketten sollten Holzbohlen gelegt werden. Darauf sollte ein circa 90 Zentimeter hoher Holzkasten gelegt werden, in dem sich die Leitungen befanden. Aus Eisenblech gefertigte Seitenwände von 1,5 Metern Höhe sollten zusätzlichen Schutz bieten. Die Pfeiler der Widerlager sollten aus Resten der alten Brückenfundamente errichtet werden. Diese sollten des Weiteren zusätzlich im Erdreich verankert werden. In die massiven Pfeiler wurden die Ketten eingebracht, sie konnten einzeln gespannt werden. Oberhalb der Ketten waren die Pfeiler jedoch nicht massiv, da dort die Wasserleitungen entlangführten.

Bei der vorgeschlagenen Konstruktion handelte es sich um die erste Brücke ihrer Art in Kontinentaleuropa. Am 20. Juli 1784 wurde der Bauauftrag erteilt.

Im Jahre 1795 griff starker Wind die Seitenwände der Brücke an. Daher wurden dort anschließend Lücken eingefügt und die Windanfälligkeit damit verringert.

Die Brückenkonstruktion hielt nach ihrer Errichtung für mehr als 100 Jahre weitgehend ohne Beschädigungen. Wartungsmaßnahmen umfassten vor allem das Auftragen von Teer, Harz und Schmiedekohle auf das Holz als Witterungsschutz. Sie wurde, trotz eines Verbotes, regelmäßig durch Passanten zum Überqueren der Lahn genutzt.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Wasserleitsystem in der Lahngegend stark erweitert und umgebaut. 1886 und 1887 bekam Weilburg ein neues Kanalsystem, die Kettenbrücke war nicht mehr notwendig, weshalb die Rohre abgehängt wurden. Im Jahre 1898 ging das Eigentum der Brücke vom Betreiber des Wassernetzes an die Stadt Weilburg über.

Die Kettenbrücke sollte anschließend in eine Fußgängerbrücke umgebaut werden. Diese Bestrebungen wurden jedoch mit Beginn des Ersten Weltkriegs eingestellt.
Erst 1927 kam die Idee des Ausbaus zu einer Fußgängerbrücke wieder auf die Tagesordnung, man verzichtete darauf jedoch aus finanziellen Gründen.
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Die Fußgängerbrücke
Der Bau der Fußgängerbrücke konnte erst mit dem Tod von Ernst Dienstbach in Angriff genommen werden. Er war Mitglied im örtlichen Kulturverein. Als er am 18. August 1932 starb vermachte er Weilburg 10.000 Mark, um diese unter anderem für den Bau einer Fußgängerbrücke zu nutzen. Der Auftrag zum Bau der Brücke wurde 1933 an die Firma MAN in Mainz-Gustavsburg (heute Ginsheim-Gustavsburg) erteilt und 1934 begann der Bau. Hierfür wurden zunächst durch die alten Widerlager Durchgänge errichtet und deren Dächer instandgesetzt. Im Mai wurde die Brücke montiert, ihre Eröffnung erfolgte am 27. Mai 1934. Zu Ehren des Spenders erhielt sie den Namen „Ernst-Dienstbach-Steg“.

Die ursprüngliche Brücke existierte nur elf Jahre, denn am 27. März 1945 sprengten deutsche Truppen den Steg, um den Alliierten den Übergang zu erschweren. Dies geschah zeitgleich mit der Sprengung der steinernen Brücke in Weilburg. Der Wiederaufbau der Brücke erfolgte im Jahr 1946. Das Bauwerk erhielt ebenfalls den Namen „Ernst-Dienstbach-Steg“.
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(Jörn Schultheiß, hessenARCHÄOLOGIE, 2017)

Internet
denkxweb.denkmalpflege-hessen.de: DenkXweb - Ernst-Dienstbach-Steig (abgerufen am 25.04.2017)
weilburg-lahn.info: Von der Kettenbrücke zum Ernst-Dienstbach-Steg (abgerufen am 25.04.2017)

Ernst-Dienstbach-Steg in Weilburg

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Hainallee
Ort
35781 Weilburg
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kulturdenkmal gem. § 9 DSchG Hessen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn 1709 bis 1710
Koordinate WGS84
50° 29′ 9,87″ N, 8° 15′ 27,88″ O / 50.48608°, 8.25775°
Koordinate UTM
32U 447343.32 5592940.27
Koordinate Gauss/Krüger
3447396.96 5594738.02

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„Ernst-Dienstbach-Steg in Weilburg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-267721 (Abgerufen: 17. Dezember 2018)
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