Die grubenfeuchte Rohbraunkohle (in Block A-D zuzüglich pelletierter Abfallstoffe) gelangt über einen Fallschacht mit Mühlentor in die Mühle und wird in das rotierende Schlagrad gelenkt. Unter Zuführung von Frischluft und heißem Rauchgas aus der Brennkammer wird die Braunkohle getrocknet und gemahlen. Die Kombination der Zerkleinerung und Trocknung wird als Mahltrocknung bezeichnet. Dabei wird der Wassergehalt in der Braunkohle von ca. 55 Prozent auf 15 Prozent reduziert und eine Korngröße von 0,06-0,2 mm erreicht. Die Verteilung des gemahlenen Brennstaubs (mit Sekundarbrennstoffanteil in Block A-D) erfolgt im gestuften Verbrennungssystem, wobei im Kraftwerk Jänschwalde die Sonderform der Zweipunkt-Feuerung angewandt wird. Integrierte Sichter klassieren vor Zuführung der Brennstoffe größere Partikeln, die zur wiederholten Aufbereitung zurück ins Schlagrad geführt werden. Die Einleitung in das Brennverfahren erfolgt für hoch angereichertes Gemisch in den Hauptbrenner und mageres Gemisch in den Nachreaktionsbrenner. Im gesamten Prozess erfolgt das Ansaugen des Rauchgases und die Förderung des Mahlguts durch die Rotation der Schlagrads der Mühle, das wie ein Radialgebläse wirkt. Die Kohlemühlen entsprechen dem originalen Zustand, wobei Schlagräder entsprechend der Instandhaltungs- und Verschleißvorkehrungen regelmäßig ausgewechselt werden.
Datierung:
- Aufstellung: 1978-1988
Quellen/Literaturangaben:
- Rüdiger Gudat, Werner Wagner, Ingrid Weber und Günter Suschke: Tradition und Zukunft. Eine Chronik über 30 Jahre Stromerzeugung und 35 Jahre Geschichte des Kraftwerkes Jänschwalde, Peitz 2011, S. 50, S. 68 und S. 92.
- Jens Friedrich: Untersuchungen zur Aufbereitung von Rohbraunkohle mit Schlagradmühlen für die Direktfeuerung in Kraftwerken, unveröff. Dissertation, Technische Universität Bergakademie Freiberg, 2013, S. 15f.
- M. Franke: Ventilatormühlen für Rohbraunkohlefeuerungen, in: Die Braunkohlenkraftwerke der VEAG, Wien 1998, S. 309-313.
BKM-Nummer: 32002865
(Erfassungsprojekt Lausitz, BLDAM 2023)