Füllenbacherhof bei Seibersbach

Hofgut Planz, Hof Vielbach, Phillippacherhof, Quetschenbrenner Hof, Fillbacher Hof

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde, Architekturgeschichte, Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Seibersbach
Kreis(e): Bad Kreuznach
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Altes Silo und alter Schweinestall des Füllenbacherhofes bei Seibersbach (2017)

    Altes Silo und alter Schweinestall des Füllenbacherhofes bei Seibersbach (2017)

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  • Alter Kuhstall des Füllenbacherhofes bei Seibersbach (2017)

    Alter Kuhstall des Füllenbacherhofes bei Seibersbach (2017)

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  • Innenhof des Füllenbacherhofes bei Seibersbach (2017)

    Innenhof des Füllenbacherhofes bei Seibersbach (2017)

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  • Scheune des Füllenbacherhofes bei Seibersbach (2017)

    Scheune des Füllenbacherhofes bei Seibersbach (2017)

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  • Wohnhaus des Füllenbacherhofes bei Seibersbach (2017)

    Wohnhaus des Füllenbacherhofes bei Seibersbach (2017)

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Die Geschichte des Füllenbacherhofes
Der Füllenbacherhof wurde bereits im Jahre 1400 urkundlich in Seibersbach erwähnt. Des Weiteren soll er zwischen dem 13. und 17. Jahrhundert sogar ein Dorf gewesen sein. Aufgrund damaliger Unruhen verließen die Bewohner jedoch das Dorf, um in umliegende Dörfer umzusiedeln. So ist überliefert, dass der Hof 1685, wahrscheinlich aufgrund des Dreißigjährigen Krieges, nicht mehr besiedelt war.
In Folge der wechselnden Besitzer und Nutzungen des Hofes ist dieser unter verschiedenen Namen zu finden. Deshalb erscheint er im Jahre 1702 als Vielbachhof in einem Kaufbrief. Die Familie Planz scheint ab dem Jahr 1712 den Füllenbacherhof wieder betrieben zu haben, denn ein Johann Jakob Blanz wird dort geboren. 100 Jahre später kaufen Johann und Jakob Planz den Hof von den Grafen von Ingelheim ab. Von 1854 bis 1968 sind sowohl die Familie Planz als auch Grings, aufgrund einer Erbteilung, die Besitzer.
Im Laufe der Zeit hieß der Füllenbacherhof ebenfalls Phillippacher Hof (um 1800), Fillbacherhof (1795), Hof Vielbach oder Quetschenbrenner Hof.

Die Anordnung der Gebäude
Angesichts der Geschichte des Hofes und etwaigen Unruhen und Kriegen ist es möglich, dass sich der Füllenbacherhof im Laufe der Jahre verändert hat. Dennoch hat die Bausubstanz seit circa 200 Jahren keine grundsätzlichen Änderungen erfahren. Auf der Tranchotkarte von 1811 sind mehrere Gebäude zu sehen, heute ist er um einige weitere Gebäude reicher.

Das heutige gelbe Wohnhaus, welches mit dem grünen Schriftzug „Hofgut – Planz“ verziert ist, war vor circa 400 Jahren ein früherer Kuhstall. Vor 170 Jahren wurden im Zuge eines Umbaus dann die vorherrschenden Materialien Bims und Sandstein verwendet, sowie Bruchsteinmauern erbaut. Ebenso wurden im Laufe der Zeit die tragenden Balken ausgetauscht. So waren vor ungefähr 200 Jahren noch harte Flößbalken aus dem Schwarzwald in den Deckenkonstruktionen verarbeitet worden, wohingegen 2010 andere Balken entdeckt worden sind.

Die Scheune, die ein Bild mit einer Koppel und Pferden zeigt, ist laut dem heutigen Besitzer 200 bis 300 Jahre alt und durch handgeschlagene Balken gekennzeichnet. Der frühere Lagerraum wurde im oberen Teil zum Getreidelager umgenutzt, wobei das Untergeschoss heutzutage als Verkaufsraum dient.

Neben der genannten Scheune wurde 1850 eine neue Scheune erbaut. Das Besondere dabei ist, dass diese aus dem nahegelegenen Windesheim abgebaut, zum Füllenbacherhof hingebracht und dort wiederaufgebaut worden. Deshalb sind auch heute noch alle Balken mit Nummern versehen, um die Scheue wieder korrekt zusammenzubauen. Im Jahre 1955 wurde dann ein neuer Stall hineingebaut, wo auch heute noch Tiere untergebracht sind. Des Weiteren wurde die alte Scheune von außen verputzt, damit das Fachwerk von der Witterung nicht angegriffen wird.

