Straßendorf Welcherath

ehemals Uuerikenroth, Werchenrede, Welchenrodt

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Welcherath
Kreis(e): Vulkaneifel
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 19′ 13,57″ N: 6° 57′ 55,52″ O 50,32044°N: 6,96542°O
Koordinate UTM 32.355.164,75 m: 5.576.238,75 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.568.798,86 m: 5.576.497,21 m
Das Straßendorf und der Pfarrort Welcherath liegt nördlich des gleichnamigen Baches, die Bebauung um die Pfarrkirche St. Chrysantius und Daria (1702-1752) hat haufendorfähnliche Züge. Das Dorf ist in Hanglage angelegt. Unmittelbar an der Südseite des alten Ortskerns verläuft ein Zubringerbach des Welcherather Baches.

Der Ort ist eines der ältesten Dörfer der Verbandsgemeinde Kelberg. Welcherath wurde erstmals unter dem Namen Uuerikenroth in einer Urkunde des Erzbischofes von Trier Ruotbert (931-956) aus dem Jahre 943 erwähnt (MrhUB 1, Nr. 178, möglicherweise ist diese Urkunde verfälscht). Auf Bitten eines gewissen Ratherus konsekrierte der Trier Erzbischof die Kirche und unterstellte sie als Filialkirche der Pfarrei Nachtsheim. Die Kirche ist vor 1660 mit der Pfarreierhebung zu einer eigenständigen Pfarrkirche geworden (De Lorenzi, 1887, S. 137). In einer Auflistung der Besitztümer der Abtei Maria Laach von 1139 ist von zwei Höfen (In Werchenrede duos mansos) die Rede (MrhUB 1, Nr. 507).

Bei einer Visitation im Jahre 1785 wird eine Schule erwähnt (De Lorenzi 1887, S. 137). Der Ort wurde 1515 und 1553 als „Welchenrodt“ erwähnt. Der Name bezieht sich auf die Rodung des Wericho (Mayer und Mertes 1986, S. 185).
Bis 1795 gehörte Welcherath weltlich zum Kurfürstentum Köln (Amt Nürburg) und kirchlich gehörte die Pfarrei Welcherath zum Eifeldekanat des Erzbistums Köln. Nach der erforderlichen Neuordnung der Grenzen des Bistums Trier 1821 kam die Pfarrei Welcherath zum Bistum Trier.

Während der französischen Herrschaft wurde Welcherath mit der Einverleibung des linken Rheinlandes zu Frankreich von 1798 bis 1813 zu einer eigenständigen Gemeinde („Commune“) in der „Mairie de Kelberg“ (Bürgermeisterei bzw. Amt Kelberg) erhoben. Nach der Übernahme der Verwaltung des Rheinlandes durch die Preußen 1815 blieb Welcherath eine eigenständige Gemeinde der Bürgermeisterei bzw. des Amtes Kelberg. Seit der Kommunal- und Verwaltungsreform von 1970 gehört die Gemeinde zur Verbandsgemeinde Kelberg.

Die Einwohnerzahl weist eine bemerkenswerte Entwicklung auf, denn bereits um1815 hat der Ort mit 159 die meisten Einwohner. 1835 und 1854 verzeichnete Welcherath mit 140 bzw. 146 immer noch eine hohe Einwohnerzahl. Danach sank die Einwohnerzahl auf 87 Einwohner 1871, die bis 1905 auf 91 geringfügig anstieg. Aufgrund der Armut und schlechten hygienischen Umstände in der Hocheifel könnten Auswanderung und Krankheiten hierzu beigetragen haben. Andererseits spricht dagegen, dass diese Umstände in den benachbarten Dörfern gleich waren. Es dauerte bis 1950, bis Welcherath wieder 146 Einwohner hatte. Danach sank die Einwohnerzahl allmählich. 2017 hat der Ort 124 Einwohner.

1896 fand die Planzuteilung der zusammengelegten und mit Wegen erschlossenen, landwirtschaftlichen Nutzflächen im Rahmen der Flurbereinigung in der Gemarkung Welcherath statt (225 ha).

Die ursprüngliche Struktur des Ortskerns an der Haupt- und Dreeser Straße und um die Pfarrkirche ist gut erhalten geblieben. Südlich des Quellbaches, der in den Welcherath mündet, hat das Dorf sich seit den 1960er Jahren allmählich erweitert.

(Peter Burggraaff, Universität Koblenz-Landau, 2018)

Internet
de.wikipedia.org: Welcherath (abgerufen 17.09.2019)

Literatur

Beyer, Heinrich; Eltester, Leopold; Goerz, Adam et al. (1860)
Urkundenbuch zur Geschichte der, jetzt die Preußischen Regierungsbezirke Coblenz und Trier bildenden mittelrheinischen Territorien. Mittelrheinisches Urkundenbuch (MrhUB), Ausgabe Coblenz, 3 Bände 1860-1874. Bd. 1, Koblenz. Online verfügbar: dilibri.de, MrhUB, abgerufen am 17.04.2024
De Lorenzi, Philipp (1887)
Beiträge zur Geschichte sämtlicher Pfarreien der Diöcese Trier. Trier.
Mayer, Alois; Mertes, Erich (1993)
Geschichte, Kultur und Literatur der Verbandsgemeinde Kelberg. Adenau.
Mayer, Alois; Mertes, Erich (1986)
Sagen – Geschichte – Brauchtum aus der Verbandsgemeinde. Daun.

Straßendorf Welcherath

Schlagwörter
Ort
53539 Welcherath
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn 1050 bis 1100

Empfohlene Zitierweise

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Peter Burggraaff (2018): „Straßendorf Welcherath”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-252403 (Abgerufen: 15. Juni 2024)
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