Stammhaus der Firma Underberg

Firmensitz und ehemaliges Fabrikationsgebäude

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Rheinberg
Kreis(e): Wesel
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Das Stammhaus des Magenbitter-Herstellers Underberg in Rheinberg vom Marktplatz aus gesehen (2016).

    Das Stammhaus des Magenbitter-Herstellers Underberg in Rheinberg vom Marktplatz aus gesehen (2016).

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  • Der zum Stammhaus des Magenbitter-Herstellers Underberg gehörende "Kräuterturm" in Rheinberg (2016).

    Der zum Stammhaus des Magenbitter-Herstellers Underberg gehörende "Kräuterturm" in Rheinberg (2016).

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  • Blick in die Underbergstraße in Rheinberg mit dem Stammhaus der Firma Underberg (2016).

    Blick in die Underbergstraße in Rheinberg mit dem Stammhaus der Firma Underberg (2016).

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  • Informationsschild an der Eingangstür zum Stammhaus des Magenbitter-Herstellers Underberg in Rheinberg (2016).

    Informationsschild an der Eingangstür zum Stammhaus des Magenbitter-Herstellers Underberg in Rheinberg (2016).

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  • Eingangsbereich des Stammhauses Underberg in Rheinberg (2016).

    Eingangsbereich des Stammhauses Underberg in Rheinberg (2016).

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  • Hörerlebnis zu "Historisches Rheinberg" in deutscher Sprache (Autor: Saskia Löbner, MP3-Audiodatei, 2'48 Minuten, 6,4 MB, 2017)

    Hörerlebnis zu "Historisches Rheinberg" in deutscher Sprache (Autor: Saskia Löbner, MP3-Audiodatei, 2'48 Minuten, 6,4 MB, 2017)

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    Löbner, Saskia / mobile discovery
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  • Hörerlebnis zu "Historisches Rheinberg" in einfacher Sprache (Autor: Saskia Löbner, MP3-Audiodatei, 1'31 Minuten, 3,5 MB, 2017)

    Hörerlebnis zu "Historisches Rheinberg" in einfacher Sprache (Autor: Saskia Löbner, MP3-Audiodatei, 1'31 Minuten, 3,5 MB, 2017)

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Am 17. Juni 1846, am Tag seiner Hochzeit mit Catharina Albrecht, gründete Hubert Underberg die Firma „H. Underberg-Albrecht“ in Rheinberg. Nach dem Vorbild des holländischen „Boonekamp“, einer Art Magenbitter, kreierte Hubert Underberg seine eigene Rezeptur für einen Digestif mit Kräutern aus insgesamt 43 Ländern, der zunächst als „Boonekamp of Maagbitter“ bezeichnet wurde. Herstellungsverfahren, die Kräuter und das Mischungsverhältnis der Kräuter sind bis heute geheim und momentan nur drei Familienmitgliedern und zwei katholischen Geistlichen bekannt.

Aufgrund seiner wohltuenden Wirkung und einer geschickten Marketingstrategie wurde das Rheinberger Produkt schnell im In- und Ausland erfolgreich. Mittlerweile wird der Underberg in über 100 Ländern verkauft. Da der Kräuterdigestif in seiner typischen Verpackung viele Nachahmer fand, ließ die Familie Underberg bald schon ihr Rezept und auch die äußere Ausstattung der Flaschen als Marke schützen. Heute kann das Familienunternehmen Underberg auf eine mittlerweile über 170-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken.

Die Underbergs lebten und arbeiteten in der Rheinberger Marktstraße (die heutige Underbergstraße), gegenüber dem Fischmarkt. In den Jahren 1869-1874 ließen der Firmengründer Hubert Underberg und seine Frau Catharina, geborene Albrecht, an Stelle der alten Gebäude ein großes Stammhaus bauen, das als Wohn- und Geschäftshaus genutzt wurde.
„Den Entwurf im Stil einer italienisch-französisch geprägten Spätrenaissance lieferte der Düsseldorfer Akademieprofessor Ernst Giese. Von den Innenräumen sind das mit klassischen Stukkaturen ausgestattete Vestibül mit Freitreppe und der Saal mit Rokokostukkaturen im ersten Obergeschoss zu nennen.“ (www.route-industriekultur.ruhr).

