Evangelische Kirche in Wald

Walder Kirche mit tausendjährigem Turm

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Architekturgeschichte
Gemeinde(n): Solingen
Kreis(e): Solingen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 11′ 1,63″ N: 7° 02′ 29,73″ O 51,18379°N: 7,04159°O
Koordinate UTM 32.363.128,53 m: 5.672.085,95 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.572.870,45 m: 5.672.608,79 m
  • Turm der evangelischen Kirche in Solingen-Wald (2015)

    Turm der evangelischen Kirche in Solingen-Wald (2015)

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  • Innenraum der evangelische Kirche Solingen-Wald, Blick zum Altar (2015)

    Innenraum der evangelische Kirche Solingen-Wald, Blick zum Altar (2015)

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    Innenraum der evangelischen Kirche Solingen-Wald (2015)

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    Innenraum der evangelischen Kirche Solingen-Wald (2015)

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  • evangelische Kirche in Solingen-Wald (2019)

    evangelische Kirche in Solingen-Wald (2019)

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    Evangelische Kirche in Solingen-Wald (2019)

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    Solingen-Wald (2019)

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    Solingen-Wald (2019)

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Die evangelische Kirche in Solingen-Wald ist das älteste Kirchengebäude Solingens. Für die Zeit um das Jahr 900 wird eine einfache Saalkirche aus Holz an derselben Stelle vermutet.

Gründungs- und Baugeschichte
Am 3. Mai 1019 schenkte Erzbischof Heribert von Köln (um 970-1021, Erzbischof von Köln 999-1021) den Hof und die Kirche in Wald der von ihm gegründeten Abtei Deutz. Der Fronhof - auch Deutzer Hof genannt - lag der Kirche gegenüber. In der Schenkungsurkunde wird eine erste Langschiffkirche mit Turm genannt. Der Turm der heutigen Kirche ist somit das älteste Bauwerk der Stadt Solingen. Er ist mit seinen mehr als zwei Meter starken Mauern einem Festungsturm ähnlich, aus Bruchsteinen errichtet und später verputzt. Seine einzige Zierde sind die im Obergeschoss auf jeder Seite gekoppelten romanischen Rundbogenfenster. Die ursprüngliche Kirche ist als dreischiffige Basilika mit einbezogenem Chor und Apsis überliefert, eine ausführliche Baubeschreibung fehlt.

Der klassizistische Neubau
1780 wurde ein Neubau der baufällig gewordenen Basilika erwogen. Obwohl die Gemeinde seit dem 2. September 1591 evangelisch war, befand sie sich im Besitz des nahe gelegenen katholischen Klosters Gräfrath, an das die protestantische Gemeinde Wald den Zehnt zu zahlen hatte. Das Kloster lehnte eine Unterstützung der evangelischen Gemeinde ab, wurde aber nach langjährigem Rechtsstreit dazu verpflichtet, finanzielle Unterstützung zu leisten. Allerdings kam es wegen der französischen Revolution nicht mehr dazu. 1804 brach ein Teil des maroden Gewölbes ein.

Die Gemeinde errichtete nun eine hölzerne Notkirche („Tente“) und wandte sich an den damaligen Düsseldorfer Baudirektor Adolph von Vagedes (1777-1842), einen Zeitgenossen Karl Friedrich Schinkels. Adolph von Vagedes war von 1812 bis 1818 Großherzoglicher Bergischer Baudirektor, danach wurde er zum preußischen Regierungsbaurat ernannt und in dieser Funktion 1830 nach Koszalin versetzt (deutsch Köslin, im polnischen Westpommern). Vagedes fertigte für die neue Kirche 1815 fünf Entwürfe an. 1816 erfolgte der Abbruch der inzwischen ruinösen Überreste der bisherigen Kirche.

Der Baubeginn verzögerte sich, die Kosten liefen davon, so dass sich die Kirchengemeinde mit einem Bittschreiben an König Friedrich Wilhelm III. von Preußen (1770-1840) wandte, den protestantischen Landesherrn seit 1815. Dieser ließ seine evangelischen Untertanen nicht im Stich und stiftete 10.000 Thaler sowie das komplette Bauholz. Damit war die Finanzierung gesichert.
Am 15. August 1819 begann die offizielle Bauzeit. 1820 stürzte jedoch erneut ein großer Teil des neu errichteten Tonnengewölbes ein und Vagedes wurde von der Oberbaudeputation Berlin von dem Projekt abgezogen. Anstelle des Tonnengewölbes ließ der nun von der Provinzialregierung als Bauleiter eingesetzte Inspektor Friedrich Felderhoff eine verputzte Decke einziehen, die sich – vorerst – nicht nur als stabiler als das Tonnengewölbe, sondern auch als vorteilhaft für die Akustik des Kirchraumes erwies.
Obwohl noch nicht ganz fertiggestellt, wurde die Kirche am Reformationstag 1824 eingeweiht. Schon 30 Jahre später, 1854, wurde wegen erheblicher Mängel erwogen, auf dem Kirchplatz einen Neubau zu errichten. Das Presbyterium entschied sich jedoch für eine Renovierung, in deren Zug der Fußboden angehoben und eine Holzkassettendecke eingezogen wurde. Zugleich erhielt die Kirche eine größere Orgel mit 23 Registern.

Aktuelle Situation
In den Jahren 1965 bis 1968 wurde das Kircheninnere vollständig umgestaltet und erhielt einen neuen Anstrich, neue Fensterverglasung, einen Steinfußboden mit Heizung, neue Beleuchtung, Bestuhlung, Altar, Kanzel und Taufbecken. Ab den 1970er Jahren wurde die Außensanierung durchgeführt: 1973 wurde die Schieferabdeckung des Turms durch Kupferverkleidung ersetzt.
Ab 1999 wurde eine Sanierung der gesamten Außenfassade notwendig. Sie wurde finanziert mit Hilfe einer eigens gegründeten Denkmalstiftung. Im Zuge dieser Arbeiten wurde das Turmzimmer als „ältester Raum Solingens“ renoviert und dient jetzt u.a. als Ausstellungsraum.

(Karl Peter Wiemer, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., 2016)

Internet
www.denkmalstiftung-walder-kirche.de : Geschichte der Walder „Kirche mit dem 1000-jährigen Turm“ (abgerufen 27.01.2017)
www.denkmalstiftung-walder-kirche.de: Projekte – Hinweisschilder (abgerufen 27.01.2017)
de.wikipedia.org: Evangelische Kirche Solingen-Wald (abgerufen 27.01.2017)
de.wikipedia.org: Adolph von Vagedes (abgerufen 22.02.2019)

Evangelische Kirche in Wald

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Walder Kirchplatz 36
Ort
42719 Solingen - Wald
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Architekturgeschichte
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1019

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Evangelische Kirche in Wald”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-245815 (Abgerufen: 23. April 2024)
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