Ein weiteres altes Gebäude schließt sich direkt neben der Scheune an, welches wahrscheinlich nach 1880 erbaut worden ist. Hier finden sich auch wieder Bruchsteinwände und eine Kappendecke. Kappendecken sind durch sich wiederholende, gewölbeartige Segmenttonnen gekennzeichnet. Bis 1967 wurde die heutige Werkstatt als Schweinestall genutzt und zeichnet sich heute mit seiner Südostlage für eine produktive Photovoltaiknutzung aus.

Abschließend befindet sich neben der Werkstatt ein Stall. Auch dieser muss nach dem Jahre 1878 erbaut worden sein, da er noch nicht auf historischen Karten vorzufinden ist. Er ist durch Backsteinmauern gekennzeichnet und wurde bis zuletzt als Kuhstall genutzt. Im Jahre 1956 wurde direkt an dieses Gebäude anschließend ein kleiner Schweinestall erbaut, sodass man direkten Zugang zum Kuhstall hatte und dies die Arbeit erleichterte. Die alte Holzdecke im Kuhstall wurde 1965 abgerissen und durch eine neue ersetzt. Heutzutage werde beide Ställe nur noch dann genutzt, wenn ein Tier für die Schlachtung abgeholt werden soll. Denn an den alten Schweinestall schließt sich ein neuer Kuhstall an, welcher durch seine Offenheit und einfachere Handhabung für die Fütterung und Strohzufuhr eine erheblichere Entlastung darstellt.

Der kleine Turm, der sich rechts der Einfahrt zum Füllenbacherhof befindet, wurde erst 1965 erbaut und diente zu diesem Zeitpunkt als Futtersilo. Es wurden Stahlträger und Bruchsteinmauern hochgezogen und von außen verputzt. Aufgrund der schwierigen Handhabung als Silo, dient er heute nur noch als Abstellraum. Links des Turmes befindet sich ein weiteres Gebäude, welches früher als Schweinestall genutzt wurde und bereits seit 1850 auf der Preußischen Uraufnahme zu sehen ist. Daran schließt sich noch eine kleine Sitznische an. Rechts des Turmes steht ein kleines Holzhaus, das bis 1928 als Bienenhaus diente. In diesem Jahr wurde die Bienenzucht aufgegeben, da alle Bienen erfroren.

Hinter dem neu erbauten Kuhstall wurde etwas höher auf einer Wiese ein neuer Grillplatz gebaut, der durch einen schönen Seeblick zum Entspannen einlädt.

Äußerlich sind alle Gebäude, bis auf das Wohnhaus, weiß verputzt und die Türen und Tore aus hellblauem Holz. Auf dem gesamten Hof finden sich alte landwirtschaftliche Geräte, die Dekorationszwecken dienen, aber auch neue Gerätschaften, dem aktuellen landwirtschaftlichen Betrieb dienen.
Auf dem Dach der Werkstatt und dem Kuhstall befindet sich eine Photovoltaikanlage.

Die heutige Vermarktung des Hofes
Wie bereits erwähnt wird der Füllenbacherhof seit dem 16. Jahrhundert von der Familie Planz bewirtschaftet. Heute wird er vom Landwirtschaftsmeister Hans-Willi Planz geleitet, welcher sowohl eine kaufmännische Ausbildung als auch eine doppelte zum Landwirt besitzt. Im Jahre 1989 wurde ein Naturkostladen mit Emmer und Dinkel aufgebaut. 2003 wurde ein Biosupermarkt eröffnet. Durch Presse, Funk und Fernsehen hat der Füllenbacherhof eine gewisse Bekanntheit erlangt. Des Weiteren bietet der Hof eine Bullentherapie, Führungen und Projekte für Kindergärten und Schulen an und zeichnet sich als Schulbauernhof aus.

(Vivien Behrens, Universität Koblenz-Landau, 2017 / freundliche Hinweise Hans-Willi Planz, 2017)

Literatur

May, Dieter (2005)
Seibersbach - Meine Heimat. Zeugnisse und Geschichten aus alter Zeit. Seibersbach.

Füllenbacherhof bei Seibersbach

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Füllenbacherhof 3
Ort
55444 Seibersbach - Füllenbacherhof
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Landeskunde, Architekturgeschichte, Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1380 bis 1400
Koordinate WGS84
49° 57′ 10,26″ N, 7° 44′ 39,02″ O / 49.95285°, 7.74417°
Koordinate UTM
32U 409911.67 5534144.09
Koordinate Gauss/Krüger
3409950.83 5535918.35

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„Füllenbacherhof bei Seibersbach”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-265529 (Abgerufen: 21. August 2018)
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