Von besonderer Bedeutung für die Montangeschichte des Rheinlandes ist der römerzeitliche Galmeiabbau im Bereich des Schlangenberges. Die zahlreichen römerzeitlichen Funde wie die Siedlung bei Breinigerberg oder Siedlung und Tempelheiligtum Varnenum weisen auf eine intensive Besiedlung hin.
Von herausragender Bedeutung ist das 817 von Ludwig dem Frommen gegründete Benediktinerkloster Inda, später Reichsabtei Kornelimünster. Bereits im 13. Jahrhundert entwickelte sich die Abtei zum Wallfahrtsort und es entstand die gleichnamige Siedlung. Abt Benedikt von Aniane gründete ein Benediktiner-Kloster mit dem Namen „Monasterium ad Indam“, das Kloster an der Inde. Die erste Kirche der Abtei brannte 1310 ab und wurde anschließend unter Kölner Einfluss neu erbaut. Sie erhielt spätgotische Erweiterungen bis zur Fünfschiffigkeit. Die Abtei erhielt als reiche Ländereien das „Münsterländchen“. Weide-, Land- und Forstwirtschaft sowie die mit der Nutzung der Wasserkraft verbundene Eisen- und Kalksteinindustrie bildeten die wirtschaftliche Grundlage der Abtei. Geschichtlich umfasste das Münsterländchen die Ortschaften Büsbach, Brand, BreinigBreinig, Dorff, Hahn, Krauthausen, Münsterbusch, Venwegen und Walheim. Diese Kontinuität war von großer Bedeutung für die gesamte kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung des Gebietes. Die großzügigen Abteigebäude aus dem 18. Jh. weisen auf die Bedeutung als zentraler Ort des Münsterländchens hin. Das Münsterländchen stand bis 1802 unter der Herrschaft der Benediktiner Reichsabtei von Kornelimünster. 817 begründeten Reliquien die Bedeutung Kornelimünsters als Wallfahrtsstätte. Um die Mitte des 9. Jahrhunderts gelang die Schädelreliquie des heiligen Papstes Kornelius in den Besitz des Klosters. Dies führte zur Begründung der jährlichen Kornelioktav und im 12. Jahrhundert mit der Verehrung des heiligen Kornelius zur Patronats- und Namensänderung in „Kornelimünster“. Das historische Ortsbild Kornelimünsters ist sehr gut erhalten und in das bewaldete Tal eingefügt. Zwei bedeutende Fernstraßen, eine von Köln über Jülich nach Bavai, die andere von Aachen nach Trier kreuzten sich im Bereich des Kulturlandschaftsbereiches. Die abteiliche Herrschaft im Münsterländchen bestand bis 1802. Im Zuge der Säkularisation wird das Kloster zur Pfarrkirche, Fabrik, Lehrerseminar, Heimatmuseum und Staatsarchiv. Westlich von Walheim erfolgte in den Jahren 1938-1940 der Ausbau der Vorstellung Aachen mit Bunkern und Panzerhindernisseen (Höckerlinie) als Teil des Westwalles.
Der Boden des Münsterländchens war reich an mineralischen Schätzen. Am Breiniger Berg wurde von der Römerzeit bis in die siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts Galmeibergbau im Tagebau betrieben. Galmei wurde schon im Mittelalter mit Kupfer vermengt und verschmolzen. Für die weitere Verarbeitung waren die notwendigen Rohstoffe in reichem Maße vorhanden: Gewässer, Holz aus den Reichswäldern und Steinkohle aus den nahen Revieren. Als Messing erlangte das Produkt Weltruf.
Spezifische Ziele und Leitbilder:
- Bewahrung der historischen Struktur und Substanz;
- Erhalt der kleinteiligen Kulturlandschaft;
- Schonung des paläontologischen Erbes bei der Rohstoffgewinnung;
- Wahrung des Kulturellen Erbes bei Straßenplanungen.
Aus: Landschaftsverband Westfalen-Lippe und Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): Kulturlandschaftlicher Fachbeitrag zur Landesplanung in Nordrhein-Westfalen. Münster, Köln. 2007
Internet
Kulturlandschaften in NRW (Abgerufen: 03.04.2018)