Zeche Adler in Kupferdreh

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Auf dem heutigen Gewerbegebiet Deilbach befand sich Anfang des 20. Jahrhunderts die Zeche Adler. Gefördert wurde hier Anthrazitkohle.

Die Zeche Adler war 1906 aus mehreren Klein- und Kleinstzechen als Bergwerksgesellschaft Adler mbH gebildet worden und übernahm damit zahlreiche Berechtsame im Raum Kupferdreh (Zeche Schwarzer Adler).

Im Felde Vereinigte Petersburg wurde 1906 bis 1908 im Deilbachtal ein Tiefbauschaft ausgeteuft und darüber ein gemauerter Förderturm zur Förderung von Anthrazitkohle gebaut. 1908 nahm die mittlerweile zur Gewerkschaft umgewandelte Adler eine Brikettfabrik in Betrieb. 1912 erreichte die Zeche mit über 300.000 t Anthrazitkohle ihre maximale Förderung.

1921 wurde aus der Bergwerkgesellschaft Adler die Aktiengesellschaft für Bergbau Adler und es folgten Ankäufe weiterer Bergwerksbetriebe und Gruben. 1925 kam es aufgrund der Wirtschaftskrise zur Stilllegung der Zeche, jedoch folgte durch finanzielle Zuschüsse der Aktionäre 1926 eine Wiederinbetriebnahme. Ein Wassereinbruch aus der stillgelegten Zeche Viktoria Nierenhof führte dann 1927 zum Absaufen eines Teils der Grubenbaue. 1927/28 wurde die Zeche und ihrer Grubenfelder erst an die Gelsenkirchener Bergwerks-AG und 1929 dann an die Gewerkschaft Heinrich verkauft. Infolge von Absatzeinbrüchen wurde die Förderung 1930 endgültig eingestellt. Die Stilllegung der Brikettfabrik folgte ein Jahr später. Damit verschwand auch die letzte Zeche in Kupferdreh. Bis auf zwei Gebäude (Zeche Adler Relikte) ist von der Steinkohlenzeche aus dem 19. Jahrhundert und deren Nachfolgebauten obertägig nichts mehr erhalten. Der gesamte Bereich ist baulich saniert. An dem südwestexponierten Steilhang sind die Reste der alten Wege und Terrassen erhalten‚ die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Steinkohlenbergbau stehen. Kartenwerke aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigen die alten Betriebsgebäude sowie die Zechenbahngleise zur Ruhrniederung.

(LVR-Fachbereich Umwelt, 2008)

Literatur

Beleke, Norbert (1999)
Zechen - Dominanten im Revier. Geschichte, Gegenwart, Zukunft. S. 95-96, Essen.
Schäfer, Friedrich / Kirchner, Otto (1983)
Kupferdreh auf Kohle und Stein. S. 55, Essen.

Zeche Adler in Kupferdreh

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1906 bis 1913, Ende 1930 bis 1931
Koordinate WGS84
51° 22′ 44,36″ N, 7° 05′ 33,21″ O / 51.37899°, 7.09256°
Koordinate UTM
32U 367254.33 5693697.86
Koordinate Gauss/Krüger
2576110.64 5694376.42

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„Zeche Adler in Kupferdreh”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-KHB-20080812-0011 (Abgerufen: 17. Oktober 2017)
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