Grenzsäule aus dem Herzogtum Nassau in Niederlahnstein

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Lahnstein
Kreis(e): Rhein-Lahn-Kreis
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 18′ 34,08″ N: 7° 36′ 6,65″ O / 50,30947°N: 7,60185°O
Koordinate UTM 32.400.445,02 m: 5.573.974,40 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.400.480,33 m: 5.575.764,31 m
  • Grenzsäule in Niederlahnstein (2016)

    Grenzsäule in Niederlahnstein (2016)

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  • Grenzsäule aus dem Herzogtum Nassau in Niederlahnstein (1980)

    Grenzsäule aus dem Herzogtum Nassau in Niederlahnstein (1980)

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  • Grenzsäule in Niederlahnstein vor dem Nassau-Sporkenburger Hof (2016)

    Grenzsäule in Niederlahnstein vor dem Nassau-Sporkenburger Hof (2016)

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  • Inschriftentafel an der Grenzsäule in Niederlahnstein (2016)

    Inschriftentafel an der Grenzsäule in Niederlahnstein (2016)

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  • Grenzsäule vor dem Nassau-Sporkenburger Hof in Niederlahnstein (2016)

    Grenzsäule vor dem Nassau-Sporkenburger Hof in Niederlahnstein (2016)

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Eine Grenzsäule hatte früher die hoheitliche Funktion die Grenzen zweier Territorien zu markieren. In der Johannesstraße in Niederlahnstein steht eine solche Grenzsäule, die früher am Übergang Emser Straße in Horchheim / Didierstraße in Niederlahnstein stand und die Grenze zwischen dem Herzogtum Nassau und der preußischen Rheinprovinz abgrenzte.

Markierungen an den Grenzübergängen des Herzogtums Nassau
Bis 1866 stand die Säule für den Grenzverlauf zwischen dem Herzogtum Nassau, zu dem Lahnstein gehörte, und der preußischen Rheinprovinz (Koblenz, Horchheim). Auf Anordnung des Herzoglichen Hohen Staatsministeriums in Wiesbaden wurden in den 1820er Jahren zehn Marmorsäulen in Auftrag gegeben, die als repräsentative Markierung an den wichtigsten Grenzübergängen des Herzogtums Nassau stehen sollten. Die Säulen wurden an der Landesgrenze - an regional oder überregional bedeutenden Landstraßen bzw. Chausseen - aufgestellt.
Für die Säule im Amt Braubach bestimmte die nassauische Landesregierung den Platz neben dem großen Hoheitsgrenzstein direkt vor Horchheim als die richtige Stelle. Hier kreuzte die Straße von Horchheim nach Niederlahnstein, ein entlang des Rheins Richtung Ehrenbreitstein führender Vicinalweg, die Grenze zwischen den Hauptgrenzsteinen 173 und 174. Infolgedessen wurde die Säule 1827 in Niederlahnstein aufgestellt.
Neben Grenzsäulen existierten auch Grenzsteine und Grenzbäume. Die Grenze wurde mit Steinen des Herzogtums Nassau (HN) auf der einen Seite und des Königreichs Preußen (KP) auf der anderen Seite markiert. Die Grenzsteine in der Gemarkung Niederlahnstein hatten die Inschrift „NLN“ (Niederlahnstein Nassau). Als das Herzogtum Nassau am 3. Oktober 1866 von Preußen annektiert wurde, wurden fast alle der 10 Grenzsäulen entfernt. Die Lahnsteiner Säule wurde umgeworfen, blieb auf dem angrenzenden Acker liegen und wurde 1869 als Denkmal wieder am gleichen Platz aufgestellt.
Die Grenzsäulen beinhalteten das herzogliche Wappen mit Krone. Dieses wurde 1869 herausgemeißelt, doch sind Umrisse des Schildes noch zu erkennen, ebenso der Platz der Krone.

Grenzsäule am Nassau-Sporkenburger Hof
Die Säule war anlässlich einer Straßenverbreiterung im Jahr 1980 um vier Meter versetzt worden. 2014/15 wurde die Säule in Köln restauriert. Das durch Verwitterung weitgehend zerstörte Kapitell wurde neu geschlagen, das alte kam in das Museum der Stadt Lahnstein im Hexenturm. Auf Beschluss des Stadtrates wurde die Säule im Oktober 2015 vor dem Nassau-Sporkenburger Hof in der Johannesstraße aufgestellt.
Die Säule besteht aus polierfähigem Kalkstein „Lahnmarmor“, der aus einem Steinbruch bei Villmar an der Lahn stammt. In der Strafanstalt in Diez („Diezer Zuchthausfabrik“) folgte die Weiterverarbeitung der Rohblöcke.
Die Grenzsäule setzt sich aus einem unteren und oberen Sockel und dem ca. 2 m hohen Säulenstamm zusammen. Das Kapitell (Kopf der Säule) besteht aus zwei Platten. Insgesamt ist die Säule 3,60 m hoch. Heute ist rechts von der Säule eine Bronzetafel angebracht und weist die Säule als Denkmal aus. In Villmar befindet sich das „Lahn-Marmor-Museum“, das die Entstehung des Lahnmarmors thematisiert.

Das Objekt „Grenzsäule in Niederlahnstein beim ehemaligen Nassau-Sporkenburger Hof“ in Niederlahnstein ist ein eingetragenes Baudenkmal (Denkmalverzeichnis Rhein-Lahn-Kreis, S. 52).

(Milena Bagic, Universität Koblenz-Landau, 2016; Bernd Geil, Stadtarchiv Lahnstein, 2020)




Internet
lahn-marmor-museum.de: Marmor Museum in Villmar (abgerufen am 25.10.2016)
lahnstein.de: Sanierte Grenzsäule findet prominenten Platz (abgerufen am 25.10.2016)

Literatur

Eisenbarth, Willi (1994)
Historische Stätten und Sehenswürdigkeiten in Lahnstein. Ein Lahnsteiner Stadtführer. S. 92, Lahnstein.
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2016)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Rhein-Lahn-Kreis (Denkmalverzeichnis Rhein-Lahn-Kreis vom 04. Mai 2016). S. 52, Mainz. Online verfügbar: denkmallisten.gdke-rlp.de, Rhein-Lahn-Kreis (PDF), abgerufen am 20.10.2016
Roth, Herbert (1999)
Die beiden Lahnmündungsorte unter Nassauischer Herrschaft (1803-1866). In: Seibert, Hubertus (Hrsg.): Vom Kurfürstlichen Ort zur großen kreisangehörigen Stadt. Die Geschichte Lahnsteins im 19. und 20. Jahrhundert, S. 7-40. Lahnstein.
Seibert, Hubertus (1999)
Vom kurfürstlichen Ort zur großen kreisangehörigen Stadt. Die Geschichte Lahnsteins im 19. und 20. Jahrhundert. S. 10f., 34, Lahnstein.

Grenzsäule aus dem Herzogtum Nassau in Niederlahnstein

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Johannesstraße 22
Ort
56112 Lahnstein - Niederlahnstein
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1827 bis 1866

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„Grenzsäule aus dem Herzogtum Nassau in Niederlahnstein”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-252515 (Abgerufen: 21. Juni 2021)
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