Wohnhaus Holzgasse 4 in Oberwesel

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Oberwesel
Kreis(e): Rhein-Hunsrück-Kreis
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 06′ 23,05″ N: 7° 43′ 33,41″ O 50,1064°N: 7,72595°O
Koordinate UTM 32.408.895,36 m: 5.551.238,40 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.408.934,03 m: 5.553.019,38 m
  • Fachwerkhaus in der Holzgasse 4 in Oberwesel (2016)

    Fachwerkhaus in der Holzgasse 4 in Oberwesel (2016)

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  • Fachwerkhaus in der Holzgasse 4 in Oberwesel (2016) - Informationstafel

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  • Fachwerkhaus in der Holzgasse 4 in Oberwesel (2016): Der rekonstruierte Brunnen am Gebäude.

    Fachwerkhaus in der Holzgasse 4 in Oberwesel (2016): Der rekonstruierte Brunnen am Gebäude.

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  • Fachwerkhaus in der Holzgasse 4 in Oberwesel (2016) - Informationstafel am rekonstruierten Brunnen

    Fachwerkhaus in der Holzgasse 4 in Oberwesel (2016) - Informationstafel am rekonstruierten Brunnen

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Bei dem zweigeschossigen, giebelständigen Fachwerkhaus (Giebel und Fassade sind in einer Flucht bzw. der Giebel ist zur Straße gebaut) in der Holzgasse 4 handelt es sich um ein Eckhaus aus dem Jahr 1576.

Datierung
Diese Jahreszahl kann an einer Knagge unterhalb des Zwergwalms abgelesen werden. Das Eckhaus ist Teil eines Hofes und über einem tonnengewölbten Keller errichtet. Nicht nur anhand der Jahreszahl kann das Objekt der Renaissance (1520-1650) zugeordnet werden, sondern auch aufgrund der rotweißen Farbgebung und der Dimensionen des Fachwerkes. In der Renaissance war es üblich, dass das Fachwerk erst im Obergeschoss ansetzt und das Erdgeschoss massiv und verputzt ist.

Instandsetzung und Rekonstruktion
Zwischen 1983 und 1989 wurde das Fachwerkhaus umfassend unter der Leitung von Edmund Lahnert aus Oberwesel instandgesetzt sowie umgebaut. Hierbei wurde zunächst das Fachwerk freigelegt. Im Zuge der Freilegung traten die schadhaften Hölzer an der Traufseite zutage, die ausgewechselt wurden. Zudem wurde der Erker, der vermutlich vor 1903 abgerissen wurde, nachempfunden bzw. rekonstruiert. Bezüglich des Fachwerks fällt auf, dass das Fachwerk der Traufsicht schlichter gehalten ist als das des Erkers. Vor allem das Fachwerk des an den Erker angrenzenden Brüstungsfeldes weist gebogene Fußstreben auf, die typisch für das spätgotische Fachwerk sind. Die K-förmig angeordneten Streben an der Bergseite weisen auf einen Um- oder auch Anbau im 18. Jahrhundert hin. Außerdem wurde der Dachstuhl erneuert und die Raumaufteilung verändert. Bei der Raumaufteilung wurde jedoch darauf geachtet, dass möglichst die Originaltüren wiederverwendet wurden. So lässt sich beispielsweis im Flur des Obergeschosses ein originaler Tür- und Fenstersturz mit zwei Spitzen und geschweiftem Bogenrücken ausmachen.

Darüber hinaus wurde vor dem Haus der Brunnen rekonstruiert. Das Erdgeschoss des Hauses ist in Bruchstein ausgeführt. Ursprünglich war der Brunnen an der Hausecke als halbrund hervortretender Bruchsteinschacht mit Rundbogen eingesetzt.

Die Fenster
Bei den Fenstern handelt es sich um kleine hochrechteckige Fenster, die noch in ihrer Ursprungsform erhalten sind. An jeder Fassadenseite lassen sich je zwei gesprosste Doppelfenster, die durch Fachwerkständer voneinander getrennt sowie eingebunden sind, ausmachen. Die Fenster wurden durch Sprossen unterteilt, da die großflächige Glasherstellung zu dieser Zeit noch nicht möglich war. Das eng gesetzte und dominierende Fachwerk ist typisch für den Baustil dieser Epoche. Zudem weisen auch die Diagonalstreben rechts und links der Fenster im zweiten Geschoss darauf hin. Eine Besonderheit stellt das rundbogige Fenster im zweiten Giebelgeschoss dar. Dies diente einst als Ladeluke. An der Nordseite des Hauses lässt sich die rote Einfassung eines zugemauerten Fensters erkennen, welches möglicherweise zur Materialanlieferung diente, als dort eine Schmiede ansässig war.

Die Bauweise
Das Schieferfachwerk des über die Stichbalken hervorspringenden Obergeschosses bildet Mannfiguren an den Bundpfosten aus. An den Brüstungsfeldern lassen sich nasenbesetzte Fußstreben und Andreaskreuze ausmachen. Der Erker wird heute durch eine Strebe, die durch eine Figur verziert wurde, abgestützt. Auffällig sind die neben dem rechten Bundpfosten schräg liegenden Stichbalken. Dies ist ein Indiz dafür, dass der heutige Erker schmaler als der ursprüngliche Erker ist. Das kleine überstehende Kegeldach des Erkers, welches durch eine Kugelspitze bekrönt ist, geht an der Rückseite in das leicht abgewalmte Satteldach aus Schiefer über. Neben einem Schornstein lassen sich drei Dachgauben, die in einem Dreieck angeordnet sind, ausmachen. Zudem fallen die floralen Elemente im Dachüberstand des Giebels auf.

Hinweis
Das Objekt „Fachwerkhaus Holzgasse 4“ in Oberwesel ist ein eingetragenes Baudenkmal (Denkmalverzeichnis für den Rhein-Hunsrück-Kreis 2014, S. 46).

(Anne Gasper, Universität Koblenz-Landau, 2016)

Literatur

Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2023)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Rhein-Hunsrück-Kreis. Denkmälerverzeichnis Rhein-Hunsrück-Kreis, 22. Mai 2023. S. 46, Mainz. Online verfügbar: denkmallisten.gdke-rlp.de/Rhein-Hunsrueck-Kreis., abgerufen am 16.06.2023
Initiative Baukultur für das Welterbe Oberes Mittelrheintal (Hrsg.) (2011)
Leitfaden Farbkultur. S. 28, o. O.
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (1997)
Die Kunstdenkmäler des Rhein-Hunsrück-Kreises. Teil 2.2: Ehemaliger Kreis St. Goar. Stadt Oberwesel. S. 931-934, München u. Berlin.

Wohnhaus Holzgasse 4 in Oberwesel

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Holzgasse 4
Ort
55430 Oberwesel
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1576

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
Anne Gasper: „Wohnhaus Holzgasse 4 in Oberwesel”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-254929 (Abgerufen: 23. Mai 2024)
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