In dem neu gebauten Stammhaus lebte auch der Sohn des Firmengründers Hubert (II) Underberg mit seiner Frau Katharina, geborene Granderath, und ihren zwölf Kindern. Der designierte Firmennachfolger Hubert (III) Underberg fiel in den letzten Tagen des Ersten Weltkrieges an der Westfront. Hubert (II) Underberg übergab im Jahr 1934, ein Jahr vor seinem Tod, das Unternehmen an seine drei Söhne: Dr. Josef Underberg, Dr. Carl Underberg und Emil (I) Underberg (Archiv Underberg).
Das Stammhaus wird heutzutage auch als Firmenarchiv genutzt. Die Produktion wurde im Jahr 1984 ausgelagert, kehrte aber im April 2001 wieder nach Rheinberg zurück.

Unweit des Stammhauses steht der 56 Meter hohe und in den Jahren 1955/56 von Emil (I) Underberg erbaute Kräuterturm der Firma Underberg. Das ehemalige Lager ist ein Industriedenkmal und soll nach aktuellem Stand zu einem Hotel umgebaut werden.
Emil (I) Underberg ist auch verantwortlich für die Einführung der Kleinflasche im Jahr 1949, in der der Underberg heute ausschließlich zu kaufen ist. Nachdem im Ersten und Zweiten Weltkrieg die Produktion des Underberg eingestellt wurde, weil die Kräuter aus den 43 Ländern nicht mehr in gewohnter Qualität zu kaufen waren, lief sie gegen Ende der 1940er Jahre wieder an.
Emil (I) Underberg wagte einen produkttechnischen Neuanfang und brachte die Underberg-Portionsflasche, getreu seinem Motto „Klein anfangen“, auf den Markt. Sie barg nicht zu bestreitende Vorteile: Eine Nachahmung der Kleinflasche gestaltete sich deutlich schwerer und ein Wiederbefüllen der Portionsflasche mit einem minderwertigen Produkt war unmöglich.

Im September 1964 traten die Urenkel des Firmengründers Emil (II) und Carl Hubertus Underberg als persönlich haftende Gesellschafter in das Unternehmen ein und wurden gleichzeitig Geschäftsführer der Underberg GmbH. Letzterer verließ das Unternehmen im Jahr 1981 und Emil (II) Underberg wurde zum alleinigen Inhaber.
1991 trat die älteste Tochter von Emil (II) Underberg, Frau Dr. Hubertine Underberg-Ruder, in den Verwaltungsrat der Underberg AG in Dietlikon ein und wurde im Oktober des gleichen Jahres zur Präsidentin des Verwaltungsrates gewählt.
Heute führt Emil (II) Underberg das Unternehmen mit seiner Frau Christiane und der gemeinsamen Tochter Dr. Hubertine Underberg-Ruder (Archiv Underberg).

(Sabine Sweetsir, Stadtarchiv Rheinberg / Johanna Siewers, erstellt in Kooperation mit der Biologischen Station im Kreis Wesel e.V. im Rahmen des Projektes „Verborgene Schätze inklusiv“. Ein Projekt des LVR-Netzwerks Kulturlandschaft, 2016 / Historisches Archiv der Underberg GmbH & Co. KG in Rheinberg, 2018)

Internet
www.underberg.com: Unternehmensgeschichte (abgerufen 02.02.2017, Inhalt nicht mehr verfügbar 23.05.2018)
www.underberg.com: Familienunternehmen seit 1846 (abgerufen 23.05.2018)
www.route-industriekultur.ruhr: Underberg-Stammhaus (abgerufen 02.02.2017)

Stammhaus der Firma Underberg

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Underbergstraße
Ort
47495 Rheinberg
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1869 bis 1874
Koordinate WGS84
51° 32′ 44,98″ N, 6° 36′ 6,43″ O / 51.54583°, 6.60179°
Koordinate UTM
32U 333711.43 5713251.85
Koordinate Gauss/Krüger
2541789.43 5712543.01

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Stammhaus der Firma Underberg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-264177 (Abgerufen: 14. November 2018)
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