Wernscheider Mühle

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Marienheide
Kreis(e): Oberbergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Der Stausee der Lingesetalsperre umgeben von Wald (2008).

    Der Stausee der Lingesetalsperre umgeben von Wald (2008).

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    Giesen, Ulla Anne; LVR-Abteilung Landschaftliche Kulturpflege
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    Giesen, Ulla Anne
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Die Wernscheider Mühle befand sich südwestlich der Ortschaft Wernscheid an der Lingese, westlich eines ehemaligen Massenhüttenstandortes aus dem 13.-16. Jahrhundert gelegen. Die Lingese wurde östlich des Mühlengebäudes zu einem Mühlteich aufgestaut. Berger zufolge handelte es sich um eine Getreidemühle mit zwei Mahlgängen, die durch zwei oberschlächtige Mühlräder angetrieben wurden. Das genaue Alter der Wernscheider Mühle ist zum Zeitpunkt der Geländekartierung nicht bekannt. In der Literatur wird als bisher älteste Karte, in der die Mühle mit zwei Nebengebäuden eingezeichnet ist, die „Topograph-Karte von der Reichs-Herrschaft Gimborn-Neustadt...“ (angefertigt um 1790) angegeben.

Vermutlich könnte es sich bei der Wernscheider Mühle um eine der insgesamt neun herrschaftlichen Wassermühlen oder Zwangsmühlen der Herrschaft Gimborn-Neustadt, die für das Jahr 1781 erwähnt werden, gehandelt haben. Unter französischer Herrschaft wurden diese Adelsprivilegien abgeschafft. Nach diversen Besitzerwechseln wurde die Mahlmühle um 1850 an den Müller, Bäcker und Gastwirt Karl Kemper verkauft, der sie bis 1870/1872 betrieb. Zuletzt nutzte der Bäcker Carl Lingenberg die Wernscheider Mühle bis zu ihrem Abbruch im Jahr 1900.
Auf der Bürgermeistereikarte aus dem Jahr 1832 ist nur ein Gebäude mit Mühlteich an dem ehemaligen Weg zwischen den Ortschaften Linge und Wernscheid dargestellt, gleiches zeigt die Preußische Neuaufnahme von 1894-1896. Das Mühlengebäude war laut Literatur ein eingeschossiger, langgestreckter Fachwerkbau mit Satteldach, Giebelverbretterung und hohem Bruchsteinsockel.

Die Wernscheider Mühle musste dem Bau der Lingesetalsperre in den Jahren 1897 bis 1899 weichen. Das Fachwerkgeschoss wurde im Jahr 1900 abgebaut und in Holzwipper als Wohngebäude mit geänderter Raumaufteilung wieder aufgestellt. Eine Scheune wurde nach Wernscheid transloziert. Heute ist von der Mühlenanlage bis auf den Mühlengraben nichts mehr vorhanden.

Laut Nicke handelte es sich um eine Lohmühle, in der damals gerbsäurehaltige Pflanzenteile, meist Eichen- oder Fichtenrinde, für die Lohgerberei zerkleinert wurden. Vielleicht liegt hier eine Verwechslung mit der Bockmühle vor.

(LVR-Fachbereich Umwelt, 2008)

Literatur

Berges, Manfred (2004)
Zur Industriegeschichte des Linger-Grundes. In: Beiträge zur Oberbergischen Geschichte 8, S. 64-72. Gummersbach.
Buhr, Hermann de / Wittenberg, Martin / Wittmütz, Volkmar (1986)
Chronik Marienheide. Gummersbach.
Nicke, Herbert (1998)
Bergische Mühlen. Auf den Spuren der Wasserkraftnutzung im Land der tausend Mühlen zwischen Wupper und Sieg. Wiehl.

Wernscheider Mühle

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1790, Ende 1899
Koordinate WGS84
51° 05′ 58,04″ N, 7° 33′ 23,37″ O / 51.09946°, 7.55649°
Koordinate UTM
32U 398928.62 5661875.8
Koordinate Gauss/Krüger
3398962.76 5663700.42

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„Wernscheider Mühle”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-NF-20080625-0013 (Abgerufen: 16. November 2018)
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