Schiffsmühle bei Pünderich

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Pünderich
Kreis(e): Cochem-Zell
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Schiffsmühlen und Fischer auf dem Rhein bei Köln. Detail aus dem Gemälde des Martyriums der Heiligen Ursula vom "Meister der Kleinen Passion" (Köln um 1411).

    Schiffsmühlen und Fischer auf dem Rhein bei Köln. Detail aus dem Gemälde des Martyriums der Heiligen Ursula vom "Meister der Kleinen Passion" (Köln um 1411).

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    gemeinfrei
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    Meister der Kleinen Passion
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  • Modell einer Schiffsmühle, wie sie um 1819 auf dem Rhein bei Mainz in Verwendung war (Deutsches Museum München, 2012).

    Modell einer Schiffsmühle, wie sie um 1819 auf dem Rhein bei Mainz in Verwendung war (Deutsches Museum München, 2012).

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    Zandcee / CC BY-SA 3.0
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    Meister der Kleinen Passion
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  • Ausschnitt der Stadtrekonstruktion "Trier um 1120" (Ausschnitt aus der Plakatbeilage in Lukas Clemens, Trier um 1120. Prolegomena zum Versuch einer Stadtrekonstruktion, Trier 1998).

    Ausschnitt der Stadtrekonstruktion "Trier um 1120" (Ausschnitt aus der Plakatbeilage in Lukas Clemens, Trier um 1120. Prolegomena zum Versuch einer Stadtrekonstruktion, Trier 1998).

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    Rheinisches Landesmuseum Trier (www.gdke.rlp.de) / Clemens, Lukas (Entwurf) / Herber, Nic (Ausführung)
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    Nic Herber (Ausführung); Lukas Clemens (Entwurf)
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  • Ausschnitt der historischen Ansicht Kölns aus dem Jahr 1531 von Anton Woensam (um 1500-1541): der Bereich zwischen dem Bayenturm und Sankt Severin mit der Stadtmauer, vor dem Hafenbereich sind auf dem Rhein Schiffsmühlen zu sehen.

    Ausschnitt der historischen Ansicht Kölns aus dem Jahr 1531 von Anton Woensam (um 1500-1541): der Bereich zwischen dem Bayenturm und Sankt Severin mit der Stadtmauer, vor dem Hafenbereich sind auf dem Rhein Schiffsmühlen zu sehen.

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    Woensam, Anton / gemeinfrei
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    Anton Woensam
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In Pünderich existierte – so wie in vielen Orten in Flusstälern – eine so genannte Schiffsmühle (auch Schiffmühle). Diese wurde bereits im Jahr 1325 in einer Urkunde des Zeller Schöffen erwähnt.

Menschen nutzten seit Alters her zum Getreidemahlen die Kraft des Wassers. Im Bereich des Orts Pünderich befand sich jedoch kein Bach und somit wurde auf die Mosel als Antriebsquelle für eine Schiffsmühle zurückgegriffen, bei der zwei Flusskähne miteinander verbunden wurden, inmitten derer sich ein Wasserrad drehte. Durch die Drehbewegung wurde ein Mahlwerk mit Mühlrad angetrieben, welches das Getreide entsprechend bearbeitete. Der Transport des zu mahlenden Getreides geschah auf zwei verschiedene Arten: Entweder setzte ein kleines Boot über und brachte das Getreide zur Schiffsmühle oder die Kähne der Mühle wurden vor dem Ablegen am Ufer mit Korn gefüllt.
Der Vorteil gegenüber als Gebäuden errichteten Mühlen an Bächen war, dass Flüsse wie die Mosel kontinuierlich Wasser führten und dass deren Strömung stark genug war, ein Mühlrad anzutreiben. Im Jahre 1079 wurde daher ein Gesetz erlassen, welches Flussmühlen auf der Mosel erlaubte (so genanntes „Mühlenrecht für Flussmühlen“).
Als im 19. Jahrhundert – also zu Zeiten der Preußen – Flussregulierungen stattfanden, verschwanden die Schiffsmühlen allmählich aus dem Landschaftsbild. Es ließen sich keine geeigneten Stellen mehr finden, an welchen die Strömung für den Betrieb der Mühlen ausreichend war und der stets zunehmende Schiffsverkehr nicht durch sie gestört wurde.

Bereits zu Anfang des 14. Jahrhunderts teilten sich die Klöster Marienburg und Himmerod eine Schiffsmühle bei Pünderich, die sie gemeinsam betrieben.
Die preußischen Flussregulierungen machten auch der Pündericher Schiffsmühle den Garaus, denn Krippen und Buhnen (mauer- bzw. dammartige Bauwerke im Fluss) verlagerten die Strömung in die Mitte der Mosel – doch genau dort befanden sich die Schiffsmühlen, welche nun die Durchfahrt anderer Schiffe behinderten. Eine Konsequenz daraus war, dass die Schiffsmühlen nach und nach verschwanden.

Die hier verzeichnete Objektgeometrie kann die nirgends näher spezifizierte Lage der Schiffsmühle(n) natürlich nur unbestimmt in der Moselschleife bei Pünderich darstellen.

(Lisa Fertek, Universität Koblenz-Landau, 2015 / LVR-Redaktion KuLaDig, 2016)

Internet
www.puenderich.de: Von den alten Pündericher Mühlen (abgerufen 27.01.2016)

Literatur

Bayer, Gerd (1978)
Pünderich an der Mosel. (Rheinische Kunststätten, Heft 206.) Neuss.
Busch, Alois; Gilles, Karl-Josef; Schneiders, Winfried / Gemeinde Pünderich (Hrsg.) (2009)
Pünderich, Geschichte eines Moseldorfes. (Ortschroniken des Trierer Landes 51.) Trier.

Schiffsmühle bei Pünderich

Schlagwörter
Ort
56862 Pünderich
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1770, Ende nach 1869
Koordinate WGS84
50° 02′ 22,63″ N, 7° 06′ 55,98″ O / 50.03962°, 7.11555°
Koordinate UTM
32U 365062.14 5544736.83
Koordinate Gauss/Krüger
2579957.53 5545411.95

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„Schiffsmühle bei Pünderich”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-247136 (Abgerufen: 20. November 2018)
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