Barbarossaturm der Schönburg Oberwesel

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Oberwesel
Kreis(e): Rhein-Hunsrück-Kreis
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Im Süden der Burganlage der Schönburg liegen der Torturm, die Kapelle, die Kemenate, der Barbarossa- und Gefängnisturm, der Palas und der obere Burghof, der Hohe Mantel und der untere Burghof. Einzelobjekte, die zum Burghotel gehören, können nicht besichtigt werden.
Der Name geht auf Kaiser Friedrich Barbarossa (1122-1190) zurück. „Barbarossa der sich schon 1152 - er befand sich auf dem Weg zu Königskrönung - einen Eindruck von Ort und Burg verschafft hat [...]“ (Familie Hüttl o.J. S. 9 f.). Der Turm diente ihm später bei seinem Aufenthalt in Oberwesel als Wohnstätte. Der Barbarossaturm, der dem Kaiser gewidmet wurde, sowie der angrenzende Burghof stammen aus einer erweiternden Bauphase Angang des 13. Jahrhunderts. Sowohl der Barbarossa, als auch der Gefängnisturm wurden unmittelbar nacheinander errichtet, sind aber schon seit 1237 nachweisbar.

Der Turm im Südwesten der Anlage ist, wie auch der Gefängnisturm, ebenfalls ein Rundbau. Allerdings stellt sich das zu Grunde liegende architektonische Konzept modifiziert dar. Dieser Turm ist nur fünfgeschossig angelegt und weist demnach lediglich eine Höhe von 17 Metern auf. Durch die geringe Mauerstärke, die zwischen zwei und drei Metern liegt, ergibt sich ein Durchmesser von 2,2 bis 4 Meter für die Wohnräume.
Der ursprüngliche Eingang des Turms lag an der Nordostseite im vierten Geschoss, welches in einer Höhe von circa 10 Metern liegt.

Durch zahlreiche historische Ereignisse sowie Um- und Aufbaumaßnahmen ist die historische Bausubstanz fast vollständig verloren gegangen. Seit 1980 ist der Turm um zwei Meter erhöht. Hierzu wurde auf einem rekonstruierten Gesims aus Sandstein ein Kegeldach aufgesetzt. In diesem Zusammenhang wurde auch eine Stahlbetondecke eingezogen. Das Gewölbe wurde beim Einbau eines Aufzuges entfernt. In diesem Zuge wurden 1979 entdeckte Malereien zerstört.
Durch zwei Zugänge ist er heute mit dem angrenzenden Haus, welches zum Hotel gehört, verbunden.

(Anne Gasper, Universtiät Koblenz-Landau, 2016)

Quellen
www.de.wikipedia.org: Friedrich I., genannt Barbarossa (abgerufen am 30.1.2016)

Literatur

Arbeitsgemeinschaft für Landschafts- und Umweltschutz und für Denkmalpflege e.V. in der Stadt Oberwesel (Hrsg.) (1992)
Heimat Oberwesel. Zwischen Liebfrauen und St. Martin. Ein Stadtführer. S. 102-111, Oberwesel.
Bornheim gen. Schilling, Werner / Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.) (1992)
Oberwesel. (Rheinische Kunststätten 81 (10. durchgesehene Auflage).) S. 17-22, Neuss.
Familie Hüttl (Hrsg.) (o.J.)
Die Geschichte der Schönburg. Bingen.
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (1997)
Die Kunstdenkmäler des Rhein-Hunsrück-Kreises. Teil 2.2: Ehemaliger Kreis St. Goar. Stadt Oberwesel. S. 774-776, München, Berlin.
Schwarz, Anton (2004)
Oberwesel. Bilder aus der Geschichte einer kleinen Stadt am großen Strom. S. 105-124, Koblenz.
Schwarz, Anton (2000)
Eine Zeitreise durch Oberwesel. Historischer Stadtführer. S. 102-108, Dielheim.

Barbarossaturm der Schönburg Oberwesel

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Auf Schönburg
Ort
55430 Oberwesel
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1201 bis 1237
Koordinate WGS84
50° 06′ 3,77″ N, 7° 43′ 57,13″ O / 50.10105°, 7.73254°
Koordinate UTM
32U 409356.39 5550634.81
Koordinate Gauss/Krüger
3409395.24 5552415.56

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„Barbarossaturm der Schönburg Oberwesel”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-254977 (Abgerufen: 19. August 2018)
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