Johannysteich

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Hückeswagen
Kreis(e): Oberbergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
In den Jahren 1484 wurde eine Walkmühle sowie 1490 ein Farbhaus am Brunsbach erwähnt. Um 1723 gelangte die Walkmühle in den Besitz der Familie Abhoe. 1747 erteilt Kurfürst Carl Theodor die Erlaubnis, ein neues Farbhaus und eine neue Färberei zu errichten. Vermutlich wurde im gleichen Jahr das Haus Friedrichstraße 23 errichtet. 1804 erwarb Wilhelm Arnold Johanny die Fabrikanlage und bezog das Haus Friedrichstraße 23. Er führte die Fabrik zusammen mit seinem Onkel Wilhelm Abhoe unter dem Namen „W.A. Johanny-Abhoe“.

Im Jahr 1809 wurde ein mehrstöckiges Tuchhaus (Friedrichstraße 23b) am Standort der Walkmühle errichtet. Die Firma wurde nach dem Tode Wilhelm Abhoes 1813 von Wilhelm Arnold Johanny unter dem Namen Johanny-Abhoe weitergeführt. Er kaufte 1818 die Reinshager Eisenhämmer (Tuchfabrik Johanny-Abhoe bei Hämmern) auf und baute sie zu einer Tuchfabrik um. Schwerpunkt der Produktion waren Feintuche. Im Jahr 1833 hielt sich Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. von Preußen während seines Hückeswagener Besuches im Haus Friedrichstraße 23 auf.
Das Unternehmen Johanny-Abhoe blieb bis zur Geschäftsaufgabe 1901 im Besitz der Familie Johanny. Die Fabrikgebäude in Hämmern wurden 1906 verkauft.

Mit dem Aufschwung der Tuchindustrie wurden Arbeitskräfte knapp. Johanny warb aus diesem Grund Arbeiter aus den Tuchfabrikstandorten Frankreichs und Belgiens ab und siedelte sie in der Nähe seiner Fabrik an. Dieser Tatsache verdankt noch heute die Gegend ihren Namen „Johannyshöhe“.

1974 wurden die Gebäude an der Friedrichstraße abgerissen. Lediglich der ehemalige Mühlteich der Walkmühle ist noch im Park als Teich erhalten und trägt als Erinnerung an die Tuchfabrik den Namen Johannysteich.

(LVR-Fachbereich Umwelt, 2008)

Literatur

Paffrath, Arno (1984)
Die Mühlen- und Fabrikanlagen im Raume Hückeswagen. In: Jahr, Lutz / Stadt Hückeswagen (Hrsg.): 900 Jahre Hückeswagen, S. 131-199. S. 174-175, Hückeswagen.
Schaffus, Ingo (1985)
Als die Hämmer verstummten. Der Strukturwandel in der Hückeswagener Industrie im 19. Jahrhundert. In: Heimatjahrbuch für den Oberbergischen Kreis, S. 44, o. O.

Johannysteich

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1484
Koordinate WGS84
51° 08′ 51,8″ N, 7° 20′ 3,86″ O / 51.14772°, 7.33441°
Koordinate UTM
32U 383500.95 5667571.23
Koordinate Gauss/Krüger
2593415.87 5668927.79

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„Johannysteich”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/T-NF-20080605-0012 (Abgerufen: 12. Dezember 2017)
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