Oberes Wurmtal (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 087)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Landeskunde, Raumplanung, Archäologie
Gemeinde(n): Aachen, Herzogenrath, Würselen
Kreis(e): Städteregion Aachen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Kalkhalde Teuterhof im Wurmtal (2015)

    Kalkhalde Teuterhof im Wurmtal (2015)

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    LVR-Fachbereich-Landschaftliche Kulturpflege
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    Fine Tonhauser
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  • Blick auf den Landschaftsgarten von Haus Ferber und Haus Berensberg (2015)

    Blick auf den Landschaftsgarten von Haus Ferber und Haus Berensberg (2015)

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Das Obere Wurmtal ist hier beschrieben als bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich (KLB) wie im Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Köln. Die wertbestimmenden Merkmale der historischen Kulturlandschaft werden für die Maßstabsebene der Regionalplanung kurz zusammengefasst und charakterisiert.

Landschaftsbereich zwischen Aachen (A 4) und Herzogenrath: Flusslandschaft mit Steilhängen, darin ältester Steinkohlenbergbau Europas mit Stollenlöchern und Pingen, Gebäude der ehemaligen Grube Furth, Kohlenhalde der ehemaligen Grube Gouley und Kalkhalde der Sodafabrikation beim Teuter Hof.

Im Südosten klassizistischer Herrensitz Gut Kaisersruh (18./19. Jahrhundert und frühes 20. Jahrhundert) mit Wohnhaus, Wirtschaftsgebäuden und Remise sowie unmittelbar angrenzend Gut Schönen, Vierseithof, um 1830.

Bei Wolfsfurth ehemalige Wassermühle und Textilfabrik, Stauanlage, Tosbecken (bremsendes Auffangbecken für abfließendes Wasser), Mühlengraben; Abschnitte der spätmittelalterlichen Aachener Landwehr, Hohlwege ins Wurmtal, Bunker des Westwalls.

Paulinenwäldchen: vorgeschichtliche Grabenanlage in Spornlage über dem Wurmtal; 1810 benannt nach Fürstin Pauline Borghese, einer Schwester Napoleons, mit Hohlwegen, der „700jährigen Eiche“ und dem Obelisken „Zum Blauen Stein“ von 1810; historische Wegeverbindung zur Soers parallel zur Wurm; Gutshöfe Bergerbusch (mit Trappistenkloster Mont Sion) und Große Gasse, Kleine Gasse.

Entlang der Wurm ehemalige Wassermühlen (Wolfsfurther Mühle, Adamsmühle und Teutermühle mit sogenannter „Pumpenkunst“ (1685-1800), Pumpermühle und Alte Mühle). Südwestlich Pumpermühle mittelalterliche Grabenanlage, Abschnitte des spätmittelalterlichen Aachener Landgrabens, mittelalterliches bis neuzeitliches Bergbaugebiet, Pingen, Zeche Spidell (Bodendenkmäler). – Am Osthang umfangreiche Relikte des spätmittelalterlichen bis neuzeitlichen Bergbaus: Grube und Zeche Gouley bei Morsbach, Grube Ath, Gruben bei Bardenberg (auch Fossilienfundstellen), Grube Hoheneich, Bergwerke Alte und Neue Furth. – Bei Klinkheide Reste der Höckerlinie des Westwalls mit Anschluss ins Wurmtal.

Burg Wilhelmstein bei Bardenberg: mittelalterliche zweiteilige Höhenburg der Jülicher Grafen auf langgestreckter, steil zum Wurmtal abfallender Anhöhe; vom Hochschloss Reste des quadratischen Bergfrieds und des Palas erhalten, von der Vorburg Reste der mit Türmen bewehrten Umfassungsmauer und zweigeschossiger Torbau.

Auf dem Osthang der Wurm: historische Ortslage Pley mit Gutshof der ehemaligen Burg Kuckum, Antoniuskapelle, Hofstellen und Wohnbauten.

In der Niederung erhaltenes geoarchäologisches Archiv.

Kulturlandschaftliches und denkmalpflegerisches Ziel im Rahmen der Regionalplanung ist eine erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung, insbesondere
  • Bewahren und Sichern der Elemente und Strukturen, von Ansichten und Sichträumen von historischen Stadt- und Ortskernen sowie des industriekulturellen Erbes
  • Bewahren und Sichern der Elemente, Strukturen und Sichträume von Adelssitzen und Hofanlagen
  • Bewahren des Kulturlandschaftsgefüges
  • Sichern kulturgeschichtlich bedeutsamer Böden
  • Bewahren und Sichern archäologischer und paläontologischer Bodendenkmäler in ihrem Kontext
  • Bewahren überlieferter naturnaher Landschaftselemente und -strukturen

Aus: Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Köln. Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung, Köln 2016.

Internet
Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Köln (abgerufen am 01.10.2016)

Literatur

Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.) (2016)
Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Köln. Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung. S. 147-148, Köln.

Oberes Wurmtal (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 087)

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Landeskunde, Raumplanung, Archäologie
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 2016
Koordinate WGS84
50° 50′ 6,51″ N, 6° 05′ 59,88″ O / 50.83514°, 6.09997°
Koordinate UTM
32U 295803.11 5635500.51
Koordinate Gauss/Krüger
2507086.3 5633311.29

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„Oberes Wurmtal (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 087)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-252079 (Abgerufen: 17. Februar 2018)
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