Berrenrather Börde (KLV-BK Rheinland 015)

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Die Objektgruppe Berrenrather Börde ist hier beschrieben als Kulturlandschaftselementeverbund ‚Braunkohle im Rheinland' (KLV-BK Rheinland) zugehörig zum bundesweiten Erfassungsprojekt Industriekultur (BKM). Die funktional zugehörigen Objekte der historischen Kulturlandschaft werden für die Maßstabsebene der Flächennutzungsplanung kurz zusammengefasst und charakterisiert.

Die ersten Gruben im Bereich des KLV-BK sind auf der Karte von 1845 bei Türnich und Brüggen zu erkennen. Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelten sich daraus die Gruben Friedrich With Maximilian, Grube Wirtzhütte, Grube Louise und Grube Hubertus. Diese gingen bis nach dem Zweiten Weltkrieg in den Tagebau Berrenrath auf, welcher Mitte der 1960er Jahre rekultiviert wurde. Die Gruben versorgten zum einen die nahegelegenen Brikettfabriken, das Kraftwerk Goldenberg und auch das Hydrierwerk Wesseling.

Die Rekultivierung erfolgte überwiegend landwirtschaftlich und bildet heute die Berrenrather Börde. Die landwirtschaftlich genutzten Flächen werden von Gehölzstreifen durchzogen, die als Windschutzhecken dienen. An den Rändern wurden teilweise auch breitere Gehölzstreifen und im Südosten der Zieselsmaarsee angelegt. Eine Besonderheit ist, dass auf den landwirtschaftlichen Flächen das sogenannte Nassspülverfahren angewendet wurde. Dabei wird Löss mit Wasser vermischt auf den Rohboden aufgebracht. In diesem Bereich wurde auch erstmals Forstkies als Standardsubstrat für forstliche Rekultivierungen auf Böschungen eingesetzt. Im Norden befindet sich auch die Wilhelmshöhe, eine leichte künstliche Erhebung. Vor allem in diesem Bereich wurden Windkraftanlagen errichtet. Die Rekultivierung des Tagebaus Berrenrath wurde von dem Landschaftsplaner Gerhard Olschowy geplant. Es handelt sich um die erste großflächig geplante Rekultivierung im Rheinischen Revier. Im Rahmen der Rekultivierung entstanden der Weiler Berrenrath, der Weiler Brüggen und das Gut Hohenholz. In diesen wurden zum Teil Landwirte aus dem Nordrevier angesiedelt.

Im Südwesten befinden sich in den Ortslagen Balkhausen und Brüggen noch die WGB-Siedlung Balkhausen und die Wohnsiedlung Hubertus, die im Zusammenhang mit der Braunkohle entstanden sind.

(Matthias Wirtz-Amling, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2024)

Internet
de.wikipedia.org: Berrenrather Börde (abgerufen 24.11.2023)
de.wikipedia.org: Tagebau Berrenrath (abgerufen 24.11.2023)
www.kuladig.de: Berrenrather Börde (abgerufen 24.11.2023)
www.kuladig.de: Berrenrather Börde (abgerufen 24.11.2023)

Literatur

Buschmann, Walter; Gilson, Norbert; Rinn, Barbara / Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen in Verbindung mit dem Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.) (2008)
Braunkohlenbergbau im Rheinland. (Die Bau- und Kunstdenkmäler von Nordrhein-Westfalen 1, Rheinland.) Worms.
Schumacher, Achim; Dworschak, Ulf; Weglau, Jochen / Forschungsstelle Rekultivierung (Hrsg.) (2011)
Rekultivierung im Rheinischen Braunkohlenrevier. Exkursionsführer Teil II. Die Tagebaubereiche: Historie und Rekultivierung. Jüchen. Online verfügbar: forschungsstellerekultivierung.de, Exkursionsführer, abgerufen am 22.07.2020
Schumacher, Achim; Stollberg, Maren; Dworschak, Ulf; Weglau, Jochen u.a. / Forschungsstelle Rekultivierung (Hrsg.) (2011)
Rekultivierung im Rheinischen Braunkohlenrevier Exkursionsführer Teil I. (Geologie, Geographie, Bodenkunde, forst- und landwirtschaftliche Rekultivierung, Bergbau- und Rekultivierungsgeschichte, Archäologie und Paläontologie). Jüchen.

Berrenrather Börde (KLV-BK Rheinland 015)

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Fachsichten
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege

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Matthias Wirtz-Amling (2024), „Berrenrather Börde (KLV-BK Rheinland 015)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/SWB-356313 (Abgerufen: 21. Juli 2026)
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